Kiel (dpa/lno). Die Landespolizei im Norden kann laut Polizeigewerkschaft keine Schießtrainings durchführen. Schuld daran sei die bauliche Situation der Schießstätten. Doch auch ein Sturmgewehr mache Ärger.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die schleswig-holsteinische Landesregierung aufgefordert, die desolate Situation auf den Schießstätten der Landespolizei zu beheben. Dafür müssten zeitnah zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der GdP Schleswig-Holstein, Sven Neumann, am Dienstag in Kiel.

Bereits im September vergangenen Jahres habe die Gewerkschaft die schlechte bauliche Situation auf den Schießanlagen der Landespolizei kritisiert. Derzeit könne nur unter großem zeitlichen und personellen Aufwand die Schießfortbildung durchgeführt werden. Dabei müssten zum Teil lange Fahrtstrecken in Kauf genommen werden, hieß es weiter.

Zudem sei im Februar 2024 ein neues Sturmgewehr vorgestellt worden, mit dem allerdings bisher kein Training abgehalten werden konnte. Zunächst hatte sich durch den Krieg in der Ukraine nach Angaben der Gewerkschaft die Lieferung der Munition für die Waffe verzögert, nun drohe von den gelieferten Geschossen eine Gefahr: So treten diese laut GdP bei einem Schuss in den Boden wieder aus und können durch Abpraller zu einer Gefahr für die Polizistinnen und Polizisten werden. Daher sei in der vergangenen Woche das Training mit der neuen Mitteldistanzwaffe auf allen Schießstätten der Landespolizei untersagt worden. ,

„Die Situation bei den Schießanlangen der Landespolizei bleibt ein einziges Ärgernis“, erklärte der SPD-Politiker Niclas Dürbrook. Es sei nicht hinnehmbar, dass bei der Einsatzfähigkeit und Sicherheit der Beamten Abstriche gemacht werden müssten, weil die schwarz-grüne Landesregierung keinen Weg aus ihrem Planungschaos finde oder falsche finanzielle Prioritäten setze. Daher habe die SPD einen Bericht der Landesregierung für die Innenausschuss-Sitzung am Mittwoch beantragt.