Themen: Günstige Deutschlandtickets für Stundenten +++ Prüfpflicht für Abwasserrohre +++ 134 Wohnungslose am Garstedter Weg.

Vergünstigung auch für Rentner

4. März: „Günstige Deutschlandtickets für 85.000 Hamburger Studenten“

Es ist sehr gut, dass nun Studierende mit den verbilligten D-Tickets von steigenden Lebenshaltungskosten entlastet werden. Ein Beispiel für die nötige Verbindung von ökologischer Transformation und sozialer Verbesserung. Wann in Hamburg kommt die Ausweitung vergünstigter D-Tickets auf Rentner und Rentnerinnen? Viele von ihnen sind durch die Inflationsentwicklung stark betroffen und müssen sich einschränken. Ein vergünstigtes D-Ticket wie z.B. in Mecklenburg-Vorpommern wäre hier eine willkommene Entlastung.

Wolfgang Völker

Drastische Bußgelder androhen

2./3. Februar: „Prüfpflicht für Abwasserrohre – Hauseigentümer sauer auf Senat“

Die Prüfpflicht für Abwasserrohre besteht schon etliche Jahre – sie läuft hoffentlich auch nicht ab. Wie viele Eigentümer dieser Pflicht bis heute nachgekommen sind, ist nicht bekannt, weil nur wenige dies gemeldet haben. Wie viele eine Prüfung veranlasst haben, ist ebenso wenig bekannt. Aber warum ist es ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die dieser Pflicht nachgekommen sind? Es sind jene anzuklagen, die diese Pflicht nicht regelmäßig überprüfen. Ich habe vor zwei Jahren eine Prüfung beauftragt, es wurde eine potenzielle Schadstelle gefunden, repariert, und die Leistung bezahlt. Und ich habe das nicht gemeldet. Wer weiß, wie viele Schäden in ungeprüften Anlagen bestehen – die ggf. sogar das Grundwasser verseuchen. Es sollten drastische Bußgelder und regelmäßigere Stichproben angedroht werden. Ein Gesetz bleibt ein Gesetz, auch wenn es nicht ständig kontrolliert wird.

Jürgen Krüger

Nachweise nur auf Anfrage

Ich habe eine Dichtheitsprüfung fristgerecht durchgeführt und die Abwasserleitung sanieren lassen. So wie ich die Anschreiben der Behörde verstanden habe, muss ich die Nachweise lediglich 25 Jahre aufbewahren und auf Anfrage vorweisen können. Ich erwarte so eine Anfrage nicht unbedingt, da es keinen Anlass gibt. Da bin ich bestimmt nicht allein, aber das ärgert mich auch nicht. Man ärgert sich doch auch nicht, wenn man keine Steuerprüfung erlebt, nachdem man alles korrekt angegeben hat. Ich denke, dass sehr viel mehr Dichtheitsprüfungen durchgeführt wurden als der Behörde bekannt sind.

Wolfgang Mehnen

Befremdlicher Unterton

Bin ich nun als pflichtbewusster Eigentümer der Dumme, weil ich diese Prüfung und Reparatur habe durchführen lassen und die nicht unerheblichen Kosten getragen habe? Dieser Unterton der Darstellung des Grundeigentümerverbands im Abendblatt befremdet mich. Es war von Anfang an klar, dass die Ergebnisse nur auf Antrag der Behörde vorgelegt werden müssen. Die Plicht sich an Recht und Gesetz zu halten gilt für alle, unabhängig von der möglichen Kontrolle. Bin ich dann etwa auch der Dumme, wenn ich mich dort an Tempolimits halte, wo nicht geblitzt wird? Was für eine Welt hätten wir dann? Unsere Umwelt schützen wir dann am besten, wenn wir alles tun, um Verschmutzung zu vermeiden, nicht nur die gesetzlich geregelten.

Ulrich Sommer, Hamburg-Niendorf

Auf den Punkt gebracht

2./3. März: „Hamburger KRITiken: Die unheilige Allianz der Woken. Jetzt kommt auch Otfried Preußler auf den Index: Ein Gymnasium möchte nicht mehr nach ihm benannt sein“

Der Artikel von Herrn Iken trifft es auf den Punkt! Man kann doch nicht alles auszulöschen versuchen, was im jeweiligen Zeitgeist geschehen, getan oder geschrieben wurde. Das fängt bei Straßennamen an und hört bei dem Inhalt von Büchern und den Biographien ihrer Schreiber auf. Haben diese Leute nichts Wichtigeres zu tun? Sie sollten sich meines Erachtens mehr mit den aktuellen Problem auseinandersetzen, von denen wir nun wirklich genug haben.

