Themen: Wie eine neue Wehrpflicht aussehen könnte +++ Handy-Regeln an Hamburger Schulen +++ Aktiendeal zur Rentensicherung.

Dienstpflicht ja, aber für alle

7. März: „Wie eine neue Wehrpflicht aussehen könnte“

Ich habe in der Bundeswehr im Schneekatastrophenwinter bei dem Schweren Pionierbataillon 620 in Schleswig an der Waffe gedient. Es war nicht alles Gold und es hat mich schon persönlich herausgefordert. Aber ich stand und stehe für diesen Dienst an meinem Land und seinen Menschen. Aber es muss eine Dienstverpflichtung für alle sein. Egal ob Mann oder Frau, und sogar eingeschränkt Arbeitsfähige sind in der Lage an einem PC ihren Dienst zu versehen. Und diese „Wehrpflicht“ muss auch die Menschen, die bei uns einwandern oder Asyl finden, einbeziehen. Das wäre eine Eintrittskarte in unsere Demokratie, die automatisch Akzeptanz und Integration stark befördert. Gleiche Rechte aber auch Pflichten für alle!

Manfred Puls

Diplomatie statt Kriegstreiberei

5. März: „Zitat des Tages: ,Ich bin der Kanzler, und deshalb gilt das‘“

Scholz hält trotz aller Kritik an seinem „Nein“ zur Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine fest. Trotz aller Kritik? Ich persönlich bin froh, dass der Kanzler das gesagt hat. Kritisch sehe ich vielmehr, dass sich deutsche Generäle vom Hotelzimmer aus übers Hotel--WiFi über die Lage von Brücken in der Ukraine so freimütig unterhalten. Vermutlich haben diese Herren nichts zu befürchten. Über Sanktionen irgendwelcher Art gegen die Generäle habe ich nirgendwo gelesen. Wir sollten uns nichts vormachen, Russland versucht so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Genauso wie die USA und die BRD auch. Wir sollten uns weniger von Kriegstreibern leiten lassen (und da gehört selbstverständlich Putin auch zu) und uns mehr auf Kriegsvermeidung konzentrieren. Diplomatie und Feinfühligkeit sind hier angesagt.

Carla Laumann-Ebbers

Vorbild Österreich

6. März: „Regierung kauft Aktien auf Pump und will damit die Rente sichern“

Bei den Renten sollten wir uns an Österreich orientieren. Dort muss jeder in die Rentenversicherung einzahlen, auch Selbstständige, Politiker und Freiberufler. Die Renten in Österreich sind wesentlich höher als bei uns. Als Mittel gegen die Altersarmut sollten wir eine Mindestrente einführen. Die jetzige Reform sieht vor, einen Kapitalstock aufzubauen und damit eine Rendite von acht Prozent zu erwirtschaften. Das ist sehr optimistisch oder anders gesagt abenteuerlich. Die Riester-Rente hat nicht funktioniert. Ob dieses System funktioniert, möchte ich bezweifeln.

Uwe Buchholtz

Reißerische Titelzeile

Immer wieder ärgere ich mich über reißerische Titelzeilen des Hamburger Abendblatts. Statt den Kampf um die höchste Aufmerksamkeit auszufechten, wäre es so enorm wichtig, dass unsere Medien unterschiedliche Handlungen und Theorien kritisch und rational ins Licht rücken und so sachliche Diskussionen in Gang bringen. Mit manipulativer Sprache – wie „kauft Aktien auf Pump“ – ist der Sache und Politkern wie Bürgern beim Thema Rente überhaupt nicht geholfen. Im Gegenteil!

