Themen: Grünes Licht für den MSC-Deal +++ Donald Trump contra Nato +++ Der Heizungskeller der Zukunft +++ HVV-Prepaidkarte.

Simple Handhabung erklären

15. Februar: „Ob Bahn oder Barbesuch: Hamburger ohne Handy aufgeschmissen. Immer mehr Erledigungen lassen sich nur noch online machen“

Nun endlich greifen nach und nach praktische technische Möglichkeiten auch bei uns, um international den Anschluss nicht zu verpassen, in der Breite Bürokratieaufwand zu minimieren und den Alltag simpler zu organisieren. Da setzt schon wieder das Jammern, Klagen und Zähneklappern ein, wird von besorgten Kunden – Technikskeptikern, Zukunftsverweigerern, verängstigten Senioren – lamentiert wegen Datenschutz, Überforderung und Benachteiligung. Und, man mag es kaum glauben, auch von Verbraucher-„Schützern“, die von einer „Digitalisierung mit der Brechstange“ sprechen, statt über die simple Handhabung neuer Systeme aufzuklären. Technische Veränderungen gab es immer und jeder, der weiter an allem teilhaben wollte, musste sich dem stellen.

Uwe-Carsten Edeler

Angebote nur mit Smartphone

Dem Artikel über Probleme für Leute ohne Smartphone ist noch ein wichtiger Punkt hinzuzufügen: Immer mehr Supermärkte/Discounter bieten ihre Waren zu zwei Preisen an, wobei das billigere Produkt nur über eine App zu haben ist. Eine klare Diskriminierung, die besonders ältere Menschen mit oft kleinem Einkommen betrifft. Wie können wir uns gegen solche neuen, nichtstaatlichen Zweiklassensysteme wehren?

Julia Berendsohn

Hat der Senat nichts gelernt?

14. Februar: „Grünes Licht für den MSC-Deal. Senat beschließt Teilverkauf der HHLA an Schweizer Reederei“

Hat der Senat aus der Pleite des ElbtowerPrestigeprojekts und den Problemen beim Überseequartier gar nichts gelernt? Jetzt wird gutgläubig der nächste für die Stadt Hamburg schädliche Deal abgeschlossen – sofern die Bürgerschaft die Irrfahrt des Senats nicht noch stoppt. Für 40 Jahre und mit einer Kündigungsfrist von fünf Jahren bindet sich der Senat an die wenig transparente Containerreederei MSC. Deren Interesse gilt einzig und allein dem Juwel im HHLA Portfolio, der Bahntochter Metrans. Allein deren Anlagevermögen ist doppelt so viel wert, wie der von MSC für die HHLA-Anteile entrichtete Kaufpreis. Und was die Zusicherungen von MSC wert sind, wird sich erst in fünf Jahren zeigen, aber vermutlich werden die Ladungsverluste durch die abwandernden anderen Reedereien die mageren Zuwächse an Ladung, die MSC verspricht, übersteigen. Und nur für fünf Jahre gibt es einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und der Beschäftigung billiger externer Dienstleister statt der eigenen HHLA-Beschäftigten. Hat denn der Senat die Abwicklung der einst stolzen Reederei Hamburg Süd vergessen? Auch damals gab es Zusagen für fünf Jahre. Und heute ist von dem Unternehmen in Hamburg nichts mehr übrig, bis auf ein paar noch nicht in Mærsk-Farben umlackierte Container. Interessanterweise ist der Unterhändler von MSC derselbe, der einst die Übernahme von Hamburg-Süd durch die dänische Reederei Mærsk eingetütet hat, damals noch im Auftrag seines damaligen Arbeitgebers. Und wieder tröstet sich der Senat mit der Hoffnung auf höhere Gewinne in der Zukunft, wobei fraglich ist, ob die angesichts der weltpolitischen Spannungen so eintreffen werden.

