Gesundheit

Ende Januar droht eine Grippewelle

| Lesedauer: 2 Minuten
Anne K. Strickstrock

Bergedorf. Halb Bergedorf schnieft. Die wenigen Praxen, die über die Feiertage geöffnet haben, sind knackevoll. Und das wird sich auch im nächsten Quartal nicht ändern, glaubt Dr. Hans-Jürgen Galle. Der Leiter des Bergedorfer Gesundheitsamtes rät, sich umgehend gegen Grippe impfen zu lassen, um hohes Fieber, trockenen Husten und Gelenkschmerzen zu vermeiden: "Das neue Jahr sollte mit einem Piks beginnen."

Bezirkliches Gesundheitsamt rät allen Bergedorfern, sich umgehend impfen zu lassen.

Es gebe in diesem Jahr deutlich mehr Erkältungskrankheiten als im Vorjahr, derzeit seien Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen besonders betroffen, heißt es im Berliner Robert-Koch-Institut. Von einer Grippe-Welle, wie sie derzeit Portugal überrollt, ist in Deutschland indes noch nicht die Rede. Die portugiesische Gesundheitsministerin Ana Jorge gab bekannt, dass landesweit fast 100 000 Menschen innerhalb von nur drei Tagen an der Influenza erkrankt seien. In den Kliniken wurden sogar nicht dringende Operationen verschoben, um Platz für Grippe-Patienten zu schaffen. Eine mittlere Grippe-Häufigkeit meldeten gestern - laut dem europäischen Influenza-Überwachungssystem (EISS) - Bulgarien, Irland, Spanien und Großbritannien. Und bald wird vermutlich auch Deutschland dabei sein: "Bei uns wird die Grippewelle spätestens Ende Januar angekommen sein", glaubt Dr. Galle.

Wer sich gegen das Virus, das jährlich seine Eigenschaften ändert, schützen lassen will, sollte sich also beeilen. Denn es dauert etwa 14 Tage, bis sich der Schutz vollständig aufgebaut hat.

"Wir haben noch genügend Impfstoff und raten allen über 60-Jährigen, sich zu schützen. Auch Menschen, die viel Publikumsverkehr haben, sollten sich impfen lassen", heißt es in der Praxis der Allgemeinmedizinerin Martina Koch-Preißler am Bergedorfer Markt. Nicht nur Bergedorfs Ärzte, auch die Apotheken sind gut gerüstet: "Der Kühlschrank ist voll, wir sind vorbereitet", heißt es etwa bei Ines Marquardts Apotheke am Friedrich-Frank-Bogen. Auch die Medical Center Apotheke an der Alten Holstenstraße hat genügend Impfstoff vorrätig, "allerdings ist die Nachfrage bislang nicht sehr hoch".

Mit einem enormen Ansturm rechnet hingegen das Hamburger Impfzentrum am Beltgens Garten 2 (Borgfelde), das für diesen Freitag, 8 bis 10 Uhr, sogar eine Notfallsprechstunde einrichtet. Wer einen Impfpass und 29 Euro mitbringt, kann sich nächste Woche zu folgenden Zeiten dort impfen lassen: montags zwischen 8 und 10 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr, mittwochs zwischen 14 und 17 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 10 Uhr.

Inzwischen bieten auch zahlreiche Firmen die Impfungen an, die Betriebsärzte sind gewappnet: "Insbesondere das Pflegepersonal in Altersheimen und Krankenhäusern sollte sich impfen lassen. Das Boberger Unfallkrankenhaus hat sich sogar an einem Wettbewerb beteiligt und konnte die Impfquote seiner Angestellten wesentlich erhöhen", sagt Galle.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf