Hamburg (dpa/lno). Die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg ist auch im Februar deutlich höher als vor einem Jahr. Trotzdem sieht die Arbeitsagentur auch positive Aspekte, die für einen robusten Arbeitsmarkt sprechen.

Die Zahl der Arbeitslosen bleibt in Hamburg deutlich höher als vor einem Jahr. Insgesamt waren im Februar 87 962 Frauen und Männer ohne Job. Das sind 11,7 Prozent mehr als im Februar 2023, wie die Hamburger Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,1 Prozent - 0,8 Punkte höher als ein Jahr zuvor. Binnen eines Monats kletterte die Zahl der Arbeitslosen nach dem kräftigen Schub im Januar nun aber lediglich um 0,5 Prozent. Die Bundesagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 14. Februar vorlag.

„Die gesamtwirtschaftliche Lage ist in Deutschland schwierig, die private Konsumzurückhaltung dagegen konstant und das von der Bundesregierung erwartete Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent nimmt auch dem Hamburger Arbeitsmarkt notwendige Dynamik“, sagte der Chef der Hamburger Arbeitsagentur, Sönke Fock. Die Jobsuche und -besetzung sei „durchaus schwieriger geworden“, berichteten die Arbeitsvermittlerinnen und -vermittler. Zudem habe sich die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen abgekühlt.

Gleichwohl macht Fock drei Punkte aus, die für einen weiter „gut aufgestellten Arbeitsmarkt“ in Hamburg sprächen. So seien allein im Februar 2615 Arbeitsstellen neu gemeldet worden, fast 46 Prozent mehr als im Januar. Zugleich seien 5164 Hamburgerinnen und Hamburger aus der Arbeitslosigkeit gekommen, indem sie eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätten - knapp 17 Prozent mehr als im Monat zuvor. Schließlich seien im vergangenen Jahr fast 20.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Jobs entstanden, sagte Fock. „Insgesamt waren Ende des Jahres 2023 genau 1.076.900 Arbeits-, Fach- und Führungskräfte in Hamburger Unternehmen tätig.“

Fock wies aber auch darauf hin, dass sich in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres mehr als 14 800 Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet hätten. „Das mag ein relativ geringer Anteil sein, stellt aber die neu von Arbeitslosigkeit Betroffenen und deren Integration in den Arbeitsmarkt vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Prognosen durchaus vor persönliche Herausforderungen.“ Zentraler Schlüssel für künftige sichere Jobs bleibe vor diesem Hintergrund die berufliche Weiterbildung, so Fock. Arbeitsagentur und Jobcenter investierten deshalb im laufenden Jahr mehr als 220 Millionen Euro für Integrationsmaßnahmen, die helfen sollen, Arbeitslosigkeit zu beenden. „Das hilft zugleich den bestehenden Fachkräftebedarf der Unternehmen zu decken.“