Jutta Wallmann, Hamburg

Mitarbeiter verdienen Respekt

Als langjähriger Hafenarbeiter am Hamburger Hafen sehe ich die Ankündigung des Teilverkaufs der HHLA an die Reederei MSC mit großer Sorge, insbesondere hinsichtlich der potenziellen Folgen für die Belegschaft nach Ablauf der fünfjährigen Schutzfrist. Der Artikel legt nahe, dass nach diesen fünf Jahren „reichlich“ Änderungen für die Mitarbeiter möglich seien, darunter betriebsbedingte Kündigungen und die Verlagerung von Aufgaben an externe Dienstleister. Diese Aussichten sind alarmierend, da sie eine erhebliche Unsicherheit für die Zukunft vieler langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeuten. Die Möglichkeit, dass die HHLA aus den Arbeitgeberverbänden austreten und möglicherweise aus dem Hafentarifvertrag aussteigen könnte, wirft zusätzliche Bedenken auf. Obwohl solche Entscheidungen vom Aufsichtsrat getroffen werden müssen, in dem Arbeitnehmervertreter weiterhin die Hälfte der Sitze innehaben, bleibt die potenzielle Bedrohung für die bestehenden Arbeitsbedingungen und Lohnvereinbarungen bestehen. Es stellt sich die Frage, inwieweit diese Arbeitnehmervertretung in der Lage sein wird, die Interessen der Belegschaft effektiv zu schützen, insbesondere angesichts des Drucks, der durch die neue Partnerschaft mit MSC entstehen könnte. Die Ankündigung mag zwar auf wirtschaftlicher Ebene Sinn ergeben und langfristige Wachstumspläne für den Hafen und die HHLA versprechen, doch dürfen die sozialen und menschlichen Kosten nicht außer Acht gelassen werden. Die Mitarbeiter des Hamburger Hafens, die jahrelang zum Erfolg dieses bedeutenden Wirtschaftszentrums beigetragen haben, verdienen Sicherheit und Respekt für ihre Arbeit. Es ist entscheidend, dass jede strategische Entscheidung, die im Zuge dieser Partnerschaft getroffen wird, die langfristigen Auswirkungen auf die Belegschaft sorgfältig berücksichtigt und echte Bemühungen unternimmt, um negative Folgen zu minimieren und eine gerechte Behandlung aller Mitarbeiter zu gewährleisten

Marco Warstat,

Lademeister Hafen Hamburg

Bisher nichts als leere Worte

13. Februar: „Kann sich Europa allein verteidigen? Donald Trump lädt Russland ein, europäische Staaten anzugreifen. Diese wären nur bedingt in der Lage, sich zu wehren“

Wegen der Verteidigungsunfähigkeit Deutschlands und anderer Nato-Länder müssten wir Donald Trump doch eigentlich dankbar sein. Schon Merkel hatte mal versprochen, zwei Prozent für die Verteidigung auszugeben und nie umgesetzt. Auch Barack Obama hatte diese Forderung erhoben. Auch Scholz spricht von Zeitenwende, Wumms und Doppel-Wumms und es waren leere Worte. Es bleibt zu hoffen, dass sein Besuch in den USA bei den Republikanern, ihm und Lindner und der CDU/CSU jetzt die gemeinsame Erkenntnis bringt, nicht einen Tag länger zu warten, um die Anstrengungen und Ausgaben deutlich zu erhöhen. Es sind jetzt drei oder vier Prozent erforderlich, um die jahrelange Nachlässigkeit aufzuholen. Wenn Putin die Ukraine erobert hat und z.B. Litauen und Polen – die größten Schwachpunkte – angreift, ist unser Wohlstand sowieso perdu.

Horst Raczkowski

Bündnisfall 9/11

Es wäre an der Zeit Herrn Trump zu erinnern, dass die USA nach 9/11 selbst den Bündnisfall ausgerufen hat. Das erste Mal überhaupt in der Geschichte der Nato. Wir haben über 20 Jahre für die Interessen der USA in Afghanistan eingestanden und unsere Bündnistreue bewiesen. Diese Aktion hat uns viele Milliarden gekostet und auch das Leben von über 50 jungen Soldaten. So sieht der Dank der USA aus. Ich sehe aber durchaus einen Vorteil in der Positionierung der Republikaner in den USA. Wenn sich 27 EU-Staaten, gemeinsam mit den Norwegern und den Briten zusammentun und den europäischen Kontinent verteidigen, dann machen wir uns über die Zeit von dem Einfluss einer Hegemonialmacht unabhängig und können unser Schicksal selbst bestimmen.