Clara-Maria Arndts

Handyeinsatz beschränken

6. März: „Das Handy muss über Nacht in der Schule bleiben. Diese Verbote und Regeln gelten an Hamburger Schulen“

Da bekommt man ja Mitleid mit dem „armen“ Handy – wie unmenschlich, über Nacht in der Schule eingeschlossen – und der Aufschrei folgt auch sogleich, das Handy werde ja auch als Fahrkarte genutzt. Vielleicht sollten Schüler mit der Fahrkarte (auf dem Handy) etwas sorgfältiger umgehen. Ein Lerneffekt träte umgehend ein. Der Wunsch, das Handy in der Schule streng zu reglementieren, hat jedoch einen ernsten Hintergrund, der im Artikel nur kurz erwähnt wird – und zwar den des Missbrauchs (Videos im Unterricht schauen, Spiele spielen, illegale Mitschnitte, Mobbing, Konsum illegaler und nicht jugendfreie Inhalte). Darüber hinaus sind die „mobilen Endgeräte“ Ursache für eine weit verbreitete und immense Konzentrationsschwäche. Tatsächlich eignen sich Handys kaum für Arbeit im Unterricht – hierfür benötigt man Tablets/Laptops. Wir sollten uns ein Beispiel an unseren skandinavischen Nachbarn nehmen, die den digitalen Unterricht wieder stark zurückfahren – u.a. wegen der erwähnten Nebenwirkungen. Die Elternkammer setzt auf Aufklärung statt Durchsetzung des Handyverbots. Hört sich gut an, jedoch wird ein Mediensüchtiger wohl kaum von seinem Handy lassen. Man sollte sich entscheiden, was man möchte: Den einfachen Weg des unkontrollierten Missbrauchs von Medien in der Schule oder den unbequemen Weg, der von den Lehrkräften durchgesetzt werden muss. Erfahrungsgemäß spricht sich ein konsequentes Einsammeln von Handys erstaunlich schnell in der Schule herum.

Christian Martens

Mehr Augenmaß, bitte

5. März: „Ziviler Ungehorsam: Oldtimer-Fans reicht es. Autofreunde treffen sich illegal auf dem Blankeneser Marktplatz – als Protest gegen Auflagen der Behörde“

Ich habe an mehreren dieser Oldtimer-Treffen teilgenommen und kann daher bestätigen, dass es sich hierbei um eine absolute Attraktion für Teilnehmer und Passanten handelt. Laut Bezirksamtsleiterin von Berg darf die Fläche nicht einfach freigeben werden? Warum gibt es auf einmal eine Sondernutzung, die vor dem Umbau des Platzes nicht bestand? Hat man bei den Grünen schon mal etwas von politischer Flexibilität gehört? Etwas mehr Augenmaß wäre hier wünschenswert. Zumal hier der normale Straßenverkehr und der Übergang über den Marktplatz zu keiner Zeit behindert wird.

Malte Gumpricht

Schöne Stadtteilbelebung

Manchmal habe ich den Eindruck, dass unsere grünen Spitzenpolitikerinnen und -politiker unter Unterzuckerung litten, als sie ihren Amtseid leisteten – ähnlich wie damals Innenminister Friedrich Zimmermann (Der Ex-Innenminister war 1960 wegen Meineids verurteilt, aber in zweiter Instanz 1961, nach einem medizinischen Gutachten, freigesprochen worden. Es bescheinigte ihm für den Zeitpunkt des Eides eine wegen Unterzuckerung verminderte geistige Leistungsfähigkeit, Anm. d. Red.). Anders kann man sich die Diskrepanz zwischen geschworener Verpflichtung und den Bürgerinteressen nicht erklären. Zwar ist auf den meisten behördlichen Webseiten zu lesen: „Wir sind für Sie da, wir operieren bürgernah“ und „One face to the customer“, aber die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Ein gutes Beispiel ist der von Frau von Berg vorangetriebene Umbau der Reventlowstraße für 4,5 Millionen Euro gegen Bürger- und Politikerinteressen. Für diesen Betrag könnte man ungefähr einen Kilometer Landesschutzdeich bauen oder ca. 20 Spielplätze ausstatten. Eine weitere Posse aus dem Bezirksamt Altona ist die Unterbindung eines losen Treffens von Oldtimerfreunden auf dem Blankeneser Marktplatz, das einmal im Monat stattfindet. Hier freuen sich nicht nur Besucher und Gleichgesinnte über die Zeitzeugen unserer Kultur (Oldtimer sind Kulturgut!), sondern auch die Betreiber der umliegenden Cafés und Eisdielen über die Gäste. Gegen diese schöne Stadtteilbelebung wird aus dem grünen Rathaus mit Argumenten zu Felde gezogen, die kaum mehr nachvollziehbar sind. Mag sein, dass mit dem Umbau des Blankeneser Marktplatzes auch eine Nutzungsumwidmung erfolgte. Gleichwohl sollte jede gute Verordnung, Richtlinie usw. Ausnahmetatbestände ausweisen und Ermessensspielräume zulassen. Eine entsprechende gute handwerkliche Arbeit auf diesem Gebiet ist für mich leider nicht erkennbar. Erfreuen wir uns also weiterhin an einem Einöd-Marktplatz im Zentrum von Blankenese?

Thomas Gaumert

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