Themen: Von Norwegen lernen +++ Klinkerbar verlässt Eppendorfer Weg +++ Gastro-Ranking: Block House liegt ganz hinten

Niedrige Stromkosten

15. März: „Von Norwegen lernen. In dem skandinavischen Land fahren über 90 Prozent aller neuen Autos mit Elektromotor“

Ein wesentlicher Grund für die Akzeptanz von E-Autos in Norwegen wird nicht erwähnt: in Norwegen wird Strom ganz überwiegend klimafreundlich durch Wasserkraft erzeugt. Die Stromkosten für Verbraucher sind die niedrigsten in Europa, und auch das beeinflusst und erleichtert beim Autokauf die Entscheidung für ein E-Auto. Was lässt sich daraus in Deutschland von Norwegen lernen?

Wolf-Rüdiger Grohmann

Fehlende Ladeinfrastruktur

Von Norwegen lernen heißt, wie man die E-Mobilität attraktiv gestalten kann. Eine kWh kostet zur Zeit in Norwegen keine 0,20 Cent. Bei uns das Doppelte. Eine Ladeinfrastruktur ist in Norwegen nahezu flächendeckend, bei uns ein Flickenteppich. Die fehlende Ladeinfrastruktur ist ein weiteres Hemmnis für die Akzeptanz, sich ein E-Auto zu kaufen. Abgesehen von Wertverlusten und entfallenen Kaufanreizen, ist in Deutschland für die Mobilitätswende der Hang zum Verbrenner ungebrochen und somit nicht realistisch. Wenn wir von Norwegen lernen wollen, haben wir bei 83 Millionen Einwohnern zu sieben Millionen Einwohnern in Norwegen, noch viel zu tun, um gleichzuziehen.

Thomas Fetzberger, Bargteheide

Absurde Geldverschwendung

13. März: „Ein neues Revier für Walter Wolters. Hagenbecks Ex-Cheftierpfleger übernimmt das Wildgehege Klövensteen“

Sollen tatsächlich wieder einmal die Kinder das Nachsehen haben? Für den Um- und Ausbau des Wildgeheges in Rissen sollen mehrere hunderttausend Euro in die Hand genommen werden, um dort heimische Tiere in Gehege und Volieren zu sperren. Bei den Besuchern soll damit ein Verständnis für die Tiere und für den Schutz der Umwelt geweckt werden. Bei der Gelegenheit wird der heute frei zugängliche Spielplatz vor dem Haupteingang, der bei den Kindern viel Zuspruch erfährt, in das Wildgehege hinein verlegt. Damit werden die Kinder außerhalb der Öffnungszeiten des Geheges, also jeweils die halbe Woche lang, vom Spielplatz ausgesperrt. Sie können dann mit großen Augen durch den Zaun auf den leeren Spielplatz gucken. Welch eine Enttäuschung. Es läuft alles darauf hinaus, dass der Besuch des Spielplatzes sowie des Wildgeheges kostenpflichtig werden sollen. Der neue Leiter des Geheges, Herr Wolters, möchte, dass die Besucher des Geheges begeistert nach Hause gehen. Um Menschen für die Tiere und die Umwelt zu begeistern, sollte man bei den Kindern anfangen. Einen für mehrere hunderttausend Euro angelegten Spielplatz nur für vier Tage in der Woche und dann auch nur bis 16 Uhr zu öffnen, ist nicht nur eine absurde Geldverschwendung, sondern auch eine Missachtung der Bedürfnisse der Kinder, die heute mehr denn je Orte zum Spielen und Toben brauchen.

Karin Lesser, Rissen

Einseitige Darstellung

17. Januar und 13. März: „Klinkerbar verlässt Eppendorfer Weg – Situation angespannt“ und „Klinkerbar will zum Abschied „auf den Putz hauen““

