Hamburg. Das Optikergeschäft in Deutschland wird von großen Filialketten beherrscht. Zwei Branchengrößen stärken ihr Netz nun durch die Übernahme eines insolventen Onlinespezialisten.

Die Optikerketten Optiker Bode aus Hamburg und Rottler aus dem Sauerland übernehmen die insolvente Hamburger Edel-Optics GmbH samt ihrer 40 Beschäftigten. Das teilte Bode am Dienstag mit. „Edel-Optics hatte im Februar 2024 in Hamburg den Insolvenzantrag gestellt“, heißt es in der Mitteilung. „Zuvor galt Edel-Optics seit 2009 als Pionier im Onlinesegment.“ Das Unternehmen versende in 53 Länder, womit der Onlineshop zu einem der bedeutendsten in Deutschland gehöre.

„Diese Übernahme markiert einen entscheidenden Schritt für beide Unternehmen, um ihre Präsenz im Online-Markt zu stärken und das Angebot für Kunden sowohl online als auch in den Optiker Bode und Rottler Filialen zu erweitern“, hieß es weiter. Alle großen Ketten arbeiten derzeit an einem Ausbau des Onlinegeschäftes. Der Boom des Onlinehandels ist lange Zeit an den Optikern vorbeigegangen, auch weil die Anfertigung von Sehhilfen in vielen Fällen technisch anspruchsvoll ist.

Die Filialen von Edel-Optics in Hamburg und Buxtehude sollen der Mitteilung zufolge Ende April geschlossen werden. In Zukunft werde der Vor-Ort-Service durch die Filialnetze von Bode und Rottler angeboten. „Wir freuen uns für die Mitarbeiter, Kunden und Gläubiger, dass wir mit Optiker Bode und Rottler überaus erfahrene und ambitionierte familiengeführte Unternehmen gefunden haben, die Edel-Optics zum berechtigten Erfolg führen werden“, sagte der Edel-Optics-Insolvenzverwalter Tjark Thies laut Mitteilung.

Rottler mit Sitz im nordrhein-westfälischen Arnsberg und Optiker Bode mit Sitz in Hamburg gehören nach einer Übersicht des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) jeweils zu den zehn größten Filialunternehmen in der Augenoptik.