Stadtplanung

Neue Ideen für den Schleusengraben

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Kim-Nadine Meyer

Bergedorf. Mit dem Projekt "Lebensader Schleusengraben" soll es endlich voran gehen. Bereits seit mehreren Jahren überlegen Bergedorfs Stadtplaner, wie die Flächen entlang der Uferseiten des Wasserlaufs zwischen Kampbille und Sander Damm besser genutzt werden können und ob eine Mischnutzung, sprich Wohnen und Gewerbe, möglich ist.

Jetzt müssen Ergebnisse her. Die versprechen sich Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp und Stadtplaner Axel Schneede von einer Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2013 in Wilhelmsburg. In einem sogenannten IBA-Labor sollen Architekten unter Einbeziehung von möglichen Investoren und Grundstückseigentümern realisierbare Konzepte für die Flächen entlang des Schleusengrabens entwickeln.

"Das IBA-Labor ist ein deutlicher Schritt in Richtung Verwirklichung", sagt Stadtplaner Axel Schneede. Im Gegensatz zum Ideenworkshop im Jahr 2005, bei dem Architekten erste Entwürfe machten, sei das IBA-Labor "konkreter, detaillierter und stärker am Markt orientiert". Auch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie, die bereits in Zusammenarbeit mit der IBA erstellt worden ist, werden in der Planung berücksichtigt. "Eine Mischnutzung der Flächen ist wahrscheinlich nur möglich, wenn wir grobkörnig planen, das heißt: Gewerbe und Wohnen nicht im gleichen Gebäude unterbringen", sagt Schneede.

Beplant werden zunächst eine städtische Fläche am Sander Damm, wo zum Beispiel Büros oder Gastronomie entstehen könnten. Außerdem werden sich die Architekten mit den Grundstücken auf West- und Ostseite des Schleusengrabens zwischen Lehfeld und Am Schleusengraben beschäftigen. Sie sind zum Teil in städtischer, zum Teil in privater Hand. "Die Westseite würde sich als Mischgebiet eignen, mit Wohnungen entlang des Ufers. Im Osten würde sich ein Gewerbegebiet anbieten", sagt Schneede.

Das IBA-Labor wird 90 000 Euro kosten und je zur Hälfte aus den Fördergeldern der "wachsenden Stadt" und von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt finanziert. Morgen wird das Projekt zum Schleusengraben, das zusammen mit einer Beplanung des Kaufhauskanals in Harburg umgesetzt werden soll, sowie eine Kooperationsvereinbarung mit der IBA im Stadtplanungsausschuss vorgestellt.

"Für uns ist es attraktiv, Referenzpartner der IBA zu werden, weil so Investoren auf uns aufmerksam werden", sagt Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp. Bis zum Jahr 2013 werden in Wilhelmsburg unter den Oberthemen internationale Stadtgesellschaft, Stadt im Klimawandel und Metrozonen zukunftsweisende Modelle zum Leben in der Stadt von morgen umgesetzt werden. Für das Thema Metrozonen wollen sowohl Bergedorf als auch Harburg eigene Projekte zur IBA beitragen. Mit Metrozonen sind innere Stadtränder gemeint, also zum Beispiel Verkehrsschneisen oder Fluss- und Kanalläufe, wie der Schleusengraben bei uns oder der Kaufhauskanal in Harburg. Voraussetzung für die Partnerschaft: Bis 2013 müssen die ersten Pläne umgesetzt sein, die die Exzellenzkriterien der IBA erfüllen. Das sind zum Beispiel Besonderheit (das Projekt muss eine originelle Note haben) oder Strukturwirksamkeit (das Projekt muss einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Wohn-, Arbeits- und Freizeitsituation leisten).

* Weiter Themen im Stadtplanungsausschuss: B-Planverfahren Billbrook 8/Billwerder 27, B-Planverfahren Kirchwerder 30 und B-Planverfahren Lohbrügge 90. Sitzungsbeginn ist am Mittwoch um 17.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses an der Wentorfer Straße.

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