Panten (dpa/lno). Raus aus der „Kita“, rein in die Wildnis heißt es für rund 1000 Mini-Unken. Die stark bedrohten Amphibien wurden vor der Auswilderung in einer Aufzuchtstation groß gezogen. Aus einem bestimmten Grund.

Rund 1000 junge Rotbauchunken sind an mehreren Orten in Schleswig-Holstein ausgesetzt worden. Der Grund für die Auswilderung in zuvor hergerichteten Flächen: Die Amphibien mit dem knallroten Bauch sind eine stark gefährdete Art, die in Deutschland nur noch im Norden und Nordosten vorkommt, wie die Stiftung Naturschutz am Montag mitteilte. Die Umwandlung von Weidegrünland in Acker habe zum Verschwinden der Art geführt. Teiche, die den Unken zur Fortpflanzung und als Laichgewässer dienten, liefen voll Dünger und wuchsen zu.

„Da überlebten nur noch die anspruchslosen Arten wie Grünfrösche, Erdkröte oder Teichmolche“, sagt der Amphibienexperte der Stiftung, Hauke Drews. Rotbauchunken hingegen lieben den Angaben zufolge sonnige, flache und saubere Gewässer ohne Fische, umringt von Blumenwiesen und versehen mit Totholz- oder Steinhaufen.

Rotbauchunken sind in Aufzuchtstation geschlüpft und aufgewachsen

Die nun ausgewilderten Unken stammen aus Laich, der am Salemer Moor und Eichhorst gesammelt wurde. Aufgewachsen sind Laich und später auch die Kaulquappen in einer speziellen Aufzuchtstation. „In der Natur überstehen nur rund zehn Prozent der Unken das Laichstadium, bei der künstlichen Aufzucht sind es über 90 Prozent“, sagte Drews. Fertig verwandelt - von der Kaulquappe zur Mini-Rotbauchunke - werden sie nun im Alter von rund acht Wochen in die freie Wildbahn entlassen.

Die Rotbauchunken haben sich auf der überarbeiteten Roten Liste der Amphibien Schleswig-Holsteins vom Status „vom Aussterben bedroht“ auf „stark gefährdet“ verbessert. Das sei bundesweit einzigartig. Dennoch sei der Weg zu robusten Rotbauchunken-Populationen noch weit, teilte die Stiftung Naturschutz mit.