Kantorei St. Michael

Französische Romantik in der Kirche

Eine geballte Portion französischer Spätromantik erklang am Sonntag in St. Michael. Dafür sorgte Henrike Schäfer, die neben ihrer Kantorei St. Michael (Bergedorf) die Kantorei Broder-Hinrick (Langenhorn), den Deutsch-Französischen Chor Hamburg und den Elternchor des "Lycée francais de Hambourg" - alle von Rémi Laversanne geleitet - zum gemeinsamen Musizieren auf hohem Niveau eingeladen hatte.

Mit "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Fauré und "Domine, non secundum" von César Franck eröffnete der Chor den stimmungsvollen Abend in der voll besetzten Kirche. Dynamisch feinst abgestuft und einfühlsam kreierten die Chorsänger die einzelnen Werke, betonten in dieser Manier den andächtigen Charakter des "O sácrum conivivium" für gemischten Chor und Orgel von Oliver Messiaen. Kerstin Wolf übernahm die Orgelbegleitung, sorgte dann am Klavier mit der Bergedorfer Flötistin Angela Tenne für stilistisch passendes Kontrastprogramm. Voller Zärtlichkeit die einzelnen Sätze aus "Trios mouvements" von Jehan Alain. Eine fulminante Mischung aus Melancholie, witziger harmonischer Wendungen und brillanter Spieltechnik präsentierten Angela Tenne und Kerstin Wolf mit der Interpretation der Sonate für Flöte und Klavier von Francis Poulenc.

Zum Ausklang ertönte die wohl selten im Hamburger Raum zu hörende "Messe brève" des Pariser Romantikers und einstigen Chordirektors der Pariser Oper, Léo Delibes (1836-1891). Das sakrale Werk des Opern- und Ballettkomponisten begeisterte restlos.

Auch Henrike Schäfer war begeistert - und nutzte den brillanten Abend, um auf die nächsten Konzerte hinzuweisen: "Unsere Kantorei, die sich über neue Mitglieder in allen Stimmlagen freuen würde, ist am kommenden Sonntag wieder ab 10 Uhr im Gottesdienst zu hören. Ebenso am 3. Advent, 14. Dezember, jeweils um 10 Uhr in St. Michael am Gojenbergsweg 26." Am 1. Advent, 30. November, gestaltet die Kantorei im Gemeindehaus ein Advents- und Weihnachtsliedersingen. Beginn: 16 Uhr.