Bürgerpreis Bergedorf

Auf Käthe ist Verlass

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Katja Hardter

Foto: Katja Harter

Lohbrügge. Diese Frau strahlt von innen heraus, vermittelt überwältigende Lebensfreude. Singen ist für sie die einfachste "Therapie" bei Problemen. Als Vorsitzende der Kreisgruppe Bergedorf im Hamburger Chorverband ist Käthe Diekelmann vielen für ihr Engagement bekannt. Die Chorverbands-Chefin und Mitbegründerin der Diakoniestation ist nun Bürgerpreiskandidatin.

Obwohl die 72-Jährige gerade eine komplizierte Hüft-Operation samt Reha hinter sich hat, will sie sich keine "unnötige Auszeit" leisten, startet gleich nach ihrer Rückkehr wieder durch. Sie telefoniert, schickt Faxe, versäumt keine Sitzung.

Die Lohbrüggerin hat "die Lizenz zum schönen Klingen", vermittelt auch Anderen überzeugend den Kick, durch geistliche oder weltliche Chormusik den Akku aufzuladen, wie sie sagt: "Singen ist eine eigene Sprache, die Grenzen sprengt, Menschen überall verbindet." 13 Chöre hat sie als Kreischefin unter ihren Fittichen.

Seit einem Vierteljahrhundert leitet sie als Vorsitzende außerdem den Frauenchor "Liederkranz Lohbrügge", deren Mitbegründerin sie 1954 gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester war. Auch die Diakoniestation Bergedorf profitiert seit Jahrzehnten von ihrem ehrenamtlichen Engagement und ihren guten Kontakten.

Aktuelles Lieblingsprojekt ist für unsere Bürgerpreis-Kandidatin ihre Singpatenschaft für Kinder der Förderschule Lohbrügge. Als stets gut gelaunte "Liedervermittlerin" für lernschwache und oft sozial benachteiligte Schüler, bringt sie den Kleinen Volkslieder mit einfachen Texten bei, macht Singspiele mit ihnen - im Projekt "Canto elementar" der Yehudi Menuhin-Stiftung. "Die jungen Sänger sind mit Feuer und Flamme dabei, lernen eifrig Texte. Besonders begeistert sind diejenigen, die aus Migrantenfamilien kommen", erzählt Diekelmann. Das Projekt wird bald drei Jahre alt.

Als die Lohbrüggerin vor zehn Jahren aus ihrem Job als Verwaltungsleiterin des Kirchenkreises Alt-Hamburg in den Ruhestand ging, ahnte sie noch nicht, "dass ich beschäftigter sein würde als je zuvor. Einer hat mich vor Kurzem mal gefragt, wann ich denn endlich in Rente gehe." Ihr damals im Job breit geknüpftes Netzwerk an Kontakten ist heute Gold wert. "Ich weiß immer, wo ich Unterstützung finde", sagt sie.

Dabei kommt ihr das Organisationsgeschick ebenso zugute wie ihr Optimismus. Zu ihren Aufgaben gehören Raumorganisation für Aufführungen, Konzeptabsprachen und der Kontakt zu Klavierstimmern sowie Musikern. Am Herzen liegt Käthe Diekelmann auch die "Wohlfühlabteilung", wie sie sagt. Damit meint sie die Bewirtung und Betreuung von Gästen und Publikum. Veranstaltungen wie "Die Nacht der Chöre" (28. Februar, 17 Uhr, Erlöserkirche Lohbrügge) und das Kinderchor-Festival an vier Juni-Wochenenden nehmen sie bereits voll in Anspruch.

"Offenheit und Fröhlichkeit sind meine Instrumente, mit ihnen gelingt Vieles", verrät die Bürgerpreis-Kandidatin. "Mein Ehrenamt ist mein Hobby: Ich gebe eine Menge, aber ich bekomme auch viel zurück."

In der Bergedorfer Diakoniestation kann man sich bereits mehr als 25 Jahre auf "Käthe" verlassen, sie war Gründungsmitglied, ist noch heute eines der drei Vorstandsmitglieder, mit verantwortlich für Personal, Anschaffungen und die Verbindung zur Kirche.

Was sie sich für 2009 wünscht? Käthe Diekelmann: "Dass sich noch mehr Menschen aufraffen und Gutes für Andere tun".

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