Wärmebilder

Warnung vor falschen Experten

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Ulf-Peter Busse

Bergedorf. Wärmebilder haben Hochkonjunktur. Angesichts teurer Energiepreise wirken sie auf viele Eigenheimbesitzer gerade im Winter wie eine Radarfalle für hohe Wärmeverluste.

Doch die Verbraucherzentrale Hamburg und der Bergedorfer Grundeigentümerverein warnen vor unseriösen Anbietern. "Thermographie kann immer nur Mittel zum Zweck sein", sagt Michael Hell, Experte für Energieberatung bei der Verbraucherzentrale. "Neben einer fachkundigen Auswertung ist eine umfassende und vor allem anbieterunabhängige Energieberatung zum Planen und Umsetzen von Sanierungsvorhaben notwendig." Immer wieder kämen Hausbesitzer zu ihm in die Beratung, denen selbst ernannte Wärmebildexperten lediglich die Fotos in die Hand gedrückt oder anhand der Färbungen von rot bis blau sogar gleich teure Sanierungen empfohlen hätten.

"Denen geht es nicht um Beratung, sondern nur ums Geldverdienen", weiß auch Heinz Pilzweger zu berichten. Der Geschäftsführer des Bergedorfer Grundeigentümervereins weiß von teuren Fehlern: "Effektive Wärmedämmung muss von Fachleuten exakt geplant werden. Sonst sitzt man hinterher in feuchten Häusern oder die Maßnahmen haben keine Wirkung." Besonders dramatisch sei das neuerdings in Mode gekommene Mieten von Wärmebild-Kameras mit anschließendem Besuch im Baumarkt.

"Die grobe Kenntnis, dass warme Flächen orange bis rot und kühlere grün bis blau erscheinen reicht nicht, um den tatsächlichen Sanierungsbedarf zu erkennen", sagt auch Michael Hell. Wichtig seien schon die Voraussetzungen bei den Aufnahmen. So muss das Haus in allen Räumen gleichmäßig beheizt sein sowie die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen über zwölf Stunden mindestens zehn Grad Celsius betragen.

* Verbraucherzentrale wie auch Grundeigentümerverein bieten gegen Gebühr Energieberatungen an. Wer vom Fachmann Wärmebilder samt Auswertung bekommen will, muss mit 300 bis 400 Euro rechnen. Seriöse Anbieter finden sich auf den Internetseiten der Deutschen Energie-Agentur DENA und der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die energetische Sanierungen auch finanziert. Mehrere Fachfirmen sind bei den Bergedorfer Bautagen, präsentiert von unserer Zeitung, am Wochenende 28./29. März auf dem Frascatiplatz dabei.

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