Christiane Dornecker

Vorgeschmack auf Wiederwahl

12. Februar: „Donald Trump contra Nato: ,So klar wie nie‘. US-Präsidentschaftskandidat will säumigen Mitgliedsländern den Schutz entziehen“

Trump konterkariert in unfassbarer Weise die Existenz, Führung und Satzung der Nato als größtes westliches Verteidigungsbündnis und ermutigt indirekt das russische Regime, säumige Mitgliedsländer gefahrlos anzugreifen, da diesen die Nato- Unterstützung entzogen werden würde. Diesem außer Kontrolle geratenen Politrüpel ist jedes Mittel recht, sein fragwürdiges Wahlvolk in Begeisterung zu versetzen, selbst auf die Gefahr hin, unabsehbare Folgen für die Weltsicherheit zu riskieren. Die Reaktion seines Idols Putin kann man sich leicht ausmalen. Das Ganze als (Vor-)Wahlkampfgetöse abzutun wäre leichtsinnig, es ist vielmehr der Vorgeschmack auf das, was im Fall seiner Wiederwahl tatsächlich auf uns zukommt. Warum scheitert die weltgrößte Demokratie darin, diesen extrem gefährlichen Brachial-Politiker im Fall seiner parteiinternen Nominierung für den Kampf um das höchste Regierungsamt der Welt aus dem Verkehr zu ziehen? Vier Strafprozesse stehen an, darunter der fatale öffentliche Aufruf zum Sturm auf das Kapitol, das bewiesene Telefonat als Auftrag zur Wahlstimmenmanipulation im Bundesstaat Georgia sowie die „private“ Auslagerung geheimer Staatsdokumente. Von den schwerwiegenden Anklagen zu Steuerbetrug und Vergewaltigung ganz zu schweigen. Welche kriminellen Handlungen muss man sonst noch begehen, um in den USA vom Kampf um das Weiße Haus ausgeschlossen zu werden? Oder gilt jetzt der Umkehrschluss, nach dem erst ein umfangreiches Straftatenregister den Präsidentschaftsbewerber für den Einzug ins Weiße Haus qualifiziert?

Michael Deil, Bargteheide

Für den Frieden marschieren

12. Februar: „Volodymyr versteckte sich nicht – jetzt ist er tot. Die ukrainische Armee braucht dringend Soldaten und setzt vermehrt auf ältere Männer“ und 13. Februar: Leserbrief: „Keine Gewalt, niemals“

Laut Berichten in den Medien kann der Krieg zwischen der Ukraine und Russland noch Jahre dauern. Ihr Bericht über den 49-jährigen Soldaten Volodymyr hat mich daher sehr erschreckt. Da erfolgt eine Einberufung zum Wehrdienst mit 49 Jahren. Das erinnert doch sehr an den Deutschen Volkssturm am Ende des Zweiten Weltkriegs, als die „waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“ eingezogen wurden „bis ein in die Zukunft Deutschlands und seiner Verbündeten und damit Europas sichernder Frieden gewährleistet sei“. Wann wird die Ukraine das Wehrdienstalter, das bisher ab vollendetem 18. Lebensjahr bis zum 25. Lebensjahr gilt, herabsetzen, weil die Altersgrenze nach oben sich nicht mehr ausdehnen lässt? Also von der Schulbank an die Front. Und was sagen all die vielen Befürworter der unbegrenzten Weiterführung des Krieges bis zum Sieg der Ukraine dazu? Ostern steht bevor und damit die Zeit der Ostermärsche für den Frieden! Lasst uns auf die Straße gehen und für Verhandlungen und ein Kriegsende demonstrieren.

Gerd Müller-Fahron

Wem ist mit Krieg geholfen?

