Kiel (dpa/lno). Joachim Gauck war als Bundespräsident beliebt. Vielleicht gerade, weil er sich stark für die Demokratie und das Zusammenwachsen von Ost und West in Deutschland gemacht hat.

Altbundespräsident Joachim Gauck ist mit dem Schleswig-Holsteinischen Demokratiepreis ausgezeichnet worden. Die Laudatio beim Festakt im Plenarsaal des Kieler Landeshauses hielt am Dienstag Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert. Die Preisverleihung erfolgte durch Landtagspräsidentin Kristina Herbst und den Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein, Oliver Stolz. Mit dem Demokratiepreis zeichnen der Schleswig-Holsteinische Landtag und die Sparkassen des Landes Personen aus, die sich in besonderer Weise um die freiheitlich-demokratische Grundordnung verdient gemacht haben.

Die Jury würdigte nach eigenen Angaben Gaucks langjährigen und vehementen Einsatz für die freiheitliche Demokratie in Deutschland. „Mit unserem früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck ist die Wahl auf einen überzeugten Europäer und hoch anerkannten Streiter für parlamentarisch-demokratische Strukturen gefallen“, hatte Herbst vorab mitgeteilt.

Der Altbundespräsident setze sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit dem Zustand der Gesellschaft und dem Wert liberaler und demokratischer Staatsstrukturen auseinander. Mit Nachdruck weise Gauck immer wieder darauf hin, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei, sondern dass um Freiheit, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit gerungen werden müsse. „Wer einen Blick auf die bisherigen Stationen im Leben von Joachim Gauck wirft, erkennt sehr schnell, dass der Altbundespräsident genau weiß, wovon er spricht“, so die Landtagspräsidentin.