Hamburg (dpa/lno). Hamburg hat neun Partnerstädte in aller Welt. Neue strategische Partnerschaften sollen die Hansestadt mit weiteren Städten und Regionen vernetzen. Die kanadische Provinz Québec macht den Anfang.

Hamburg will die Zusammenarbeit mit der kanadischen Provinz Québec verstärken. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die für die Außenbeziehungen der Provinz zuständige Ministerin Martine Biron unterzeichneten am Dienstag im Rathaus der Hansestadt eine Vereinbarung zu einer strategischen Partnerschaft. Deren Ziel sei es, einen Rahmen für die Vernetzung öffentlicher und privater Organisationen und Unternehmen zu schaffen und die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie in der Kultur auszubauen, hieß es vom Senat.

Tschentscher zufolge passen Hamburg und Québec gut zusammen. „Wir kooperieren bereits in Wirtschaft und Forschung und teilen gemeinsame Ambitionen in der Energiewende und der Digitalisierung“, sagte er. Die strategische Partnerschaft solle Türen für neue gemeinsame Projekte öffnen. „Sie ist in den Außenbeziehungen Hamburgs das erste Kooperationsabkommen dieser Art und ein starkes Signal, dass die großen Metropolen und fortschrittlichen Regionen dieser Welt einen wichtigen Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit leisten können.“

Die Regierung der ostkanadischen Provinz messe den bereits engen Beziehungen mit Hamburg in den Wirtschaftsbereichen Luftfahrt und Smart Logistik sowie im kulturellen Bereich eine besondere Bedeutung zu, sagte Biron. „Ziel der strategischen Partnerschaft werden eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit und ihre Ausweitung auf weitere Bereiche von beiderseitigem Interesse sein.“

Wie die Metropolregion Hamburg gilt auch der Großraum Montréal als führendes Luft- und Raumfahrtzentrum. Bereits im vergangenen Jahr waren das Hamburger Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung und das Consortium de Recherche et d’Innovation en Aérospatiale au Québec übereingekommen, grenzüberschreitende Forschungs- und Technologieprojekte weiter zu erleichtern. Zudem kooperieren die Häfen von Montréal und Hamburg beim Thema Digitalisierung. Montréal ist die größte Stadt in der Provinz Québec.

Laut Senat will Hamburg mit strategischen Partnerschaften eine neue Form der Kooperation mit international bedeutenden Städten und Regionen etablieren - neben den bestehenden neun Städtepartnerschaften. Strategische Partnerschaften sollen sich demnach auf konkrete Themenfelder und Akteure beziehen, projektorientiert ausgerichtet und zeitlich begrenzt sein. Am Ende der Laufzeit sei eine Überprüfung der Ergebnisse geplant, hieß es.