Kiel (dpa/lno). Erwartungsgemäß ist die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein im Februar leicht gewachsen. Und auch Betriebe halten sich mit Neueinstellungen zurück.

Die Lage am schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt entwickelt sich im Februar saisontypisch: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Januar um 400 auf 95.500 Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote blieb derweil auf 6,0 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt stieg die Zahl der Arbeitslosen um 5600, die Quote legte um 0,3 Prozentpunkte zu.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist die Lage am Arbeitsmarkt insgesamt weiterhin stabil“, sagte Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Dennoch sei die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat gering gestiegen - das lasse sich jedoch auf den Arbeits- und Fachkräftemangel zurückführen.

„Einerseits halten sich die Betriebe bei Neueinstellungen zurück, andererseits sind sie aber dennoch bereit, ihre Beschäftigten zu halten, da sie wissen, dass qualifizierte Arbeitskräfte nur schwer zu gewinnen sind“, erklärte Biercher weiter. Geringqualifizierte hätten es hingegen schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

So liegt die Personalnachfrage nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Februar 6,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Aktuell hätten die Arbeitsagenturen 25.600 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand. „Wie schon im Vormonat Januar bieten derzeit insbesondere die freiberuflichen, wissenschaftlichen und sonstigen Dienstleistungen, das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel, das Verarbeitende Gewerbe sowie das Baugewerbe zahlreiche Einstiegschancen“, betonte Biercher. Gleichzeitig haben laut einer Sprecherin der Arbeitsagentur etwa 56,5 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Ausbildung - doch gerade diese schütze vor Arbeitslosigkeit.

Im März erwarte die Agentur für Arbeit, dass die Zahl der Arbeitslosen wieder etwas sinke. Der leichte Anstieg im Februar sei hingegen saisontypisch, so die Sprecherin. Die Bundesagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 14. Februar vorlag.

Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) sieht mit Blick auf den Fachkräftemangel bei erwerbstätigen Frauen noch viel Potenzial: „Arbeit in Teilzeit und in geringfügiger Beschäftigung sind immer noch eine Frauendomäne - so arbeiten in Schleswig-Holstein mehr als 70 Prozent in Teilzeit und mehr als 50 Prozent in ausschließlich geringfügiger Beschäftigung.“

An die Unternehmen appellierte Madsen: „Ein erheblicher Teil des Arbeitskräftepotenzials von Frauen wird aktuell nicht voll ausgeschöpft, dabei ist eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen eine Win-win-Situation.“ Viele gut ausgebildete Frauen wollten mehr arbeiten und ihre Potenziale einbringen.