Hier hat Jugendgewalt keine Chance

Christina Rückert

Bergedorf. Erst eine Streiterei auf dem Schulhof, später ein Raub oder gar eine Körperverletzung: 18 371 Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren waren 2007 laut Hamburger Kriminalstatistik in Straftaten verwickelt. Solche Gewalt schon im Keim zu ersticken, ist das Ziel vieler Schul- und Vereinsprojekte in Bergedorf.

Präventionspreis: Den ersten Platz und 1250 Euro errang die Gesamtschule Bergedorf.

Die besten von ihnen wurden gestern ausgezeichnet: Im Spiegelsaal wurde zum zweiten Mal der "Bergedorfer Präventionspreis gegen Jugendgewalt" verliehen. Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) überreichte die Schecks an die drei Preisträger.

Den ersten Preis sicherte sich die Gesamtschule Bergedorf (GSB), die drei Projekte eingereicht hatte. Mit der Streit-Klärungsstelle, dem Bauwagen (als einem Schul-Treffpunkt, der die Gemeinschaft fördert), und den regelmäßigen Projektwochen "Gewalt, nein danke!" überzeugten sie die Jury aus Bezirkspolitikern, Polizei, Weißer Ring und anderen: Die Schüler konnten einen Scheck über 1250 Euro entgegennehmen.

Platz zwei und 750 Euro gab's für den Sieger von 2006, die Ernst-Henning-Schule, die mit den "Kindertürmen" und dem Tanzprojekt "Step by Step" ebenfalls auf die Förderung des Gemeinschaftssinns setzt. Den dritten Platz und 500 Euro schließlich gingen an die Pestalozzi-Stiftung, die in der Schule Friedrich-Frank-Bogen das Projekt "Power Boys" anbietet - darin arbeiten mehrere Pädagogen mit Jungs aus der dritten und vierten Klasse, zeigen ihnen, wie sie sich bei Streit richtig verhalten oder wie sie es lernen, Gefühle zu zeigen.

Anerkennungspreise (je 200 Euro) gab es schließlich noch für die anderen drei Bewerber, die Pädagogen der "Familienhelden", das Juz Neuallermöhe sowie die TSG Bergedorf.

Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus lobte die Idee des Präventionspreises, der 2006 von der Bergedorfer CDU initiiert worden war und von der gesamten Bezirksversammlung vergeben wird: "Er sollte Vorbild auch für andere Hamburger Bezirke sein", sagte er. Besonders aber sprach der Senator den Schülern seine Anerkennung aus: "Erstaunlich, auf wie viele Arten ihr euch dem Thema genähert habt."

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