Gymnasium Lohbrügge

Eine Mensa für zwei Millionen Euro

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Christine Stanke

Lohbrügge. Englisch in der ersten Stunde, dann Mathe, Geschichte und schließlich noch 90 Minuten Sport: Ein langer Vormittag in der Schule macht hungrig. Damit die Schüler des Gymnasiums Lohbrügge nachmittags satt und ausgeruht in den Unterricht gehen, sollen sie künftig in einer Mensa essen.

Der 600 Quadratmeter große Bau ist in Nachbarschaft zum Bürgerhaus "brügge" an der Leuschnerstraße geplant, wo jetzt noch ein alter Schulpavillon seinen Platz hat. Als Baubeginn peilt die Schule den kommenden Sommer an.

Im Jahr 2010 soll die zwei Millionen teure Mensa eröffnen, hofft GyLoh-Leiter Michael Koops: 1,5 Millionen habe Hamburgs Schulbehörde dafür in Aussicht gestellt, 500 000 Euro möchte das GyLoh aus dem Topf der aktiven Stadtteilentwicklung erhalten. Denn neben einer Mensa soll in dem Neubau auch die Lohbrügger Elternschule Platz finden, Räume für Kurse und Beratungsgespräche nutzen. "Die politische Beschlussfassung dazu steht aber noch aus", sagt Bergedorfs Bezirksamtssprecher Otto Steigleder.

Elternschule und Schüler teilen sich den Platz im geplanten Neubau. "In der Mensa können etwa 400 Schüler essen, bei Bedarf auch mehr", sagt Schulleiter Koops, der gemeinsam mit Eltern und Schülern seit geraumer Zeit für den Neubau kämpft.

Denn für die rund 1300 Gymnasiasten gab es bisher nur in der umgebauten Pausenhalle die Möglichkeit, Mittag zu essen. Dienstags und donnerstags gab es hier warme Mahlzeiten. Von Januar an weitet die Schule das Angebot zwar auf vier Tage pro Woche aus. "Wir haben dort aber nur 100 Plätze, die wir auch beibehalten werden. Das ist viel zu wenig. Deshalb brauchen wir das neue Mensa-Gebäude", sagt Koops.

Die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre hat auch für jüngere Schüler deutlich mehr Unterricht am Nachmittag zur Folge. Auch Förderkurse und AGs zwingen manche, zum Mittagessen in der Schule zu bleiben. So auch Tobi Kallien und Robin Hars aus der fünften Klasse. Beide kommen aus den Vier- und Marschlanden und bleiben an manchen Tagen bis zur achten oder neunten Stunde in der Schule.

"Super, ich freue mich auf die Mensa", sagt Robin und beißt in seinen Hamburger. Voraussichtlich in zwei Jahren muss er den nicht mehr im Stehen essen, sondern kann sich in einen der vier neuen Essensräume an den Tisch setzen.

"Die Räume sollen nicht zu groß, nicht ungemütlich sein", sagt Schulleiter Koops, der sich nur ungern an die Großraum- Mensa seiner Studienzeit erinnert. Der mit Backstein und Holz gestaltete Neubau, der äußerlich dem benachbarten Haus "brügge" ähneln soll, ist deshalb auf zwei Etagen in mehrere kleine Bereiche mit mindestens 32 und höchstens 120 Plätzen aufgeteilt. Für die Oberstufenschüler sind zwei Extra-Räume vorgesehen, wo sie in Freistunden lernen und sich entspannen können.

Die Elternschule soll die Verbindung zum Stadtteil und seinen Aktivitäten erweitern "Wir können uns gut vorstellen, die Mensa abends für Veranstaltungen oder Vereine zu öffnen", sagt der Schulleiter: Er hofft, dass die Schüler in der GyLoh-Mensa nicht nur Essensgeruch, sondern vielleicht auch Theaterluft schnuppern können.

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