Renovierung

Neue Küche für den Suppentopf

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Christine Stanke

Dieser Topf muss magische Kräfte haben: Blumenkohl, Porree, Reis, Nudeln, Brühe und Putenfleisch verbinden sich in ihm nicht nur zur wohlschmeckenden Suppe. Die Menge im Kessel scheint auch unerschöpflich.

Kirche investiert 15 000 Euro ins Gemeindehaus. Bis zu 120 Bedürftige essen hier kostenlos.

Schließlich müssen all die Menschen satt werden, die in der langen Schlange vor dem Kücheneingang stehen und auf eine kostenlose Mahlzeit aus dem "Bergedorfer Suppentopf" warten.

"Zum Monatsende kommen an einem Mittag fast 120 Gäste", sagt Ulrike Eckert-Riecke, Koordinatorin der "Suppentopf"-Speisung sowie der kostenfreien Lebensmittel-Ausgabe der "Bergedorfer Tafel". Seit der Gründung vor elf Jahren steige stetig die Zahl der Menschen, die auf ein Mittagessen aus dem Topf angewiesen sind. Ursprünglich sollten die ehrenamtlichen Helfer zweimal wöchentlich rund 50 Menschen bewirten, inzwischen hat sich die Menge ihrer Kunden verdoppelt.

Zur gestrigen Schnapszahl, am 11.11., feierte der "Suppentopf" seinen 11. Geburtstag. Als Geschenk bescherte ihm der Betreiber - die evangelische Kirchengemeinde St. Petri und Pauli - eine neue Kücheneinrichtung. "Wir haben hier jetzt einen Kreisverkehr: Die Leute kommen in die Küche, essen hier einen Teller Suppe und einen Nachtisch, dann geht es weiter durch den Flur zur Essensausgabe der Bergedorfer Tafel und von dort wieder vor die Tür", schwärmt Pastor Andreas Baldenius vom Ende der Staus und Drängeleien im Keller des Gemeindehauses.

Hier strahlen die Wände nun sonnengelb statt wie zuvor dunkel-orange. Hinter den Türen der neuen weißen Einbauküche stehen 100 Suppenteller neben Tassen und Gläsern, Teebeuteln und Kaffeepulver. "Es gibt sogar Cappuccino", sagt eine Helferin stolz. Die 25 Ehrenamtlichen versorgen ihre Gäste nicht nur mit Suppe, sondern auch mit einem Lächeln. In der neuen Küche soll eben nicht die triste Stimmung einer Armenspeisung aufkommen. "Die 15 000 Euro teure Sanierung hat aber unser Geld aufgezehrt", bedauert Pastor Baldenius. Rund 2500 Euro fehlen, um die Kosten zu decken. Spender können auf das Konto der Kirchengemeinde St. Petri und Pauli bei der Volksbank Stormarn einzahlen, BLZ 201 901 09, Konto 18 10 30 80, Stichwort: Suppentopf.

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