Mysteriös

Menschlicher Knochenfund an der Kirche

Sie wussten erst gar nichts mit ihrem Fund anzufangen, packten einfach alles in eine Tüte: Arbeiter, die einen Rohrbruch in der Stadtinformation beheben wollten, haben am Mittwoch bei Erdarbeiten zwischen Hasse-Turm und St.-Petri-und-Pauli-Kirche die Überreste menschlicher Knochen gefunden.

Sind es Gebeine vom alten Friedhof von St. Petri und Pauli? Er wurde vor 177 Jahren geschlossen.

. Erst gestern, einen Tag später, meldeten die Arbeiter den Fund dann doch der Polizei. Sofort eilten Kripobeamte zu der Baustelle.

Schnell konnten die Ermittler jedoch Entwarnung geben: Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Knochen - Teile eines Beckens sowie eines Schädels - um alte Gebeine aus der Zeit handelt, als an dieser Stelle noch ein Friedhof war. Die Knochen wurden an das Institut für Rechtsmedizin geschickt, sollen dort nun auf ihr Alter hin untersucht werden.

Sollten sie tatsächlich aus der Zeit stammen, als für Bergedorfs Verstorbene noch das schmale Areal rund um die Kirche reichte, müssten sie mindestens 177 Jahre alt sein: Bis 1831 war der 2900 Quadratmeter kleine Kirchhof Friedhof. Dann machte eine Cholera-Epidemie die Suche nach einer größeren Fläche unumgänglich. Fündig wurden Bürgermeister und Kirchen-Obere am Gojenbergsweg bei der heutigen Kirche St. Michael.

Doch die Wahl war umstritten. Denn ganz in der Nähe befand sich der Platz für Tierkadaver. Um die Kritiker gnädig zu stimmen, wurde ein neuer Weg zum neuen Friedhof gebaut - der Kirchhofsweg.

Den neuen Ort für die letzte Ruhe nutzten die Bergedorfer nur 76 Jahre: 1907 wurde der heutige Friedhof hinter der Sternwarte eröffnet. An die ursprüngliche Begräbnisstätte bei St. Petri und Pauli erinnern bis heute einige der alten Grabsteine. Sie sind rund um das Kirchenschiff aufgestellt.