Funkstille um die Bummelbaustelle

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André Herbst

Bergedorf. Die Ruhe ist trügerisch: Am alten ZOB bewegt sich derzeit wenig, dafür werden Fragen zahlreicher, das Grummeln in den Kulissen lauter. Während manche Arbeiten Frost bedingt ruhen, warten Bezirk, Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein und Straßenbauer auf Signale von Fundus: Der Fortgang mehrerer Vorhaben hängt am Investor und CCB-Betreiber.

So soll die B 5 fertiggestellt werden, doch der Bau des Fußgängertunnels darunter, entlang des Schleusengrabens, ruht bereits Monate.

Fundus-Geschäftsführer Helmut Jagdfeld hatte sich kürzlich bei CDU, SPD und GAL eingestellt, um seine Sicht der Dinge darzulegen. Zwischen ihm und dem Bezirksamt herrscht dagegen Funkstille. So hat das Unternehmen zwar die geforderte Bürgschaft für die städtische ZOB-Fläche hinterlegt, auf dem Fundus die CCB-Erweiterung errichten will. Die in großer Eile erstellte Baugenehmigung liegt aber bis heute in Bergedorf. "Herr Jagdfeld hat sie nicht, wie angekündigt, abgeholt, jetzt wird sie ihm offiziell zugestellt", sagt der Stadtplanungsausschussvorsitzende Peter Gabriel (SPD). Damit läuft die dreijährige Frist für den Bestand der Baugenehmigung.

Die vorzeitige Räumung des alten ZOB hat Platz geschaffen, um zeitgleich das CCB-Parkhaus und den alten Bahnhof abreißen zu können, dann parallel den neuen Bahnhof samt darüber liegendem ZOB und die CCB-Erweiterung zu errichten. Doch der errechnete Zeitgewinn von gut einem Jahr schmilzt dahin: Der Parkhaus-Abriss hatte sich verzögerte, jetzt warten Bürger und der von der Bummelbaustelle betroffene Einzelhandel, wann Fundus die Baugrube aushebt. Um so mehr, als Fundus den Eröffnungstermin bereits zweimal verschoben hat - zuletzt auf Herbst 2010. Das Problem: Die vor Jahren abgeschlossenen Verträge sehen einen anderen Bauablauf vor. Fundus ist vertraglich erst verpflichtet, mit der CCB-Erweiterung zu beginnen, nachdem der ZOB fertig ist - geplant ist Dezember 2009.

"In dem Punkt lassen wir keine Verzögerung zu, zu Jahresende muss der Busverkehr über den neuen ZOB fließen", betont CDU-Fraktionschef Dennis Gladiator. Tatsächlich warten die VHH als Bauherr aber auf Nachricht, dass Fundus Mehrkosten für eine Änderung übernimmt, die gleich zu Beginn realisiert werden muss: Eine Rampe im Parkhaus unterm neuen ZOB soll als einzige Zufahrt zur geplanten Tiefgarage unterm neuen CCB dienen.

"Hat Fundus Probleme mit der Realisierung, sollte die Firma jetzt die Karten auf den Tisch legen", fordert Annette Vollmer (GAL). "Dann können wir sehen, woran wir sind. Und auch, ob wir helfen können."

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