Bezirksamt

Hickhack um Fahrradbügel

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Bergedorf (he). Nur selten sind von allen Fraktionen getragene Anträge auf so viel Widerspruch gestoßen. Der Vorstoß, das Bezirksamt solle alle möglichen Standort für zusätzliche Fahrradbügel prüfen, stießen bei Bezirksamtsleiter Christoph Krupp und Bergedorfs Verwaltungsdezernent ebenso auf Vorbehalte wie ein schließlich einstimmig beschlossener SPD-Antrag, das Amt solle ein Arbeitskonzept samt konkreter Maßnahmen und Finanzierung für alle Bergedorfer Seniorentreffs entwickeln.

Verwaltungsdezernent Klaus Wolters übte sich angesichts der Mammutaufgaben und mit Blick auf den Antrag zu den Seniorentreffs in wohl dosiertem Sarkasmus: "Es wäre schön, wenn uns die Politik sagen könnte, welche Pflichtaufgaben wir zur Erledigung dieses Antrags zurückstellen sollen." Die Politiker mochten dem "Wunsch" nicht entsprechen, erweiterten vielmehr den Auftrag auf alle Treffs, auch Angebote der Kirchen für Senioren.

Anders zum Thema Fahrradbügel. Der Bezirksamtsleiter bat um Auskunft, was genau und welche Standorte denn geprüft werden sollten. Antwort: Alle die, die Bergedorfs Agenda-21-Arbeitsgruppe erarbeitet hat.

Auskunft dazu und zum präzisen Prüfungsauftrag vermochte Krupp der Vorlage noch immer nicht zu entnehmen. Der bezirkliche Umweltberater habe die Liste, beschied Norbert Fleige dem Verwaltungschef. "Wir brauchen jeweils einige Bügel an vielen Stellen, Radfahrer wollen ihre Räder nicht irgendwo abstellen und weit laufen", begründete der GAL-Verkehrsexperte den gemeinsamen Antrag mit CDU, SPD und der Linken. Die vielen Räder, die vor Karstadt im Sachsentor neben den besetzten Bügeln abgestellt würden, belegten den Bedarf, befand Fleige.

Dass dort nur eine begrenzte Zahl an Bügeln sei, im Umfeld von Fußgängerzonen aber mehr, etwa am Iduna-Hochhaus oder bei Marktkauf, habe einen Grund, mahnte Krupp. "Wir haben ein Konzept", das diene nicht dazu, Radverkehr in Fußgängerzonen zu leiten.

Die Unzulänglichkeit des gemeinsamen Antrags bereitet auch CDU und SPD Bauchschmerzen. "Wir sollten zunächst die Details im Verkehrsausschuss klären", forderte Ausschusschef Lenhard Correll (CDU). "Genau dort gehören Ausschussberatungen auch hin", befand SPD-Fraktionschef Werner Omniczynski.

"Der Antrag gehört in den Papierkorb", meldet einzig Rüdiger-Horst Bambach Widerspruch an. "Nur weil vor Karstadt mehr Räder als Bügel stehen, können wir doch keine solche Diskussion führen", befand der Liberale. "Die Radfahrer sollen dorthin fahren, wo sie fahren dürfen. Und das ist nicht das Sachsentor während der Geschäftszeiten, da waren wir doch alle einig."

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