Hamburg (dpa/lno). Sieben Punkte Rückstand hat der HSV auf einen direkten Aufstiegsplatz. Doch vor dem Heimspiel gegen Pokalfinalist Kaiserslautern stellt Trainer Baumgart klar: Er gibt Rang zwei noch nicht auf.

Eines ist vor dem nächsten Heimspiel des Hamburger SV schonmal sicher: Der HSV wird definitiv ausgeruhter in die Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern gehen als der Gegner. Denn die Gäste zogen erst am Dienstag als Zweitligist in das deutsche Pokalendspiel ein. Woraufhin ihr eng mit dem HSV-Boss Jonas Boldt verdrahteter Trainer Friedhelm Funkel ihnen auch noch hinterherrief: „Wenn man jetzt nicht feiert, wann dann. Das sind junge Kerle. Die haben drei Tage Zeit, sich auf das nächste Spiel vorzubereiten.“

Dieses Spiel findet nun am Samstag im Volksparkstadion statt (13.30 Uhr/Sky). Und dem HSV kann es mittlerweile egal sein, ob der Gegner gut, schlecht, fit oder verkatert ist: Er muss womöglich jedes der letzten sieben Saisonspiele gewinnen, wenn er bei sieben Punkten Rückstand auf Platz zwei noch eine Chance auf den direkten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga haben will.

Dass sein Ziel immer noch der Direktaufstieg und nicht ein erneuter Umweg über die Relegation ist, das stellte der Hamburger Trainer am Donnerstag elegant klar. Er flocht dieses Thema einfach geschickt in seine Glückwünsche an den FCK mit ein. „Sie sind in Berlin dabei. Das ist etwas Außergewöhnliches“, sagte Steffen Baumgart. „Und ich hoffe, dass wir es hinbekommen, dass ich auch als Zuschauer dabei sein darf.“

Kurz vor und kurz nach dem Pokalfinale im Mai finden nämlich auch die beiden Relegationsspiele statt. Und mit denen - so Baumgarts Botschaft - will der HSV möglichst nichts zu tun haben. „Falls noch einer fragt, welchen Platz wir anpeilen: Wir sind immer noch dabei!“, sagte er. Dabei im Rennen um Platz zwei.

Der Ton war damit gesetzt für Baumgarts öffentlichen Auftritt vor dem Kaiserslautern-Spiel. Der 52-Jährige schien hörbar genervt zu sein von der Kritik an dem jüngsten 1:1 in Fürth im Speziellen und seiner persönlichen Bilanz von sieben Punkten aus fünf Spielen als HSV-Trainer im Allgemeinen. „Ich hoffe, dass sie keine Zeitung lesen, sondern dass sie mich als Vorbild nehmen: Ich bin gut drauf“, sagte er über seine Spieler. „Ich habe Spaß am Training. Ich sehe, wie die Jungs sich entwickeln und mit viel Feuer im Spiel sind. Trotzdem nervt uns das, dass wir die Punkte nicht geholt haben.“

Ein statistischer belegbarer Vorwurf in Hamburg ist, dass der HSV unter Baumgart weniger Tore schießt und weniger Torchancen kreiert als unter seinem Vorgänger Tim Walter. Und ein unter HSV-Fans weitverbreiteter Anlass zur Sorge ist, dass ihr Team genau in dieser Phase auch noch den erkrankten Torjäger Robert Glatzel erneut durch den weitaus unerfahreneren Ungarn Andras Nemeth ersetzen muss.

Baumgart dagegen kann weder mit der einen noch mit der anderen Klage viel anfangen. „Ich halte ihn für einen richtig guten Stürmer“, sagte er über den 21 Jahre jungen Nemeth. „Ich finde, der Junge macht richtig Spaß und hat einen geilen Abschluss. Im Gegensatz zu dem einen oder anderen bin ich fest davon überzeugt, dass er ein Stürmer sein kann, der uns auf lange Sicht helfen wird. Jetzt hat er die Chance, uns auf kurze Sicht zu helfen. Ich würde mich freuen, wenn er an das glaubt, was ich ihm sage. Und nicht an das, was da manchmal steht.“ Der HSV-Trainer will das Spiel „sehr offensiv angehen“ am Samstag. Das hat er am Donnerstag schon einmal vorgelebt.