Themen: Um das Berliner Tor soll es attraktiver werden +++ Die Woche der Streiks +++ Günstige Deutschlandtickets für Studenten.

Fotos sind nicht vergleichbar

6. März: „Rund um das Berliner Tor soll es attraktiver werden. Bisher dominiert tristes Grau: Viele Hamburger kennen das Berliner Tor als unwirtliches Areal mit viel Verkehr. Das soll sich ändern“

Die beiden Fotos sind doch überhaupt nicht vergleichbar. Das eine ist ein Winterbild, ohne grün an den Bäumen. Wenn man genau hinsieht, ist der Baumbestand in etwa derselbe, wie in der manipulierten Aufnahme, nur dort mit grünen Bäumen. Es wurden auch noch die Proportionen der Gebäude verändert. Nämlich kleiner. Dann noch ein Farbfilter und schon sieht alles schön aus. Der Autoverkehr wird sich dort auch nicht wesentlich reduzieren lassen, da dies ein wichtiger Zubringer zu einer von nur zwei Elbquerrungen ist und eine wichtige Ost-West-Verbindung. Und die 170.000, die dort täglich um-, ein- und aussteigen, fahren zur Arbeit oder nach Hause. Da will niemand verweilen. Ich glaube, wir haben Wichtigeres in unserer Stadt zu tun.

Stefan Timm

Wer will dort verweilen?

Ich wüsste nicht einen Grund, warum ich nach Umgestaltung um das Berliner Tor dort „verweilen“ möchte. Insbesondere der Bahnhofsbereich ist und bleibt ein wichtiger Umsteigepunkt von U- und S-Bahnen, die Menschen wollen schnell zur Arbeit oder nach Hause. Mehr Grün ist grundsätzlich zu begrüßen, löst aber keine Verkehrsprobleme. Der überbordete Busverkehr z.B. könnte durch die Reaktivierung der immer noch vorhandenen Straßenbahntrasse deutlich entlastet werden. Die Strecke könnte via Elbbrücken bis Veddel/Kirchdorf führen und als dritte Schienenverbindung nach Süden die Elbquerung verbessern. Das SPD-Stadtbahn-Denkverbot blockiert leider immer wieder sinnvolle, praktische und bezahlbare Mobilitätslösungen.

Jens Ode

Bürger in Geiselhaft genommen

5. März: „Die Woche der Streiks. Gewerkschaften rufen Bahn und Lufthansa gleichzeitig zum Ausstand auf. Am Donnerstag geht es los“

Die Streikwellen im Verkehrswesen, die unser Land seit Wochen heimsuchen, sind so nicht mehr hinnehmbar. Die Sicherung eines zuverlässigen Verkehrswesens ist unstrittig eine wesentliche Säule der Funktionsfähigkeit der Wirtschaft, die momentan ohnehin mit erheblichen Belastungen zu kämpfen hat und im internationalen Vergleich, zumindest in einigen Branchen, den Anschluss zu verlieren droht. Tarifliche Maximalforderungen, die mit Streikmaßnahmen kompromisslos durchgesetzt werden sollen, und bei denen die Bürgerinnen und Bürger in Geiselhaft genommen werden, dienen nur dem Ego eines Gewerkschaftsführers und gefährden auf der anderen Seite die Leistungsfähigkeit dieses Landes. Es ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Politik gefordert ist zu handeln. Es müssen endlich Maßnahmen getroffen werden, um in dem Bereich der sensiblen Infrastruktur, also auch und besonders im Verkehrswesen, eine Einschränkung des Streikrechts zu gewährleisten. Ein funktionierendes Verkehrswesen gehört mit zur Daseinsfürsorge unserer Bevölkerung.

Dr. Karl-Dietrich Stahmer

Unverhältnismäßiger Ausstand

Vielleicht wird langsam auch dem Letzten klar, was sich bereits zu Beginn der Tarifrunde abgezeichnet hat: Herr Weselsky will keine Verhandlungen, sondern ein Diktat. In einer Situation, in der das Unternehmen Bahn mit riesigen Problemen zu kämpfen hat, um selbst in streikfreien Zeiten den Betrieb einigermaßen aufrechtzuerhalten, dem Arbeitgeber noch massive zusätzliche Kosten weit über der Inflationsrate aufzuhalsen, finde ich unverhältnismäßig und unverantwortlich. Letztlich müssen die Forderungen nicht nur von den Bahnkunden bezahlt werden, sondern von allen Steuerzahlern durch die Zuschüsse des Bundes an die Bahn. Herr Weselsky nimmt offensichtlich aus persönlicher Eitelkeit das gesamte Land in Geiselhaft ohne einen Funken Kompromissbereitschaft zu zeigen. Und anscheinend gibt es in der gesamten Mitgliedschaft der Gewerkschaft auch niemanden, der mit mehr Verstand agiert als der Vorsitzende. Mir fehlt jedenfalls komplett das Verständnis für die GDL.

