Themen: Parkgebühren für SUV +++ Wiederaufbau der Synagoge in der Poolstraße? +++ Immer mehr Personal für Senatoren.

Camper unter die Lupe nehmen

6. Februar: „Paris verdreifacht Parkgebühren für SUV – ein Modell für Hamburg? Umweltverbände greifen Verkehrspolitik der Landesregierung an: Wer ein großes Auto fährt, soll mehr zahlen. Senat winkt erst einmal ab“

Dass die Initiative, höhere Parkgebühren für große und schwere Fahrzeuge einzuführen, unter dem Label „SUV“ stattfindet, wirkt etwas populistisch. Das ist schade, denn der Ansatz, für eine höhere Inanspruchnahme von Parkraum auch mehr zu zahlen und der fatalen Tendenz der Hersteller, immer größere und schwerere Fahrzeuge aller Art zu bauen etwas entgegenzusetzen, ist ja durchaus richtig. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob es sich nun um einen SUV, Kombi, Van, eine Limousine oder sonst etwas handelt. Abgesehen davon, dass es für „SUV“ gar keine einheitliche Definition gibt, dürften die meisten der in Deutschland unter diesem Begriff vorhandenen Fahrzeuge die genannten Grenzen wie über fünf Meter Länge und/oder 1,6 Tonnen Leergewicht im Übrigen überhaupt nicht erreichen. Konsequenterweise sollte man dann eigentlich erstmal damit beginnen, Wohnmobile stärker zur Kasse zu bitten. Diese in der Regel sechs bis acht Meter langen Fahrzeuge, die fast soviel Platz benötigen wie zwei Kleinwagen, daher für die meisten Privatparkplätze zu groß sind, so dass sie gezwungenermaßen öffentlichen Parkraum besetzen, werden darüber hinaus als Zweit- oder Drittwagen häufig wochen- oder gar monatelang nicht bewegt.

Michael Bock

Mir platzt der Kragen...

Als Seniorin und Fahrerin eines Audi Q3 platzt mir bei diesem Thema der Kragen. Hat sich eigentlich einmal irgendwer die Mühe gemacht, die Maße verschiedener Fahrzeuge zu recherchieren? Oder einmal zu hinterfragen, warum Autofahrer einen sogenannten SUV wählen? Mein Q3, als SUV eingestuft, aber auf der Basis eines Audi A3 gebaut, hat eine Länge von 4,484 Meter, eine Breite von 1,849 Meter und eine Höhe von 1,616 Meter. Zum Vergleich die Maße des Audi A3: L 4,495, B 1,816 und H 1,449. Mir erschließt sich nicht, wie nun der Q3 zu einem „Stadtpanzer“ mutieren konnte. Mein Mann und ich haben uns dafür entschieden, weil es einfach bequem ist, in dieses Auto einzusteigen. Das gleiche wird wahrscheinlich für Mütter/Familien gelten, die ihre Kinder auf dem Rücksitz platzieren müssen. Diese Diskussion passt aber perfekt in unsere Gesellschaft, in der es älteren Mitbürgern immer schwerer gemacht wird, wie z.B. auch bei der HVV-Busfahrkarte. Ab 70 soll man gefälligst zu Hause bleiben.

Margitta Sturm

Demontage überwinden

6. Februar: „Wiederaufbau der Synagoge in der Poolstraße? Liberale Jüdische Gemeinde in Hamburg appelliert an die Stadt“

In der Bundesrepublik und der DDR war der Umgang mit dem deutsch-jüdischen Baukulturerbe für lange Zeit geprägt von Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit bis zu offenem Antisemitismus. Der Wiederaufbau – auch der Synagoge in der Poolstraße – würde helfen, die teilweise schon skandalöse Demontage der Erinnerung nach 1945 endlich zu überwinden.

Katrinka Delattre

Ein bewegender Artikel

5. Februar: „Rückkehr ins Leben. Ein Mann geht nach Hause. Statt im Bett endet die Nacht für ihn im Krankenhaus“

Sehr bewegt und berührt hat mich der Artikel über das Schicksal des Herrn Jörg Hartmann. Sensibel wird über die Folgen dieses sinnlosen Ereignisses berichtet. Wie unendlich tapfer – mit Hilfe seiner Verlobten – hat der Körper von Herrn Hartmann all die damit verbundenen Strapazen durchgestanden. Ein Lob dem Können der Ärzte! Glaube, Zuversicht und Ausdauer haben zu dem sehnlichst erhofften Neubeginn geholfen. Möge Herr Hartmann weiterhin die Kraft aufbringen, weitere positive Schritte verzeichnen zu können. Das Leben ist ein Geschenk des Himmels! So wünsche ich ihm weiterhin die Kraft, positive Ereignisse zu meistern.

