Feiertage

Fürs Fest raus aus dem Krankenbett

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Bergedorf (knm). Ein bisschen ist es wie Weihnachten vor 46 Jahren. Da haben sich Anneliese Matczak und ihr Mann kennengelernt - auf einer Weihnachtsfeier. Ähnlich aufgeregt ist die Seniorin jetzt.

Denn nach einem längeren Krankenhausaufenthalt im Bethesda AK, darf sie zu Weihnachten das Krankenbett verlassen und ihren Ehemann im Pflegeheim St. Franziskus in Schwarzenbek besuchen - wird dort sogar vier Wochen bleiben können, bevor die gelernte Buchbinderin in ihre Wohnung nach Lohbrügge zurückkehrt.

"Nach einer gefährlichen Thrombose in einer Tiefenvene und einem Muskelfaserriss kann ich in Schwarzenbek meine Reha anschließen." Um ihren Mann zu foppen, übermittelte die Seniorin die freudige Nachricht häppchenweise. Sie: "Soll ich dich besuchen?" Er: "Du musst doch im Bett bleiben." Sie: "Das geht schon. Soll ich dann auch eine Weile bleiben?" Er: "Aber das geht doch nicht, hier ist kein Platz mehr frei und mein Bett ist doch leider viel zu eng für uns beide." Sie: "Das lass man meine Sorge sein." Er (liebevoll): "Na dann komm zu mir, mein Stern."

Geschichten wie die von Anneliese Matczak erlebt Diakonieschwester und Pflegedienstleiterin Juliane Niemeyer jedes Jahr um diese Zeit, wenn viele Patienten zu den Feiertagen entlassen werden. 80 von etwa 320 Patienten seien gestern und heute entlassen worden. "Operationen und Untersuchungen sind über die Feiertage grundsätzlich nicht geplant", sagt die 48-Jährige. Deshalb ist die Atmosphäre auf den Stationen etwas ruhiger. Manchmal werden auch einzelne Stationen, zum Beispiel in der Chirurgie, über die Feiertage geschlossen.

Allerdings sei das Krankenhaus jederzeit für Notfälle gerüstet. "Gerade, weil in diesem Jahr die Arztpraxen fünf Tage am Stück geschlossen sind, ist die Notaufnahme voll besetzt." Zeitgleich sind ein Internist, ein Chirurg und ein Psychiater sowie zwei Pfleger vor Ort. Niemeyer selbst hat sogar Heiligabend Rufbereitschaft. Über den Jahreswechsel seien dann oft auch die Stationen wieder voller. "Gerade ältere Menschen vermeiden es, zur Weihnachtszeit ins Krankenhaus zu gehen, wollen in gewohnter Umgebung sein."

Die Einsatzplanung will für diese Zeit gut vorbereitet sein. An der Motivation, auch zu ungewöhnlichen Terminen zu arbeiten, hapere es jedoch nie. Und sogar in der Kantine schlägt sich Weihnachten nieder: Hier wird nämlich Gans und Ente auf dem Speiseplan stehen.

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