Leserbrief

"Politik sollte klare Zeichen setzen"

Gerhard Wauker, Oher Weg 1 a, 21509 Glinde

Betr.: "Brachiales Hobby an der Klinge", Bergedorf-Seite vom 10. 2. 2009

Ich sehe keinen grundlegenden Unterschied zwischen sogenannten Schwertschaukämpfen und elektronischen Gewalt- und Kriegsspielen. Wer Körperertüchtigung treiben will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die romantisch verklärte Darstellung des Mittelalters nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass es um die Tötung oder das Verletzen von Menschen ging, wenn "der Landgraf die besten Kämpfer des Landes" kommen ließ, um seine Tochter zu verheiraten. In diesem Zusammmenhang von "Sport" zu schreiben, kann ich nur als journalistische Fehlleistung bezeichnen. Geradezu absurd finde ich, dass öffentliche Mittel bereit gestellt werden, um VHS-Kurse für Adrenalin-Kick-Suchende zu veranstalten, während Gelder für Projekte zur Gewaltprävention nur zögerlich fließen. Ab 14 Jahren kann jeder lernen, auf seine Mitmenschen mit einem Schwert loszuprügeln, um dann per "Kampfausweis" zu dokumentieren, dass er sein Metier beherrscht. Politik und Verwaltung sowie Sportvereine sollten klare Zeichen setzen, um einer Verniedlichung von Gewalt entgegenzutreten.

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