Kiel (dpa/lno). Das Hochschulsystem im Norden soll weiterentwickelt werden. Ein im Oktober vergangenen Jahres vorliegender Bericht des Wissenschaftsrates soll dabei berücksichtigt werden.

Nach Ansicht der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Katrin Prien soll der Bericht des Wissenschaftsrates genutzt werden, um das Wissenschafts- und Hochschulsystem zukunftsfest zu machen. „Wenn man das Gutachten in zwei Sätzen zusammenfasst, ist das Kernergebnis der Begutachtung: Unsere Hochschulen sind kein bloßer Kostenfaktor im Landeshaushalt“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Kieler Landtag. Jeder Euro, der ins Wissenschaftssystem investiert werde, fließe doppelt und dreifach wieder in das Bundesland zurück. Ebenso hätten Hochschulen eine Schlüsselrolle bei der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften.

Der Bericht des Wissenschaftsrates enthält 402 Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems in Schleswig-Holstein und mehr als 100 weitere Empfehlungen zur Hochschulmedizin und liegt seit Ende Oktober 2023 vor. Diese Empfehlungen sollen laut Prien ebenso bei den anstehenden Verhandlungen mit den Hochschulen zu neuen Zielvereinbarungen Berücksichtigung finden.

Trotz des Verbesserungspotenzials stünden die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen im Land auf einem stabilen Fundament. „Dazu haben wir mit der deutlichen Verbesserung der Hochschulfinanzierung wesentlich beigetragen“, erklärte die Ministerin. So seien etwa die Zuschüsse des Landes zwischen 2019 und 2024 von rund 347 Millionen Euro auf etwa 397 Millionen Euro gestiegen.

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Christopher Vogt, befürchtet jedoch, dass viele Empfehlungen lange diskutiert, aber am Ende gar nicht umgesetzt werden. Dies läge auch an der Haushaltssituation. Deshalb sollten zunächst die Maßnahmen, die wenig oder gar nichts kosten und die unter den Hochschulen eher unstrittig sind, zügig umgesetzt werden.

Jette Waldinger-Thiering von der SSW-Fraktion fehlt es insgesamt an Geld: „Einige Hochschulen sind teilweise erschreckend unterfinanziert“, betonte sie. Zudem mangele es an internationalen Studierenden und bezahlbaren Wohnungen für Studentinnen und Studenten. Auch warnte sie etwa davor, bei den Hochschulen kleine, wenig ausgelastete Fächer zu streichen.

Die SPD-Fraktion im Landtag fordert, hingegen parallel zur Auswertung der Ergebnisse des Wissenschaftsrates, dass Prioritäten gesetzt werden. Die Landesregierung müsse verdeutlichen, dass sie eine Vision für die kommenden fünf Jahre habe und diese mit ausreichend finanziellen Mitteln untermauern, so die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Sophia Schiebe.