Kiel (dpa/lno). Nicht alle Lehrer in Schleswig-Holstein haben sichere Arbeitsplätze. Ein Teil des Unterrichts bestreiten Vertretungslehrer. Die SPD fordert von der Regierung einen anderen Umgang mit diesen Beschäftigten.

Die SPD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag fordert bessere Perspektiven für Vertretungslehrer. Dazu hat die Fraktion einen Antrag für die Landtagssitzung im Juli eingebracht, wie Bildungsexperte Martin Habersaat am Montag sagte.

Es sei keine gute Lösung, Menschen nach fünf Jahren, in denen sie alle Aufgaben von Lehrkräften wahrgenommen hätten, nicht weiterzubeschäftigen und sie durch andere Beschäftigte ohne entsprechende Erfahrungen zu ersetzen. Die Landesregierung müsse dies ändern.

Daher sollen Vertretungslehrer dem Antrag zufolge während ihrer Arbeitszeit eine Basisqualifikation erhalten. Spätestens nach zwei Jahren sollen die Schulleitungen die Möglichkeit bekommen, ihre Vertretungslehrkräfte, soweit sie sich nicht ohnehin im Lehramtsstudium oder in der Wartezeit für ein Referendariat befinden, für eine Weiterqualifikation zur Lehrkraft anzumelden.

Außerdem müsse es einen Zugang zur Weiterqualifikation geben, der für Schulen und Vertretungslehrkräfte planbar sei. Die Weiterqualifikation solle berufsbegleitend bei reduzierten Unterrichtsstunden erfolgen. In dieser Zeit müssten die Lehrer ebenfalls angemessen bezahlt werden. Auch eine Weiterbildung zur Lehrkraft mit nur einem Unterrichtsfach soll möglich sein, auch für Deutsch als Fremdsprache.

In den Schulen in Schleswig-Holstein arbeiten nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW je nach Schulart durchschnittlich zwischen 10 und 16 Prozent nicht voll ausgebildete Vertretungslehrkräfte. Sie müssten durch Qualifizierungsmöglichkeiten eine entfristete Anstellung erhalten können, forderte die Co-Vorsitzende Kerstin Quellmann. „Die Situation an den Schulen ist absurd. Über den Zeitraum von mehreren Jahren dürfen Vertretungslehrkräfte an unseren Schulen unterrichten. Danach werden sie vom Bildungsministerium entlassen.“