In dem Brief an die Klinkerbar steht ausdrücklich und unmissverständlich, dass sich die Beschwerde der Anwohner nicht gegen den normalen Betrieb der Bar richtet. Unser Brief an die Betreiber und die Hausverwaltung war als Einladung zu einem Dialog gedacht, da uns ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit allen Beteiligten am Herzen liegt. Zum Hintergrund: Am Eppendorfer Weg 58 befinden sich zwei Gastronomie-Betriebe mit Außenbewirtung, die ca. 80 bis 100 Sitzplätze umfasst. Sie ahnen es schon, hier ist im Normalzustand schon ordentlich Trubel. Von den weiteren Gastronomie-Betrieben im unmittelbaren Umfeld möchte ich hier gar nicht schreiben. Wir sind also schon einiges gewohnt (gewohnt passt doch prima in diesem Zusammenhang). Kommen jetzt noch regelmäßig kleine Partys (mit bis zu 250 Gästen) im Außenbereich mit hammerlauter Discomusik und Grill hinzu, ist das Maß für uns schlicht und einfach voll. Sicherlich werden Sie auch unser Staunen verstehen, als wir eine Anfrage (ohne Nennung des Gastronomie-Betriebes) an das zuständige Bezirksamt gerichtet haben. Veranstaltungen mit Musik und Grillen werden in Außenbereichen nicht genehmigt und ggfs. mit Bußgeldern geahndet. Macht Sinn, denn wenn jeder Gastronom, der mal zwischendurch einen Umsatzpush braucht zu diesem Mittel greift, war es das mit wohlverdienter Ruhe nach einem anstrengenden Arbeitstag. Da schaffen auch keine verkehrsberuhigten Zonen oder flüsterleise E-Autos einen Ausgleich mehr. Die Story von den guten Gastronomen, die von schlechten, spießigen oder whatever Anwohnern vertrieben werden, hat also zwei Seiten, auch wenn sie von den Betreibern gern einseitig dargestellt und von der Presse so wiedergegeben wird.

Peter Eilers

Beim Steak fehlt jeder Zusatz

13. März: „Gastro-Ranking: Block House liegt ganz hinten. Steakhauskette fällt bei manchen Experten durch: zu wenig Vegetarisches“

Das ist nun wirklich der Gipfel an Schwachsinn, wenn eine Steakhousekette auf ihr Angebot an vegetarischen Produkten getestet wird und – oh Wunder – auf dem letzten Platz landet. Dass diese veganen Burger und Produkte nur so von chemischen Zusätzen und Additiven strotzen, wird nicht kommentiert. Unter anderem enthalten sie Zusätze von Methylcellulose – auch bekannt unter dem Namen Tapetenkleister. Man braucht sich nur mal die Zutatenliste dieser Produkte ansehen und versteht diese nur, wenn man Chemie studiert hat. Im Gegensatz zu einem Steak, da fehlt jeder, aber auch wirklich jeder Zusatz. Guten Appetit, liebe Veganer, beim Verzehr dieser Chemiebomben.

Karl Georg Imke

Bevormundung

Da ist sie wieder, die Bevormundung. Nur die Vegetarischen werden besser bewertet als ein reines Steakhaus. Man sollte alle gleich bewerten nach der Anzahl der Fleisch- und vegetarischen Gerichte. Aus meiner Erfahrung darf man beim vegetarischen Restaurant nicht nach einem echtem Fleischgericht fragen. Die Reaktionen sind dann eindeutig negativ. Aber man verlangt und setzt voraus, dass ein Steakhaus auch vegetarisches Essen auf der Karte hat.

Dieter Schemberger

Das war völlig unangemessen

12. März: Kommentar: „Caren Miosgas TV-Ereignis. Wie die Moderatorin den Politik-Talk neu erfand“

Zu Recht loben Sie das neue Format bei Caren Miosga, das mit Einzelgesprächen viel mehr Raum und Zeit lässt für gute und erhellende Gespräche. Leider hat aber Frau Miosga im Ansatz den Moderationsstil von Lanz übernommen, nämlich den Gesprächspartner in die Enge zu treiben und bloßzustellen. So wurde Frau Baerbock wiederholt bedrängt, sich illoyal gegenüber dem Bundeskanzler in Sachen Taurus zu verhalten Ganz besonders traf dies beim Gespräch mit Herrn Ramelow zu, den sie wirklich mit seinem Handicap Legasthenie gleich zu Beginn vorgeführt hat. Das hätte man erwähnen können, aber auf jeden Fall in respektvoller Form. Sie hat ihm mit Art und Ausmaß der Befragung geradezu den Status eines Behinderten verpasst. Das war völlig unangemessen und empörend. Politisches Bashing und Diskreditierung erfahren unsere Politiker mehr als Genug in diesen schwierigen Zeiten. Ein gutes Beispiel für empathische und wertschätzende Interviewführung bietet zum Beispiel seit Jahren Giovanni di Lorenzo und neuerdings auch Louis Klamroth.

Angelika Kessenhagen-Koch,

Peter Koch

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