Freudige Rückkehr ins Standesamt

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Ein ganz besonderes Ehepaar hatte gestern Peter Kurschildgen zu Gast. Der Leiter des Bergedorfer Standesamtes durfte Marianne (73) und Klaus Ohle (77) zu ihrer Goldenen Hochzeit gratulieren.

Dazu kamen sie in die alte Villa an der Wentorfer Straße, die der Architekt 1992/93 selbst umgebaut hatte: "Da gab es noch den Speiseaufzug vom Keller bis hoch in den Speiseraum." Als die benachbarte Messtorffsche Villa 1927 zum Rathaus umfunktioniert wurde, war im heutigen Standesamt zunächst die Bergedorfer Polizeiwache untergebracht. Dementsprechend sachlich und lieblos sah das Haus aus, als Ohle 1992 den Umbau startete. "Ich hatte vom Bezirksamt freie Hand, die Villa zum Standesamt umzubauen", sagt Architekt Ohle.

Und noch viele andere Bauten im Bezirk tragen die Handschrift von Klaus Ohle. Wegen seiner umlaufenden Galerie nannten die Bergedorfer einen seiner Entwürfe "Maggi-Würfel": 1960 wurde das Verwaltungsgebäude der Flachschleifmaschinenfabrik Robert Blohm an der heutigen Kurt-A.-Körber-Chaussee fertiggestellt. "Auch die Gussputzerei habe ich gebaut und später ein Zweigwerk in Rothenburg an der Wümme", sagt Ohle. Anschließend, von 1971 bis 1994, ging Ohle zum Bezirksamt und war architektonisch beteiligt, als etwa die Gesamtschule Kirchwerder gebaut wurde, die Spritzenhäuser von FF Reitbrook und FF Krauel. Fünf Jahre lang betreute er die Modernisierung des AK Bergedorf, hinzu kam die Herstellung der Kellerräume im Bergedorfer Schloss: "Wo heute die Ritterrüstungen ausgestellt werden, gab es noch keine Fußböden, sondern nur Sand", sagt der 77-Jährige, der auch die Einrichtung vom Cafe Möller einbauen ließ.

Das Ehepaar Ohle lebt heute am Höperfeld, in einem 1928 erbauten Haus. "Hier bin ich geboren worden", sagt Marianne Ohle, die sich gern an ihren bekannten Großvater erinnert: "Claus Böge war hier der Dorf-Gendarm und ging mit Säbel und Pickelhaube durch Sande." Weit musste Marianne 1946 nicht gehen, um ihren künftigen Ehemann zu treffen: "Wir lernten uns beim Tanz in der Gastwirtschaft Eckermann am Höperfeld kennen. Das war das Vereinslokal von Bergedorf 85, wo wir beide in der Schwimm-Mannschaft waren." Vier Jahre später wurde geheiratet und es kamen bald Klaus, Volker und Karen zur Welt. Morgen wird es ein großes Familienfest geben: 30 Gäste werden erwartet.

( (stri). )

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