Verkehr

Und plötzlich war richtig Winter

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Victoria Kirjuschkin und Sina Vonderweiden

Bergedorf. Um 6.15 Uhr ging es los: Dicke Flocken fielen vom Himmel, bedeckten innerhalb von drei Stunden parkende Autos, Bäume, Sträucher und Wiesen mit einer fünf Zentimeter dicken Schneedecke.

Mit 15 Räumfahrzeugen war die Stadtreinigung gestern seit 6 Uhr früh in Bergedorf im Einsatz.

Mit dem Mittwochmorgen war der Winter nach Bergedorf gekommen. Für viele völlig überraschend. Zwar prognostizierte die Wettervorhersage Schneeschauer, solch einen Wintereinbruch hatte aber niemand erwartet.

"Ich mag den Winter, dann muss es aber auch schneien", sagte Jutta Kugler. Daher störte es sie auch nicht, ihren voll geschneiten Renault Twingo mit einem Besen abzufegen. Wie die 58-Jährige kamen auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Bezirk am Morgen ohne schwere Unfälle zur Arbeit.

"Die Autofahrer haben ihre Fahrweise den Witterungsverhältnissen angepasst", meldete ADAC-Sprecherin Bettina Schmidt. Maximal 100 Kilometer pro Stunde schnell seien die Autos auf der Marschenautobahn A 25 gewesen, überall hätten sie ausreichen Abstand gehalten.

In Bergedorf war auch die Stadtreinigung rechtzeitig unterwegs: "Ab sechs Uhr morgens waren 15 Räumfahrzeuge im Einsatz", sagte Sprecher Reinhard Fiedler. Insgesamt 100 Tonnen Streusalz wurden verbraucht. Genauso schnell geräumt wie die Verkehrsstraßen waren auch die Privatwege. Eigenheimbesitzer, die noch einen Schneeschieber vom Vorjahr im Schuppen hatten, räumten damit ihre Gehwege. Das war sicher ein Grund, dass in der Zentralen Notfallaufnahme des Bethesda Allgemeinen Krankenhauses keine Verletzten durch Schnee- oder Glätteunfälle eingeliefert wurden. Dies bestätigte Krankenhaussprecher Andreas Rasche.

Viel los war dagegen in den Baumärkten, etwa im Bauhaus am Curslacker Neuen Deich. "Ich habe sechs Schneeschaufeln verkauft", berichtete ein Verkäufer gestern Vormittag. Auch Schlitten, Frostschutz und Streusalz gingen über den Ladentisch. Vorbereitungen, die sich bereits heute Morgen ausgezahlt haben dürften. Günter Delfs vom Deutschen Wetterdienst sagt überfrierende Glätte für die frühen Morgenstunden voraus: "Die Plus-Temperaturen von gestern Nachmittag haben den Schnee großteils wegschmelzen lassen. Das wird glatt im morgendlichen Berufsverkehr."

Ein Bilderbuchwinter ist laut Delfs allerdings auch in den nächsten zehn Tagen leider nicht zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten liegt nach seinen Berechnungen bei mageren 20 Prozent.

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