Themen: Der Kampf um die Köhlbrandbrücke +++ Wer stoppt die Ego-Gesellschaft? +++ Senatoren bekommen immer mehr Personal.

Viele Institutionen für Erhalt

5. Februar: „Der Kampf um die Köhlbrandbrücke. Denkmalverein startet große Online-Petition gegen den Abriss“

Dem Denkmalverein Hamburg gebührt Anerkennung dafür, dass er erneut mit sachlichen Argumenten auf den Erhalt der Brücke hingewiesen hat. Es sollte noch ergänzt werden, dass Architektenkammer, Patriotische Gesellschaft, Stiftung Baukultur, der Architektenbund und weitere Institutionen sich der Petition angeschlossen haben. An dieser geballten Meinungsmacht kann der Senat nicht vorbeigehen.

Helmuth Barth

Ein realistischer Beitrag

5. Februar: Gastbeitrag: „Einkaufen in der Innenstadt – warum denn? Die Hamburger City mit eingebautem Tag-und-Nacht-Leben ist ein Mythos“

Endlich einmal ein realistischer Beitrag zum Thema „Verödung der Innenstadt“. Da versuchen Politiker aller Parteien gut gemeinte Vorschläge zur „Belebung“ der Innenstadt zu machen und vergessen dabei, dass fast jeder größere Stadtteil sogenannte Einkaufszentren hat, die alles das vorhalten, was vor vielen Jahren nur die Innenstadt bieten konnte. Außerdem gibt es dort fast immer genügend Parkplätze zu akzeptablen Gebühren. Der Anspruch der Bürger, das Auto für solche Gelegenheiten zu nutzen, wird von den regierenden Politikern meines Erachtens total unterschätzt. Wer hat schon Lust nach irgendwelchen Einkäufen diese Dinge zu Fuß bzw. per Bahn nach Hause zu schleppen? Die Lust, mit dem eigenen Auto in die Innenstadt zu fahren, hat uns unser wirklichkeitsfremder Verkehrssenator die letzten Jahre ja gründlich vermiest. Hinzu kommt noch, dass man einen Großteil der Einkäufe bequem und wetterunabhängig am PC erledigen kann. Eine Belebung der Innenstadt setzt auch voraus, dass die Menschen dort wohnen. Das trifft auf den größten Teil der Innenstadt nicht zu und wird sich auch nicht ändern. Also wozu dieses herumdoktern an den Symptomen, welches auch viel Geld kosten würde. Es gibt genügend andere „Baustellen“ in unserer Stadt, die verbesserungswürdig sind.

Dieter Ringsdorf

Bescheidenheit schadet nicht

3./4. Februar: Hamburger KRITIken: „Wenn das Land nicht mehr richtig funktioniert. Wer stoppt die Ego-Gesellschaft? Wenn jeder seine eigenen Interessen in den Mittelpunkt rückt, verlieren alle“

Vielen Dank für den erhellenden Artikel von Matthias Iken. Wie recht er doch hat, die Rechtspopulisten ernten, ohne zu säen. Ich habe kaum noch Illusionen, was unser Land betrifft. Und bin jetzt mal ganz offen und ehrlich: Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Das eine bedingt das andere. Mein Gefühl ist, es gibt kein Entrinnen mehr. Wir tun gut daran, jetzt mehr Demut und Bescheidenheit an den Tag zu legen. Das hat noch nie geschadet. Viel Glück uns!

Steffie Haddenga

Zum Pflichtgefühl zurückfinden

In den vergangenen Jahren haben die deutschen Bürger vor allem gelernt, ihre eigenen Rechte einzufordern. Sie begreifen sich nicht als Teil einer Gemeinschaft, die nur durch Zusammenarbeit optimal funktioniert, sondern als Individualisten. Einst lernten bereits Kinder, dass sie Pflichten zu erfüllen haben. Dazu gehörten das Aufräumen ihrer Spielsachen und für die Schule zu lernen. Mittlerweile scheint das Wort „Pflichten“ aus dem Sprachgebrauch vertrieben worden zu sein, musste sich den Rechten und Ansprüchen ergeben. Wenn aber nur ein Rädchen im Staatsgefüge streikt, steht die Maschinerie still. Eilige, halbherzige Reparaturen helfen aber auf Dauer nichts. Nur wenn die deutschen Bürger zum Pflichtgefühl zurückfinden, kann unser Wohlstandsstaat wie gewohnt weiterbestehen.

