Hamburg (dpa/lno). Der Überfall Russlands auf die Ukraine jährt sich am Samstag zum zweiten Mal. Wie schon beim ersten Jahrestag erinnert Hamburg mit Kränzen an die Opfer des russischen Angriffskriegs.

Die Hamburgische Bürgerschaft und der Senat gedenken am zweiten Jahrestag des Überfalls Russlands auf die Ukraine zusammen mit dem Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg der Opfer des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs. Dazu werden Parlamentspräsidentin Carola Veit, Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Generalkonsulin Iryna Tybinka am Samstag um 12.00 Uhr in Erinnerung an die Verstorbenen, Verletzten und Vertriebenen an der Ernst-Barlach-Stele am Rathausmarkt Kränze niederlegen, wie Bürgerschaft und Senat am Mittwoch mitteilten. Anschließend wollen Tschentscher und Tybinka in der Rathausdiele Gedenkworte sprechen.

Russland hat die Ukraine am 24. Februar 2022 überfallen und führt seither einen erbarmungslosen Angriffskrieg gegen das Land. Mindestens 10.000 ukrainische Zivilisten, darunter Hunderte Kinder, haben nach Angaben der Vereinten Nationen durch den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Überfall ihr Leben verloren. Etwa doppelt so viele seien verletzt worden.

Die wahre Zahl der Toten dürfte jedoch noch deutlich höher liegen, da die UN zu vielen lang umkämpften und inzwischen russisch besetzten Städten wie Mariupol, Lyssytschansk, Popasna und Sjewjerodonezk keinen Zugang haben. Die Zahl der militärischen Verluste liegt ein Vielfaches über jener der zivilen Opfer. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht, da weder die Ukraine noch Russland Angaben zu Verlusten in den eigenen Reihen machen.

Millionen Menschen sind vor den russischen Angriffen auf der Flucht - innerhalb des Landes und im Ausland. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) schätzt, dass seit Kriegsbeginn rund 6,5 Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen sind. 3,7 Millionen seien durch Kämpfe und Zerstörungen vertrieben worden und hätten im eigenen Land Zuflucht gefunden. Mehr als 14,6 Millionen Menschen oder rund 40 Prozent der Bevölkerung brauchten laut UN humanitäre Hilfe.

Vor der Gedenkfeier am Rathausmarkt ist nach Angaben des Generalkonsulats ein Gedenkgottesdienst in der Hauptkirche St. Petri geplant. Teilnehmen wollen neben der Generalkonsulin Tybinka unter anderem die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) sowie die kommissarische Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, und der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Am Nachmittag soll es zudem eine Demonstration durch die Innenstadt geben.