Neukirchen (dpa/lno). Die Nolde-Stiftung in Seebüll beendet am 1. März die Winterpause mit einem Blick auf Noldes „Phantasien“. Gezeigt werden rund 120 Werke des Künstlers - von skurrilen Figuren bis hin zu Blumen.

Kuriose Geschöpfe und groteske Gestalten - die 68. Jahresausstellung der Nolde-Stiftung in Neukirchen-Seebüll widmet sich vom 1. März an mit dem Thema „Phantasien - Ausflüge ins Traumhafte“ einem bislang wenig beachteten Werkkomplex von Emil Nolde. In Noldes Werk entstehen über alle Phasen seines Schaffens hinweg kuriose Geschöpfe auf Leinwand und Papier, wie der Direktor der Stiftung und Kurator der Schau, Christian Ring, am Dienstag sagte. Schon das erste Ölbild, das Nolde damals noch unter seinem Geburtsnamen Emil Hansen malte, zeigt mythische „Bergriesen“.

Nolde lasse sich allein von seiner Fantasie und seinem inneren Erleben leiten, spontan und unbewusst. „Vor uns entsteht ein Kosmos von aufsehenerregenden, merkwürdigen, oftmals lustigen Gesellen, auch gespenstisch wirkenden Geschöpfen.“ Und auch wenn sie immer mal wieder auch ausgestellt wurden - „in dieser Fülle konnte man diese auf Seebüll noch nicht sehen“, sagte Ring.

Insgesamt werden bis Ende Oktober 121 Exponate im sanierten Wohn- und Atelierhaus Noldes gezeigt, darunter 49 Gemälde sowie 61 Druckgrafiken und Aquarelle. Auch von Nolde gefertigtes Kunsthandwerk ist zu sehen. 55 der Werke sind erstmals in Seebüll ausgestellt.

Die ausgestellten Arbeiten zeigen aber nicht nur fantastische Gestalten und Szenarien, sondern den „ganzen Nolde“, wie Ring sagte. Zu sehen sind also auch leuchtende Blumen, weite Landschaften, Figurendarstellungen und die „ungemalten Bilder“. Im Kabinett zu sehen sind Werke der Düsseldorfer Privatsammlung Renate und Friedrich Johenning, die eine persönliche Hommage an Nolde darstellen. Zudem das expressionistische Frühwerk „Hl. Drei Könige (Typen)“ (1912) zu sehen, das die Stiftung als Schenkung vom Würzburger Brücke-Experten Hermann Gerlinger erhalten hat.

Er wolle dazu einladen, diese Werke mit einem anderen, fantastischen Blick zu betrachten, sagte Ring. So schienen bei längerer Betrachtung auch manche Blumen Gesichter zu haben, findet er. Nolde eröffne Dank seiner Fantasie neue Gedankenräume, sagte Ring. Sich darauf einzulassen, erweitere den eigenen Blick auf die unerschöpflichen Möglichkeiten des Menschen, sein Leben und seine Umwelt zu gestalten.

Auch das Museum Kunst der Westküste (MKdW) in Alkersum auf Föhr hat kürzlich mit der Eröffnung zweier neuer Schauen seine Winterpause beendet. In der Ausstellung „Sammlung Rasmus - Willkommen im MKdW!“ werden bis zum 26. Mai 2024 Gemälde und Grafiken der Jürgen-und-Maria-Elisabeth-Rasmus-Stiftung gezeigt, die als Dauerleihgaben Einzug in die Sammlung des MKdW gefunden haben, wie das Museum mitteilte. Die Werke von Künstlern wie Paul Baum, Tina Blau, Hans Peter Feddersen, Louis Gurlitt, Christian Morgenstern, Emil Nolde und Amelie Ruths ergänzten das Sammlungsprofil des MKdW.

Die zweite Schau „600 Fuß über NN - Das Wattenmeer. Fotografiert von Peter Hamel“ ist bis zum 12. Januar 2025 im MKdW zu sehen. Mit einer Cessna erkundet der mehrfach ausgezeichnete Fotograf Hamel die Westküste - von Borkum bis Sylt - und porträtiert eine von Wind, Wasser und Wellen geformte Landschaft. „Die Vogelperspektive ermöglicht es, die Grenzen der Wahrnehmung auf das großartige Naturwunder Wattenmeer neu auszuloten“, teilte das Museum weiter mit. „Die sanften farbigen Übergänge, die der amphibische Raum bietet, und die beeindruckende Formenvielfalt der auf- und abtauchenden Sandbänke schärfen das Bewusstsein für die Verletzlichkeit dieses einzigartigen Ökosystems.“