Gisela Schramme

Zu wenig Stellen an der Basis

3./4. Februar: „Senatoren bekommen immer mehr Personal. Die Zahl der Stellen in Präsidialstäben ist in Hamburg seit 2015 um fast 30 Prozent gestiegen“

Das Anwachsen des Personals in den Stäben mag bemerkenswert sein – das wahre Problem daran entgeht der CDU jedoch: Die Stellen-Vakanzen, die mangels Personal nicht mehr nachbesetzt werden können, führen bereits jetzt zu erheblichen Verzögerungen im Bereich Bürgerservice. Die Arbeit der Verwaltung wird dadurch behindert, dass andere Verwaltungseinheiten nicht mehr zuliefern können. Hinzu kommt, dass sich der rot-grüne Senat immer neue Schleifen und Verfahren ausdenkt, wie angeblich gerechter gearbeitet werden kann (neue Schutzverordnungen und Prüfungen), die die ohnehin nicht so effektive Arbeit behindern. Letztlich sind die Beschäftigten selbst zunehmend genervt, dass sie ihre Arbeit nicht effektiv erledigen können. Und hier wird das Anwachsen der Stäbe der Senatoren zur Farce: Der Senat will nicht wahrnehmen, dass die Verwaltung – für die immerhin wir Bürger unsere Steuern zahlen – ihre Arbeit nicht mehr schafft. Dem begegnet man, indem man der Basis noch mehr Beschäftigte entzieht, damit für den Senator die Informationen zügig fließen und dort die Arbeit läuft, während es an der Basis immer schlechter wird. Wer’s nicht glaubt, frage mal in der öffentlichen Verwaltung nach.

Chris Marten

Mit den Händen begreifen

3./4. Februar: „,Werkunterricht an Schulen wäre hochsinnvoll‘. Zimmern, Schneidern oder Malen finde im Alltag vieler junger Menschen kaum noch statt, beklagt Handwerkspräsident Jörg Dittrich“

Die Aussage von Herrn Dittrich kann man gar nicht oft genug wiederholen und unterstützen. Habe ich doch in meiner langjährigen Tätigkeit als Lehrerin an Hamburger Schulen besonders im Fach Werken erleben müssen, wie der Unterricht mehr und mehr an Bedeutung verlor und verdrängt wurde. Nicht nur, dass damit Freude am praktischen Tun für die Kinder und Jugendlichen verloren ging, auch eine wichtige Form des Lernens wurde somit abgeschafft: Der Umgang mit Materialien, wie z.B. Holz, Ton, Papier, Metall, Stoff. Das ist meines Erachtens mehr als leichtfertig gewesen und nicht wirklich durchdacht, was die Konsequenzen betrifft. Wir spüren sie jetzt. Jeder weiß, dass das Begreifen der praktischen Dinge unserer Welt über das Begreifen mit den Händen geschieht. Bei kleinen Kindern kann man das besonders gut erleben, wenn sie alles Neue in die Hand nehmen, um es kennenzulernen. Wenn diese Erfahrungen in der Schule nicht weiter geführt werden, ist es nicht verwunderlich, wenn Jugendliche keinen Bezug zu einer praktischen Berufswahl finden.

Elke Wolf-Tietgen

Mit Bärenwelpen zum Tanz?

3./4. Februar: „Tierschützer warnen vor ,Puppy Yoga‘. Zwei Anbieter wollen mit dem viel kritisierten Konzept in Hamburg starten“

Ich verstehe den Sinn und Zweck des „Puppy Yoga“ nicht. Wer hat denn etwas davon? Yoga macht man doch am besten alleine, in einer Gruppe oder mit Yoga-Lehrern. Sinn und Philosophie des Yoga ist doch wohl, sich auf sich selbst zu konzentrieren und sich mit seinem Körper in Einklang zu bringen. Wie soll das funktionieren, wenn ständig Welpen um einen herum wuseln? Und was haben die Welpen davon? Toben können sie auch in ihrer gewohnten Umgebung. Was kommt als nächstes? Mit Bärenwelpen zum Tanzkurs? Mit Vogeljungen zur Flugstunde oder mit Heulern den Bootschein machen?

Malte Gumpricht

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