Pflege

Personalmangel in der Dementen-Betreuung

Bergedorf (upb). Die Betreuung von Demenzkranken soll menschlicher werden. So sieht es zumindest das novellierte Pflegegesetz vor, das Heimen seit Juli 2008 die Anstellung von Mitarbeitern für die "soziale Betreuung" ermöglicht. Ihre Aufgabe: Das Vorlesen, Spazierengehen, Malen, Basteln oder einfach das Plaudern mit den Heimbewohnern.

200 Millionen Euro liegen bei den Pflegekassen bereit. Und Bergedorfs Heime versuchen, den Topf nach Kräften anzuzapfen. "Wir hoffen, 4,5 Stellen für das Moosbergheim schaffen zu können", sagte Leiter Hartmut Grotehans in der jüngsten Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses der Bezirksversammlung. Ob das Vorhaben auch gelingt, stehe allerdings in den Sternen. "Wir hätten gern Personal, das sich im Pflegebereich auskennt, zumindest mit den Abläufen im Heim vertraut ist", sagte Grotehans. "Das können gern Langzeitarbeitslose oder auch Vorruheständler sein. Doch selbst die gibt es kaum."

Das bestätigte Bergedorfs Arbeitsagentur-Leiter Ulf Fock: "Aktuell sind im Bezirk acht Altenpfleger und sechs Pflegehelfer arbeitslos gemeldet. Man kann sagen, der Markt ist leergefegt."

Als Gründe für den Mangel sieht Klaus Krüsmann von der Alzheimergesellschaft die geringe Bezahlung und das schlechte Ansehen der Altenpflegeberufe: "Es gibt seit Jahren zu wenig Auszubildende. Und das sind jetzt die Folgen."

Abgesehen davon traut die Branche dem Millionensegen nicht. Die Befürchtung: Nach dem Wahljahr 2009 kommt der Rotstift. "Das wäre ein Fiasko und in der alternden deutschen Gesellschaft ein fatales Zeichen", warnte Grotehans.

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