Stadtplanung

Schleusengraben: Politik gibt grünes Licht

Bergedorf (knm). Mittlerweile ist der im Wahlkampf von Barack Obama penetrierte Slogan "Yes, we can!" schon für zahlreiche Kontexte zweckentfremdet worden. Dennoch hätte es kaum verwundert, wäre er im jüngsten Stadtplanungsausschuss gefallen.

Denn nach jahrelanger Vorplanung rückt attraktives Wohnen am Ufer des Schleusengrabens, neben Büros, Laboren, Werkstätten und Industriebetrieben in den Bereich des Möglichen.

Der Bezirk hat sich mit der Wirtschafts- und der Stadtentwicklungsbehörde geeinigt, wie die Uferregionen überplant werden können. Hochwertiges Wohnen soll demnach - entgegen vorheriger Bedenken Hamburgs - nicht nur am West-, sondern auch am Ostufer des Schleusengrabens möglich sein. Zudem soll auf der westlichen Uferseite nördlich der Kampbille (Plangebiet Bergedorf 100) ein Mix aus Gewerbe und Wohnen entstehen. Östlich des Wasserwegs sollen sich Gewerbe und Industrie mit sogenannten "höherwertigen Nutzungen", sprich Büros, Labore oder etwa Werkstätten ansiedeln. Wohnen am Wasser soll auf beiden Seiten möglich sein. Der südliche Teil der städtischen Gewerbefläche an der A25 soll vorzugsweise einem großen Industriebetrieb vorbehalten sein.

Die Tragweite dieser Einigung machte Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp deutlich: "Wir sind jetzt einen Riesenschritt weiter." Nun können die städtischen Flächen ausgeschrieben werden. In einem Workshop der Internationalen Bauausstellung (2013 in Wilhelmsburg) werden zudem Bebauungspläne für das Gebiet entworfen und Investoren gesucht.

Krupp warnte aber vor zuviel "Yes, we can"-Optimismus: Es bleibe abzuwarten, was die IBA-Experten empfehlen und potenzielle Investoren wollen. Dennoch: Froh waren alle, dass ein derartig wichtiges Projekt für Bergedorf "endlich soweit ist, dass es losgehen kann", wie es Dennis Gladiator (CDU) auf den Punkt brachte.

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