Hamburg. Der Deutsche Sachbuchpreis zeichnet Bücher aus, die Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung geben. Diesmal ging es unter anderem um die Themen Klimawandel, Demokratie und den Nahostkonflikt.

Die Historikerin Christina Morina hat für ihr Werk „Tausend Aufbrüche“ den Deutschen Sachbuchpreis 2024 erhalten. Eine Jury wählte „Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren“ (Siedler Verlag) am Dienstagabend in Hamburg unter den acht nominierten Büchern für die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung aus. Die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels würdigt damit zum vierten Mal ein herausragendes Sachbuch in deutschsprachiger Originalausgabe, das Impulse für die gesellschaftliche Auseinandersetzung gibt.

„Demokratien befinden sich auf der ganzen Welt in der Krise, darüber herrscht weitgehende Einigkeit. Die Frage aber, was es eigentlich heißt, Demokratie zu leben, gerät dabei oft in den Hintergrund. Christina Morina nutzt bisher wenig beachtete Quellen, um zu zeigen, wie unterschiedlich sich das Demokratieverständnis in Ost- und Westdeutschland seit den 1980er Jahren entwickelt hat“, heißt es in der Begründung der Jury. Morina liefere überraschende und notwendige Impulse für die aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen. „Ihr Buch riskiert viel, ohne zu polarisieren - Demokratie ist Prozess, kein Zustand.“ Christina Morina (48) ist Hochschullehrerin an der Universität Bielefeld.

Nominiert waren außerdem: Jens Beckert („Verkaufte Zukunft. Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht“), Sebastian Conrad („Die Königin. Nofretetes globale Karriere“), Ruth Hoffmann („Das deutsche Alibi: Mythos „Stauffenberg-Attentat“ - wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird“), Roman Köster („Müll. Eine schmutzige Geschichte der Menschheit“), Frauke Rostalski („Die vulnerable Gesellschaft. Die neue Verletzlichkeit als Herausforderung der Freiheit“), Marcus Willaschek („Kant. Die Revolution des Denkens“), Moshe Zimmermann („Niemals Frieden?: Israel am Scheideweg“).