Christiane Mielck-Retzdorff

Bitter, gerade in diesen Zeiten

3./4. Februar: „Senatoren bekommen immer mehr Personal. Die Zahl der Stellen in Präsidialstäben ist in Hamburg seit 2015 um fast 30 Prozent gestiegen“

Seit 2015 ist die Zahl der Personalstäbe im Hamburger Senat um 28 Prozent gewachsen. Das ist bitter, gerade in Zeiten, in denen alle Bürger den Gürtel enger schnallen müssen. Dabei hat Olaf Scholz beim Regierungswechsel 2011 in Hamburg noch eine „Verschlankung der Verwaltung“ ausgerufen. Ob er sich noch daran erinnert? Dann ist „König Olaf“ weitergezogen und hat mit mehreren „Doppel-Wumsen“ das Beamtenpersonal der Bundesregierung nach Merkel um 11.500 Stellen aufgebläht – das ist noch viel bitterer! Apropos Merkel: Die Altkanzlerin hat sich mit neun Personalstellen in ihr neues Büro und den Ruhestand verabschiedet, mit zwei Büroleiterinnen, die jeweils etwa 10.000 Euro im Monat verdienen – auf unbestimmte Zeit! Eine der beiden ist Beate Baumann, mit der sie gerade an ihren Memoiren schreibt. Dieses Buch haben beide vorab an einen deutschen Verlag verkauft und sich, wie man hört, schon mal einen zweistelligen Millionenbetrag als Vorschuss geben lassen. Nun werkeln Angela und Beate an ihrem Buch in einem Büro, das der Steuerzahler mitsamt Personal unterhält, während im Ländle die Bauern um Agrardiesel kämpfen und die Schulen vergammeln. Fazit: Die Politik hat sich lange unseren Staat zur Beute gemacht – da machen ein paar mehr Stellen für die kleinen Hamburger ,Senats-Könige‘ auch nichts mehr aus.

Hansjörn Muder, Hamburg

Ich habe kein Verständnis mehr

Die Streikkultur ist an einen Punkt gelangt, die meines Erachtens absolut nicht mehr zu vertreten ist, denn sie geht auf Kosten der Bevölkerung, die zusehen muss, wie sie zum Arbeitsplatz gelangt, wenn der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt wird oder wie der wohlverdiente Jahresurlaub angetreten werden kann, weil die Flughäfen lahmgelegt werden oder wie man von A nach B kommt, weil Trecker und Lkw wichtige Zufahrten blockieren. Ich bin genervt und habe langsam aber sicher kein Verständnis mehr für diese Aktionen. Warum kann man sich nicht vernünftig an einen Tisch setzen, um die Missstände auf Augenhöhe zu diskutieren und vernünftige Lösungen zu finden? Wo sind wir nur hingekommen? Ich kann Herrn Iken nur zustimmen. Welche Konsequenz hat mein Handeln und was kann ich zu einem Gelingen beitragen? Protest ist wichtig und muss sein, aber dieser darf nicht auf Kosten aller gehen.

Susanne Lüders

Als Vorbild nicht geeignet

30. Januar: Leitartikel: „Die Geschichts-Reiniger. Vergessen ist keine Option – auch nicht Paul von Hindenburg zu löschen“ und Leserbriefe

Hindenburgs Machtübertragung auf Hitler ist schon Anlass genug Hindenburg nicht zu vergessen. Aber es gibt noch weitere Gründe, ihn nicht mit einem Straßennamen u.ä. zu ehren. Er hat eine in der Öffentlichkeit kaum diskutierte fatale Rolle im Ersten Weltkrieg inne. Giftgaseinsätze und die sinnlose Verlängerung des deutschen Angriffskrieges, obwohl zu erkennen war, dass der Krieg nicht zu gewinnen war. Der „Held von Tannenberg“ wollte nicht als Verlierer heimkehren. Und dabei schmückte er sich auch noch mit falschen Federn: Es war die Befehlsverweigerung eines Unteroffiziers, die zur Wende in der besagten Schlacht führte. Aber das passte schlecht in die gern genossene Glorifizierung. Im Übrigen war der Ort der Schlacht weit ab von Tannenberg. Aber man wollte die frühere Niederlage bei Tannenberg mit dieser Legende überblenden. Ebenso, wie er mit der Dolchstoßlegende vom eigenen Versagen ablenken wollte. Er wollte keine Republik, sondern den Kaiser zurück. Hindenburg musste kein Nazi sein, um heute zu sagen: Hindenburg nicht vergessen, aber nicht verehren. Als Vorbild für uns und unsere Demokratie ist er nicht geeignet. Daher sollte nichts nach ihm benannt werden.

Theo Karczewski

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