Hamburg. Das Matthiae-Mahl in Hamburg gilt als das älteste noch stattfindende Festmahl der Welt. Traditionell werden wichtige Ehrengäste geladen. Auch in diesem Jahr steht der Ukraine-Krieg im Mittelpunkt.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat zu Beginn des traditionellen Matthiae-Mahls im Hamburger Rathaus das Deutsche Engagement für ein gemeinsames Vorgehen der Europäischen Union, der USA und ihrer Bündnispartner im Umgang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine gelobt. Mit der estnischen Ministerpräsidentin Kaja Kallas und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe man zwei Ehrengäste zum dem Festmahl eingeladen, „die für ein gemeinsames, starkes Europa eintreten und sich für Frieden und Freiheit engagieren“, sagte er am Dienstagabend vor rund 400 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur im Großen Festsaal des Rathauses.

Scholz habe nach dem russischen Angriff „die Sicherheit Europas, die Stärkung der Nato und die transatlantische Partnerschaft wieder ins Zentrum der deutschen Politik gerückt“, sagte Tschentscher. „Ministerpräsidentin Kallas ist eine wichtige Unterstützerin der Ukraine und eine starke Stimme für Demokratie und Freiheit in der Welt.“

Tschentscher erinnerte an den wohl ersten und einzigen Eklat während eines Matthiae-Mahls vor 30 Jahren. Damals habe der estnische Präsident Lennart Meri als Festredner vor einem russischen Neo-Imperialismus gewarnt und gefordert, die osteuropäischen Länder einschließlich der Ukraine in ein demokratisches Europa einzubinden. „Daraufhin sprang ein damaliger ausländischer Gast wütend vom Tisch auf und verließ den Saal. Es war der damalige Vizebürgermeister von Sankt Petersburg, Wladimir Putin“, sagte Tschentscher.

Das Matthiae-Mahl ist seit 1356 historisch belegt und gilt damit das älteste noch begangene Festmahl der Welt. Traditionell sprechen dabei neben dem Ersten Bürgermeister ein ausländischer und ein deutscher Ehrengast.