Bremen. Infrastruktur, Energiewende und bundesweite Zusammenarbeit - auf die norddeutschen Häfen wartet eine herausfordernde Zukunft. In Bremen beraten die Verantwortlichen über die passende Strategie.

Die Vertreter der fünf norddeutschen Küstenländer haben sich am Freitag in Bremen über die Zukunft der Seehäfen ausgetauscht. Zu den größten Herausforderungen werde künftig der Umgang mit der Infrastruktur rund um die Häfen gehören. Dabei gehe es beispielsweise um defekte Autobahnen und Brücken und um Baustellen auf Schienen, Straßen und Wasserstraßen, teilte das Bremer Hafenressort mit. „Leistungsfähige Infrastruktur an dieser Stelle ist im Interesse der gesamten deutschen Volkswirtschaft und zudem auch von großer europäischer Bedeutung. Mit ihrer wichtigen Rolle zur Sicherstellung von Lieferketten und Versorgungssicherheit kommen die Häfen auch einer nationalen Aufgabe nach. Gleichzeitig ist klar, dass enorme Investitionen anstehen“, sagte Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD).

An dem Hafendialog im Bremer Rathaus nahmen die Wirtschafts- und Häfenministerinnen und -minister sowie Senatorinnen und Senatoren der Küstenländer Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein, sowie Vertreter des Bundes teil. „Leistungsstarke Häfen sind entscheidend für das Erreichen der energiepolitischen Ziele. Die Häfen dienen nicht nur als logistische Hubs, sondern auch als Anlandungspunkte und Produktionsstandorte für „grüne“ Energieträger und Technologien“, sagte Dieter Janecek (Grüne), der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus. Die Finanzierung und Planung der Häfen liege zwar in der Verantwortung der Länder, der Bund werde zukünftig aber deren Zusammenarbeit vertiefen.

Auch die Nationale Hafenstrategie war ein Thema beim Hafendialog. Sie soll am 20. März im Kabinett beschlossen werden, hatte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums vergangene Woche angekündigt. Ursprünglich war dies schon im Herbst vergangenen Jahres erwartet worden. Die Strategie beinhaltet Maßnahmen zur Förderung und der Optimierung der Zusammenarbeit der deutschen Hafenstandorte.

Für Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hat nicht erst der Angriff Russlands auf die Ukraine gezeigt, dass eine sichere Energieversorgung in Deutschland maßgeblich von den Häfen abhänge. „Wir nehmen positive Signale vom Bund wahr, dass die Nordländer und die Küste als das angesehen werden, was sie sind: das energiepolitische Herz Deutschlands“, so Lies. Der Ausbau der Häfen sei deshalb eine nationale Aufgabe.