Sachsentor-Anlieger formieren sich

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Der heftige Streit hinter den Kulissen der Einkaufsmeile Sachsentor scheint beigelegt: Am gestrigen Freitag demonstrierten Grundeigentümer und Geschäftsleute Eintracht und reichten den umstrittenen Antrag zur Erneuerung des "Business Improvement District" (BID) Sachsentor beim Bezirksamt ein.

"Die Kritiker des BID 2 sind mit im Boot", betonte Hans-Jürgen Bausewein, der neben Karstadt-Chefin Jutta Unser die Vorbereitungs-Gruppe des neuen Grundeigentümer-Zusammenschlusses leitet.

Tatsächlich sind in dieser Lenkungsgruppe bekannte Bergedorfer Geschäftsleute vertreten, darunter Martina Willhoeft vom gleichnamigen Herrenausstatter, Schuhhaus-Betreiber Friedrich Schüttfort, Elke Timm von Kaffee Timm, Birgit Koch-Schallenberg (Juwelier Jean Koch) und Weinhändler Christoph von Have.

Sie haben mit den insgesamt 140 Grundeigentümern der Region Sachsentor ein Jahr lang verhandelt, um den neuen BID mehrheitsfähig zu machen. Kein einfacher Prozess, denn laut Hamburger BID-Gesetz sind alle betroffenen Eigentümer verpflichtet, den Zusammenschluss und seine Maßnahmen zu finanzieren, wenn sie jetzt nicht widersprechen. Und preiswert wird es nicht: 120 000 Euro jährlich wird das neue BID kosten - und zwar bis 2014. Zum Vergleich: Das erste BID Sachsentor, das im August ausgelaufen ist, schlug in seinen drei Jahren insgesamt mit 150 000 Euro zu Buche.

Doch der Maßnahmenkatalog der Neuaufnahme liest sich deutlich professioneller. So soll es neben der schnellen Entfernung von Schmierereien, den Patrouillen eines Sicherheitsdienstes und bunten Blumenkübeln auch gezielte Werbung für das Sachsentor im Hamburger Osten sowie diverse Aktionen in der Einkaufsstraße geben. Lenken soll das alles ein professioneller Manager, der jetzt per Ausschreibung gesucht wird (siehe: www.bid-1.de ).

"Wir erwarten, dass das BID 2 im ersten Quartal 2009 seine Arbeit aufnehmen kann", sagt Gero Tuttlewski von der Bergedorfer Wirtschaftsinitiative WSB, die Träger des neuen Grundeigentümer-Zusammenschlusses sein wird. Bis dahin muss der BID nun den formalen Genehmigungsweg durchlaufen. Dazu gehört nach der Prüfung der Antragsunterlagen die öffentliche Auslegung vom 19. November bis 19. Dezember im Foyer des Bergedorfer Rathaus-Anbaus, Wentorfer Straße 38 a, anschließend der öffentlich-rechtliche Vertrag und schließlich die Senats-Verordnung.

Für Hans-Jürgen Bausewein gibt es zum BID 2 keine Alternative: "Das ist unsere Chance, durch gezieltes und professionelles Marketing endlich wieder zu dem zentralen Einkaufsstandort des Hamburger Ostens zu werden."

( (upb). )

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