Der Leserbrief spricht mir so sehr aus der Seele. Immer wieder stelle ich mir die Frage, was das ganze Grauen eines Krieges soll. Wem ist mit mehr Macht und Landbesitz geholfen, wenn alles zerstört ist, Menschen leiden und sterben? Wie grotesk ist es außerdem, dass wir uns fragen, wie unser Planet bei dieser Klimakrise weiter bestehen soll und mit Bomben und Raketen wird alles im wahrsten Sinne des Wortes weiter befeuert und zerstört. So verrückt kann die Menschheit doch nicht sein, dass eine Beendigung des Krieges, der Kriege, nicht möglich ist!

Dagmar Schaffuß

FDP fehlt die politische Reife

10./11. Februar: „Sprengt die FDP die Ampel, Herr Dürr? FDP-Fraktionschef Christian Dürr über die Blockade des europäischen Lieferkettengesetzes“

Herr Dürr versucht, ein faktisches Veto durch die FDP kurz vor Abstimmung zu rechtfertigen. Nicht überzeugend. Wenn europäische Gremien in Kenntnis der deutschen Position, nach langen Verhandlungen – deren Inhalte auch FDP-geführten Ministerien nicht entgangen sein können – mit ausreichend großer Mehrheit inklusive signalisierter deutscher Zustimmung einen Kompromiss zum Lieferkettengesetz finden, sollte es eine demokratische Selbstverständlichkeit und Zeichen politischer Reife sein, einen solchen Kompromiss auch zu akzeptieren. Hier gibt es offensichtlich Defizite bei der FDP, zum Schaden Deutschlands. Abgesehen von der Infragestellung deutscher Verlässlichkeit und den ethischen Aspekten, die mit dem Lieferkettengesetz erreicht werden könnten, würde dessen Umsetzung auch die Konkurrenzfähigkeit deutscher Unternehmen sicherstellen, da hier 2023 – mit Zustimmung der FDP – ein nationales Lieferkettengesetz in Kraft trat. Würde nicht europaweit nachgezogen, hätten hiesige Unternehmen einen Wettbewerbsnachteil. Die Blockade der europäischen Lieferkettenregelung hinterlässt nur Verlierer. Eine politisch verlässliche liberale Partei, die Wirtschaftsinteressen und Bürokratieabbau wirklich ernst meint, könnte national und europäisch konstruktive Beiträge liefern. Aber man kann nicht alles haben.

Holger Mossakowski

Über’s Ziel hinausgeschossen

12. Februar: „Hilfe, mein Freund ist rechtsextrem! Wo Angehörige und Bekannte bei Anzeichen für gefährliches Gedankengut Hilfe bekommen“

Der Artikel ist zweifellos gut gemeint, er schießt aber über das Ziel hinaus und wird damit wahrscheinlich der AfD eher weitere Munition liefern. Das Mobile Beratungsteam wird vom Bund und von Hamburg gefördert und von Einrichtungen getragen bzw. unterstützt, die überwiegend Institutionen der öffentlichen Hand sind (Arbeit und Leben Hamburg, Volkshochschule; externe Unterstützung durch den Deutschen Gewerkschaftsbund). An das Mobile Beratungsteam soll man sich unter anderem dann wenden, wenn „der Kollege gegen Flüchtlinge und ,Die da oben‘ wettert“, so wörtlich bereits im Einleitungssatz des Artikels. Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik und insbesondere der Migrationspolitik entspricht allerdings nach allen einschlägigen Umfragen der Auffassung einer Mehrheit in unserem Land. Das soll bereits ein Indiz für Rechtsextremismus sein? Liest man weiter, so erfährt man, es gebe „viele Begriffe, die sehr sagbar sind in unserer Gesellschaft, die möglicherweise einen rechtsextremen Hintergrund haben“. Grundsätzlich gelte es, lieber früher zu handeln als später. Warnsignale könnten vielfältig sein. Dazu gehörten auch Weigerungen, Bußgelder zu zahlen und die Ablehnung staatlicher Forderungen. Ein Hinweis auf rechtsextreme Gesinnung könne auch sein, wenn das Gegenüber ein großes Mitteilungsbedürfnis habe. Spätestens an dieser Stelle kann man eigentlich nur noch lächeln. Das vergeht einem aber, wenn man daran denkt, welche Folgen die vorschnelle Einsortierung einer Person in die Kategorie „rechtsextrem“ haben kann. Schon der bloße Verdacht vermag Betroffene beruflich oder gesellschaftlich zu ruinieren. Deshalb ist es unverantwortlich, wenn eine weitgehend staatlich finanzierte Stelle die Grenze, an der ein Verdacht des Rechtsextremismus beginnt, derart weit nach vorn verschiebt.

