Thema der Kirche

Warten auf Gott

Pastor Gottfried Lungfiel

Die Adventszeit ist bei den meisten von uns ganz von der Vorfreude auf Weihnachten bestimmt. Kerzen werden am Adventskranz angezündet. Kekse werden gebacken und geheimnisvolle Päckchen gepackt.

Das ist die eine Seite der Adventszeit. Es gibt noch eine ganz andere. Wer ein wenig mit der Geschichte unserer Kirche und ihrer Feste vertraut ist, der weiß: Advent war in den ersten Jahrhunderten vor allem eine Zeit der inneren Einkehr, der Buße. Adventus - Ankunft - das meinte nicht nur die Geburt des Heilands, sondern mehr noch die Wiederkunft Christi als Weltenrichter. Die Menschen bereiteten sich weniger auf ein fröhliches Geburtstagsfest vor als vielmehr auf den wiederkommenden Herrn. Im Advent bedachten sie ihr Leben im Angesicht des Gerichts.

Advent zwischen dem gekommenen und dem kommenden Gott, das ist nicht nur Vorbereitung auf ein schönes Fest, sondern ein ermutigender Rahmen für unser Leben und Sterben, ein Hoffnungsimpuls für die ganze Welt. Ich zünde die Adventskerzen an. Ich brauche sie, um meine kleinen Hoffnungen und Sehnsüchte daran zu wärmen und um mir klar zu machen: Er, der kommt, ruft uns in nüchterne Verantwortung und stellt uns Aufgaben in dieser Welt. Und wo wir diese Aufgaben wahrnehmen, wird die Zukunft ein wenig heller. Advent heißt: Gott kommt auf mich zu, und darum wird die Welt hoffnungsfroher, wärmer, menschlicher. Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Pastor Gottfried Lungfiel,

Kirchengem. Kirchwerder

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf