Themen: Was Hamburg von Sonderburg lernen kann +++ Bundesregierung bekommt Gehaltserhöhung +++ Führerschein-Prüfung zu schwer?

Beispiele machen Mut

1. März: „Was Hamburg vom kleinen Sonderburg lernen kann. Die Gemeinde in Nordschleswig will 2029 klimaneutral sein und damit 16 Jahre früher als die Hansestadt. Der Bürgermeister verrät sein Erfolgsrezept“

Solche Beispiele machen Mut und zeigen, was möglich ist, wenn man pragmatisch und geplant die Herausforderungen für die Zukunft proaktiv angeht. Meine Bitte an die Politik, einfach die Erfolgsfaktoren solcher Praxisbeispiele analysieren und dann kopieren. Mit nachvollziehbaren belegbaren Erfolgen lassen sich dann hoffentlich auch Skeptiker zu Veränderungen bewegen, die dringend notwendig sind. Für Mobilität, Bildung, Energiepolitik, Migrationsteuerung uvm. können wir von unseren Nachbarn lernen, anstatt selbst immer neue Räder erfinden zu wollen.

Frank Hertig

Deutschland geht eigenen Weg

Soweit kommt es noch, dass die schönste Stadt der Welt von dieser kleinen Stadt Sonderburg lernen will. Dänemark oder ganz Skandinavien als Vorbild? Ja, das hätte man schon vor 25 Jahren haben können im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung, in der IT, im Netzausbau für Internet und Energie sowie in vielen, vielen anderen Dingen. Nein! Deutschland geht seinen eigenen Weg mit Bürokratie, Formularen, Faxgeräten und Überheblichkeit. Das Rad muss neu erfunden werden sonst wird das Nix.

Reinhard Falk, Ellerbek

Wo ist da die Gerechtigkeit?

1. März: „Bundesregierung bekommt satte Gehaltserhöhung. Fast sieben Prozentmehr Gehalt für Minister von März an“

Maß und Mitte – Schlagwort vieler Politiker. Hier sind sie völlig verpasst worden. Wie viel Politiker verdienen bzw. bekommen, ist mir relativ egal, dass sie nun aber eine Erhöhung ihrer Bezüge um fast sieben Prozent bekommen sollen, ist infam. Die Grundlage für die Erhöhung der Bezüge ist die gleiche, wie für die Erhöhung der Renten – und diese sollen in diesem Jahr um 3,5 Prozent steigen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Kann ich selbst über die Höhe meiner Bezüge entscheiden, nehme ich mir, was ich kriegen kann?

Volker Brinkmann, Norderstedt

An Vorbildfunktion appellieren

Die ständige Forderung nach mehr Gehalt ist angesichts der Preisentwicklung in vielen Fällen verständlich – nicht jedoch bei sogenannten Besserverdienenden. Völlig unverständlich ist die erneut erfolgte, offenbar automatische, Gehaltserhöhung für Minister und Angestellte des Staates. Abgesehen davon, dass diese (Zitat Robert Habeck) zwar ein sehr gutes Gehalt bekommen, aber nicht die Zeit haben, es auszugeben, sollte an die Vorbildfunktion bei Dienern im Staatsdienst appelliert werden. 15 bis 20 Mal mehr an monatlichem Einkommen gegenüber dem Normalverbraucher ist nicht zu rechtfertigen. Es ist unangemessen und zeugt von charakterlosem Gebaren der Politiker. Wie wäre es mit einem Verzicht eben dieser Angestellten des Staates von sieben Prozent (Minimum) zugunsten der Ärmsten im Lande?

Claudia Schrader

Schlag ins Gesicht der Opfer

29. Februar: „Solidaritätsbanner für ehemalige RAF-Mitglieder. An der Roten Flora hängen Wünsche für „Gesundheit & Glück““

Da hängen Sympathisanten der RAF öffentlich ein Banner mit guten Wünschen für die drei mutmaßlichen Terroristen und Straftäter gut sichtbar in den Hamburger öffentlichen Raum. Ich habe den Deutschen Herbst als junger Mensch miterlebt und bin fassungslos, dass dieses Banner nicht entfernt wird. Es ist ein Schlag ins Gesicht der vielen Opfer von damals und der jüngeren Geschichte, der Überfallopfer, die sicher mit dem Erlebten schwer zu kämpfen haben. Diese dreiste Bekundung könnte wieder junge Menschen in einer Weise verführen und den scharf linken Staatsablehnern in den Schoß treiben.

Till Westphalen

Wir wollten es so

28. Februar: „Jedes vierte Kind nutzt soziale Medien „riskant“. DAK: Doppelt so viele Jungen und Mädchen wie vor Corona sind „süchtig““

Das Problem der jungen süchtigen Social Media-Nutzer ist hausgemacht. Wir wollten es so. Außerdem sind Eltern manchmal selbst schlechte Vorbilder und leben die exzessive Handynutzung vor. Sie müssten eigentlich immer mal wieder deutliche, klare Gespräche mit ihren Kindern über die Gefahren und Risiken von Social Media führen. Aber entweder kommen sie bei ihren Kindern nicht durch oder es ist vielen auch relativ egal, so meine Erfahrung. Also, wir waren ja seinerzeit so begeistert von den Handys und wollten das alles haben. Nun haben wir den Salat. Ein Zurück wird es nicht mehr geben.

Steffie Haddenga

Überflüssiges entfernen

26. Februar: „Führerschein-Prüfung zu schwer? Immer mehr Hamburger schummeln“

Kein Wunder, dass 35 Prozent der Anwärter durch die theoretische Prüfung fallen. Wer hat diesen Wahnsinnskatalog mit 1300 Fragen ausgeheckt? Er bedarf dringend der Durchforstung, um allzu viel Überflüssiges zu entfernen, was weder durch das rechtliche Regelwerk noch durch fahrtechnische und sicherheitstechnische Anforderungen gerechtfertigt ist, sogar zweideutige bzw. unlogische Fragen enthält. Aber die Durchfallquote ist offenbar gewollt von einer unseligen, lukrativen Interessengemeinschaft aus Behörde, Fahrlehrerverband und TÜV. Mittlerweile ist es in Hamburg leichter, ein Abitur mit einer eins vor dem Komma zu bestehen, als auf Anhieb die Führerscheinprüfung! Die Politik kümmert sich nicht um diesen Missstand. Dem Verkehrssenator sind möglichst wenige neue Autofahrer sicher willkommen. Eine rechtlich durchaus anfechtbare Unverschämtheit ist es, dass in Hamburg keine Anmeldungen, Fahrstunden und -prüfungen aus anderen Bundesländern akzeptiert werden. Das führt in nicht wenigen Fällen dazu, dass ob der extrem langen Wartezeiten und hohen Kosten verzweifelte junge Menschen ihren Hauptwohnsitz vorübergehend zum Schein in ein Nachbarland verlegen, um dort schneller und günstiger die Fahrerlaubnis zu erwerben. Man kann also durchaus Verständnis für Schummler aufbringen, die bei 1300 Möglichkeiten nicht auf ihr Glück vertrauen, selbst wenn sie sich gewissenhaft vorbereitet haben.

Klaus Adlung

Viele haben kein Talent

26. Februar: „Führerschein-Prüfung: Hätten Sie’s gewusst? Die Durchfallquote ist haarsträubend. Aber: Der Verkehr ist auch viel komplexer geworden. Versuchen sie doch mal Ihr Glück“

Ja, ich hätte alle Antworten gewusst. Ich bin jetzt 85 Jahre alt, habe den Schein 1959 in Bremen gemacht, vorher schon ein schnelles Moped viel gefahren. Der alte Fahrlehrer mit seinem neuen VW-Cabrio nach längerer Ansprache: dann fahren Sie bitte los (hatte noch nie ein Auto gefahren). Und ich fuhr richtig los, bis er – ich wollte in den vierten Gang schalten – losschrie: Sie wollen mich zu Tode rasen (bei nicht mal 50 km/h)! Ich bin in meinem Leben beruflich sehr viel gefahren, habe nie einen Unfall gemacht. Nicht Glück sondern die richtige Reaktion hat mich davor bewahrt, dass ich sogar noch lebe. Auch Lkw (Bundeswehr) und Motorrad war kein Problem. Das Problem ist heute, alle wollen mit einem Auto fahren, aber viele haben kein Talent, begreifen es nicht. Da hilft auch kein großes Auto oder SUV. Deswegen wird es immer riskanter, es wird am Handy gespielt, nun wird auch noch gekifft!

Reinhard Ott

Schreiben Sie uns gerne an oder per Post an das Hamburger Abendblatt, 20445 Hamburg
Von den vielen Leserbriefen, die uns erreichen, können wir nur einen kleinen Teil veröffentlichen. Teilweise müssen wir kürzen, um möglichst viele Meinungen zu veröffentlichen. Mit Ihrer Einsendung erlauben Sie uns, alle Inhalte und Ihre Kontaktdaten an die zuständigen Redakteurinnen/Redakteure und/oder an externe Autorinnen/Autoren weiterzuleiten. Sollte eine Weiterleitung Ihrer Kontaktdaten und ein Dialog mit uns nicht gewünscht sein, bitten wir um Mitteilung. Einsendungen werden sowohl in der gedruckten Ausgabe sowie den digitalen Medien vom Abendblatt veröffentlicht und geben ausschließlich die Meinung der Einsender wieder. Veröffentlichte Leserbriefe finden Sie auch auf abendblatt.de/leserbriefe.