Dr. Jost Mediger

Extreme Herausforderung

9. Februar: „Bezahlen mit der HVV-Prepaidkarte. Fehler beim Anwenden bremsen Busse aus. Wie die Karte funktioniert und korrekt bedient wird“

Busfahren in Hamburg – für mich ohne begleitende Hilfe nicht mehr möglich! Mit Einführung der Prepaidkarte hat nun jeder, der auf diese Bezahlfunktion angewiesen ist, seine Geschicklichkeit darzubieten, und es ist nicht nur das Finden und Tippen der richtigen Karte, auch das Gleichgewicht will gleichzeitig gehalten werden, denn der Bus fährt ja los. Also eine extreme Herausforderung für Menschen mit Rollator, Menschen mit Krücken und gebrochenem Bein und anderen Gebrechlichkeiten. Lieber HVV, wissen Sie, was Inklusion/Teilhabe bedeutet? Was nützt mir der barrierefreie Ausstieg, wenn ich die Geschicklichkeitschallenge im Bus nicht schaffe. Nun sitze ich zu Hause fest – und schreibe Leserbriefe!

Andrea Finteisen

Hybridheizungen sind sinnvoll

9. Februar: „Der Heizungskeller der Zukunft. Ist die Wärmepumpe auch langfristig das Maß aller Dinge? Experten geben Antworten“

Elektrische Wärmepumpen sind heute sicherlich ausgereift, entnehmen aber in über 70 Prozent der Fälle Energie der Umgebungsluft. Dadurch hängen die Effizienz und die Leistungsfähigkeit von der Außentemperatur ab. Lange Kälteperioden mit wenig Sonnenschein, in denen selbst große Warmwasserspeicher nach einiger Zeit entladen sind, würden zu einer hohen Stromnachfrage führen. Wenn plötzlich viele Wärmepumpen installiert werden, kann dies in diesen Zeiten zu einer Überlastung der Stromnetze führen. Bei neuen Wärmepumpen besteht technisch die Möglichkeit der Fernabschaltung. Dann kühlt das Gebäude je nach Größe des Pufferspeichers mehr oder weniger aus. Für solche Zeiten wird die Empfehlung gegeben, sich einen Pullover anzuziehen. Viele werden aber in den Keller gehen und die elektrischen Heizlüfter hervorholen, was die Situation nur noch verschlimmert. Zukünftige Heizungen sollten daher auch in Zukunft zu einem gewissen Teil auf speicherbaren Energieträgern wie Biogas oder Wasserstoff beruhen. Zunächst sind Hybridheizungen, also die Kombination eines Gasheizgerätes und einer elektrischen Wärmepumpe eine pragmatische Lösung, die durchaus auch wirtschaftlich sein kann. Die Wärmepumpe muss nicht für Extremsituationen ausgelegt werden und beim Gasgerät, das bei sehr tiefen Temperaturen die Wärmeversorgung übernimmt, kann auf den Brennwerteffekt verzichtet werden. Wenn der elektrische Strom vollständig als erneuerbare Energie angesehen wird, kann die Vorgabe des Gebäudeenergiegesetzes von 65 Prozent erneuerbarer Energie selbst dann erfüllt werden, wenn zunächst nur Erdgas als Brenngas zur Verfügung steht. An erster Stelle sollte aber der Ausbau der Nah- und Fernwärmeversorgung stehen, denn hier kann Wärme flexibel auf Basis unterschiedlicher Energieträger bereitgestellt werden.

Gerhard Schmitz