Bebauungsplan

Schutz fürs Villengebiet

Bergedorf (knm). Laubbäume machen hier Straßen zu kleinen Alleen. Großzügige Gartenanlagen unterstützen den Eindruck, das Bergedorfer Gehölz dehne sich den Geesthang bis zum Schloss hinunter aus.

Doch einzigartig und idyllisch wird das an Wentorf grenzende Bergedorfer Villengebiet vor allem durch seine Wohnhäuser. Eine Vielzahl verschiedener Hausformen und -typen, die zu unterschiedlichen Zeiten gebaut wurden, kennzeichnen den Charakter des Gebiets. Und genau dieser Charakter - so befürchten Bergedorfs Politiker - ist gefährdet.

Denn: Bisher gibt es nur für Teile des Gebiets einen Bebauungsplan. Ansonsten gelten die Vorschriften der Erhaltungsverordnung aus dem Jahr 1998 und der alten Landhausverordnung aus dem Jahr 1934. Letztere engt sowohl Bauvorhaben als auch Sanierungs- und Modernisierungsmöglichkeiten bestehender Villen stark ein.

Vor allem die Vorschrift, dass nur zwei Wohnungen pro Haus erlaubt sind, sei unzeitgemäß, argumentierte Rolf Niese (SPD) im Stadtplanungsausschuss. Investoren und Mieter für derart große Wohnungen ließen sich kaum finden. Auch sei die Verordnung aufgrund der alten Sprache oft schwierig zu interpretieren, sagte Chef-Stadtplaner Klaus Wittmann. Deshalb soll ein B-Plan her, der einzelne Passagen der Landhausverordnung - wie zum Beispiel, dass nur ein Viertel der Grundstücksfläche bebaut werden darf - übernimmt und künftig für mehr "Berechenbarkeit und Vorhersehbarkeit" sorgt, so Baudezernent Arne Dornquast.

Vorteil eines B-Plan-Verfahrens ist zudem, dass die mehr als 50 vom Denkmalschutzamt bereits als schutzwürdig erkannten Gebäude des Villengebiets dann auch tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt werden. Deshalb wird nun ein B-Planverfahren für die Fläche eingeleitet. Sie wird im Norden begrenzt durch das Schillerufer und die Bahnlinie, im Osten durch das Bergedorfer Gehölz, im Westen durch den Gräpelweg und die Chrysanderstraße. Im Süden schließt sie die erste Baureihe der Wentorfer Straße mit ein.

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