Ina Behrens

Was braucht der Hafen?

2./3. März: „,Der Beton hat Krebs, die Brücke ist krank‘. Während immer mehr Hamburger für den Erhalt der aktuellen Köhlbrandquerung unterschreiben, verschlechtert sich der Zustand des Wahrzeichens. Ein Ortsbesuch“

Die Debatte um die Köhlbrandbrücke darf nicht aus Einzelinteressen heraus geführt werden. Mit Blick auf ökologische und wirtschaftliche Notwendigkeiten sowie die Klimaziele wäre es jetzt zwingend geboten, alle Verkehrsinfrastrukturvorhaben vor dem Hintergrund eines sich dauerhaft auf niedrigem Niveau einpendelndem Umschlagsvolumens im Hamburger Hafen zu bewerten. Zudem: Hamburg muss – egal ob Tunnel oder Brücke – die Hälfte einer neuen Köhlbrandquerung schultern. Allein das wird den hanseatischen Haushalt zwei bis vier Milliarden Euro kosten. Aber was braucht der Hafen tatsächlich? Eine solide Ost-West-Verbindung ist unstrittig. Statt aber im Hamburger Süden rund 2,5 Milliarden Euro in eine ökologisch wie verkehrlich aus der Zeit gefallene A26-Ost zu investieren, sollte sich Hamburg lieber beim Bund dafür einsetzen, eine nördliche Ost-West-Verbindung zu realisieren und finanzieren zu lassen: nämlich die auf dem Roß- und Veddeler Damm – dort, wo Hafenaktivitäten tatsächlich noch stattfinden. Während Bürgerinnen und Bürger angesichts vielfältiger Veränderungen aufgefordert sind, sich stetig anzupassen, muss auch Hamburger Politik umdenken und angesichts fundamentaler Veränderungen der Rahmenbedingungen Projekte ideologiefrei auf den Prüfstand stellen. Dabei kann ein teurer, aber verkehrlich besserer Köhlbrandtunnel herauskommen, der dann in einer Gesamtschau auch dann besser ist, wenn auf die A26-Ost angesichts der negativen Flächen- und Klimawirkung verzichtet wird.

Malte Siegert,

NABU Landesverband Hamburg

Soziales Lernen „by the way“

2./3. März: „Ansage an Niendorfer: ,Welt ist kein Bullerbü‘. Anwohner äußern ihre Ängste vor bald 134 Wohnungslosen am Garstedter Weg“

Die Welt ist kein Bullerbü, für viele schon lange nicht mehr und für einige Menschen war es das noch nie. Ich schäme mich für die Niendorfer. Wo wollen sie abgeholt werden? Sind ihnen Nachrichten nicht zugänglich? Oder haben sie noch nie Bullerbü verlassen, um in der Innenstadt zu shoppen? Wie schön, dass die Kinder schon vor der Schule, nämlich auf dem Weg dorthin, etwas sehr Wichtiges lernen: Nicht alle Menschen haben es so gut wie sie selbst. Das fördert die Dankbarkeit für das, was man hat und was man für selbstverständlich nimmt, sozusagen soziales Lernen und Horizonterweiterung by the way. Meine eigenen Kinder trafen auf ihrem Schulweg auch obdachlose Menschen. Schon morgens vor der Schule erinnerten sie sich an die Bedürftigen und machten ein Extraschulbrot, um etwas abzugeben. Und manchmal landete auch ein kleiner Teil des Taschengeldes in der aufgestellten Büchse.

Ingrid Springstein

Ich habe laut gelacht

2./3. März: „Kiffen wird das neue Heizen – wie Cannabis Arm und Reich spaltet“

Die Kolumnen von Hajo Schumacher zeichnen sich immer durch ihre hohe Qualität aus, aber diesmal hat er sich selbst übertroffen. Diese Vergleiche und Themenverknüpfungen sind unglaublich fantasievoll. Darauf muss man erst einmal kommen. Ich habe laut gelacht und der Tag begann für mich gleich rosiger, frei nach dem alten Spruch: „Jeden Morgen einen Joint – und der Tag, der ist dein Freund“.

Joachim Dultz

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