Sozialpolitik

Zähneknirschen: Knappe Budgets für Jugendtreffs

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Bergedorf (stri). Dass es nicht ganz ohne Diskussionen zugeht, wenn im Jugendhilfeausschuss 1,57 Millionen Euro für die Kinder- und Jugendarbeit verteilt werden, versteht sich von selbst. Dennoch konnten sich die Politiker in den meisten Fällen einstimmig für die Verteilungsvorschläge des Fachamtes für Sozialraummanagement erwärmen.

Einzig in zwei Fällen machte sich Skepsis breit, ob die Gespräche mit Amtsleiter Sven Dahlgaard tatsächlich so sehr "einvernehmlich" waren. Denn sowohl die Mädchentreffs in Neuallermöhe und Lohbrügge als auch das Jugendzentrum "Unser Haus" ließen ausrichten, dass sie mit dem ihnen zugeteilten Geld nicht auskommen werden.

Zwar sollen die Jugendlichen an der Wentorfer Straße diesmal 35 000 Euro statt wie bisher 28 600 Euro bekommen - "und damit müssen wir zum Glück keinen Konkurs anmelden", so Fabian Behrmann aus der Bürogruppe. Doch "die Mittel reichen absolut nicht aus", sagte Nicolai von Podlewski (GAL). Kathrin Zessin (Jugendzentrum KAP) pflichtete ihm bei: "Die haben gerade mal 100 Euro im Monat übrig, um Wandfarbe zu kaufen oder eine Glühbirne auszuwechseln." Und Michael Böckenholt (Juz Vierlande) ergänzte: "Da geschieht alles ehrenamtlich. Es ist das einzige Jugendzentrum ohne Sach- und Honorarmittel. Es gibt überhaupt kein Geld für die eigentliche Jugendarbeit."

Das weiß Amtsleiter Dahlgaard: "Das Geld deckt nur die Miete, Gas, Wasser und Strom ab. Aber der Verein hat dem Verteilungsvorschlag zähneknirschend zugestimmt." Dennis Gladiator (CDU) wies noch darauf hin, dass durch das Cafe Flop doch Einnahmen erzielt werden können, aber selbst da musste Dahlgaard zugeben: "Die Preise sind sehr günstig, wir sollten den Jugendlichen mal betriebswirtschaftliche Hilfe anbieten." Letztlich wurde der Antrag beschlossen - trotz Zähneknirschen.

Mit anderen Geschützen fuhr der Verein Dolle Deerns auf: Wenn es nicht mehr Geld als im Vorjahr gebe, bleibe der Mädchentreff Lohbrügge freitags künftig geschlossen, hatte Dahlgaard erfahren und machte deutlich: "Das halten wir nicht für vertretbar, ist nicht im Sinne der Lohbrügger Mädchen." Unterstützung erfuhr er von der CDU: Bei verringerten Öffnungszeiten müsse es weniger Geld geben. Andere meinten, man solle zunächst in der Dezember-Sitzung die Dollen Deerns anhören. Gestern war deren Geschäftsführung nicht erreichbar. Schließlich: Der Antrag über 176 911 Euro wurde beschlossen, es müsse aber nachverhandelt werden.

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