Eike Antje Oldenburg

Vorbild „Eiserne Lady“

Vor wenigen Jahrzehnten habe ich in England erlebt, dass die Wirtschaft und andere Bereiche weitgehend bestreikt wurden. Als auch noch die Mini-Gewerkschaft der Heizer auf einer Elektrolok (Dampfloks waren schon nicht mehr im Einsatz) einen Streik ausrief, riss der „Eisernen Lady“, Premierministerin Maggie Thatcher, der Geduldsfaden. Im Eiltempo peitschte sie ein Gesetz durchs Parlament zum Verbot von Mini-Gewerkschaften. Das ganze Land profitierte von dieser Gesetzgebung. Die Zeit ist überreif, dass so etwas auch in unserer Republik erfolgt. Und unser Parlament sollte sich schämen, sich seine Diäten um etwa sieben Prozent einfach so zu erhöhen.

Gerd Kuchenbecker, Wedel

Und die Auszubildenden?

4. März: „Günstige Deutschlandtickets für 85.000 Hamburger Studenten“

Und die Auszubildenden? Bekommen die kein günstiges Deutschlandticket? „Für mehr Freiheit, um in ganz Deutschland bequem und nachhaltig unterwegs zu sein“. Die Auszubildenden brauchen das wohl nicht, weil sie arbeiten oder wie soll man das verstehen? Ich habe mich auch gewundert, dass die Heizungspauschale auch nur für Studenten galt und nicht für Auszubildende. Wie kann das angehen?

Traute Krämer

Chinas Einfluss könnte helfen

1. März: „Dohnanyi am Freitag: Scholz muss beim Nein bleiben. Hamburgs Altbürgermeister im Gespräch. Heute über die Uneinigkeit mit Macron“

Friedensverhandlungen mit Russland, wie sie Dohnanyi im Gespräch mit Matthias Iken vorschlägt, sind wahrlich erstrebenswert. Mit Russland! Aber eben nicht mit Putin. Es kann doch nicht im Sinne Dohnanyis sein, die Ukraine preiszugeben. Doch das wäre wohl die Voraussetzung, weil Putin in der Ukraine ein Stück Russland sieht. Sein brutales Durchsetzungsvermögen, im Vernichtungswahn eingebettet, hat er im Tschetschenien-Krieg und im Umgang mit seinen innenpolitischen Gegnern mehr als genügend unter Beweis gestellt. Und zeigt es derzeit im Raketenkrieg auf die Städte der Ukraine. Für den laienhaften politischen Beobachter sieht es derzeit so aus, dass sich das diktatorische „Machtsystem Putin“ nicht in einer Abwärtsbewegung befindet. Nur China wäre wohl in der Lage, seinen Einfluss für Veränderungen geltend zu machen. Spätestens hoffentlich dann, wenn Drohungen eines taktischen Atomwaffeneinsatzes in beängstigende Nähe der Umsetzung rücken, nämlich dann, wenn Putin im Ukraine-Krieg aus seiner Sicht mit dem Rücken an der Wand steht.

Folkert Bildhauer

Putin will keinen Frieden

Wieder einmal bietet Herr Iken dem Herrn von Dohnanyi eine Plattform, seine antiamerikanischen weltfremden Thesen über den Umgang mit Putin zu verbreiten. Wieder einmal fordert Herr von Dohnanyi, dass es Deutschlands Friedensaufgabe sei, mit Russland Verhandlungen aufzunehmen, anstatt die Ukraine mit Waffen zu unterstützen. Ja, ich bin auch für Gespräche und Friedensverhandlungen mit Russland, aber nach allem, was man weiß, will Putin keine Gespräche und keinen Frieden, sondern seinen Krieg gewinnen und die Sowjetunion in den alten Grenzen wieder herstellen. Dagegen hilft nur Abschreckung durch Aufrüstung oder Kapitulation. Will Herr von Dohnanyi, dass die Ukraine kapituliert und von Putin „gesäubert“ wird?

Gerd Jobmann

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