Hamburg (dpa/lno). Holstein Kiel zählt zu den Überraschungs-Mannschaften der Zweitliga-Saison. Im Nordduell beim FC St. Pauli rechnet sich das Team von der Förde etwas aus. Zumal den Hamburgern der Kapitän fehlt.

Auch ohne den Anführer soll es endlich mit dem ersten Heimsieg für den FC St. Pauli in dieser Zweitliga-Saison klappen. Der australische Fußball-Nationalspieler und Kiez-Kapitän Jackson Irvine wird den Hamburgern aber nicht nur am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Nordduell gegen Holstein Kiel fehlen. Durch die Verletzung, die er sich im Länderspiel gegen Mexiko zugezogen hatte, wird er noch für einige Zeit aussetzen.

Dennoch glaubt Trainer Fabian Hürzeler an eine Chance gegen ein Überraschung-Team der bisherigen Saison. „Wir freuen uns auf die Herausforderung und hoffen, dass wir hier endlich drei Punkte hier behalten“, sagte der 30-Jährige am Freitag.

Dass der Ausfall des Mittelfeld-Antreibers Irvine bitte ist, verhehlt Hürzeler nicht. „Natürlich ist das keine schöne Nachricht für uns, für den ganzen Verein“, sagte er. „Ich habe es auch schon betont, dass Jackson ein Spieler ist, der für uns einfach einen unfassbaren Wert hat.“

Er habe aber ein Motto, wenn sich eine Tür schließe, öffneten sich andere Türen. „Und so werden wir das auch angehen. Wir haben einen Superkader. Wir haben viele Optionen, um Jackson zu ersetzen“, meinte Hürzeler. Aber trotzdem werde es nicht einfach. „Das müssen wir als Team auffangen und nicht durch einen Einzelnen.“

Am Donnerstag hatte der FC St. Pauli mitgeteilt, dass sich Irvine einen Riss des vorderen Außenbandes im rechten Fuß sowie eine Gelenkverstauchung zugezogen habe. Über die Dauer des Ausfalls hatte der Verein keine Angaben gemacht. Der Mittelfeldspieler hatte sich im Testspiel gegen Mexiko verletzt. Irvine ist nicht nur sportlich, sondern auch als Anführer auf und neben dem Platz enorm wichtig für das Team.

Die anderen Nationalspieler hätten sich ohne Blessuren von ihren Länderspiel-Einsätzen zurückgemeldet, berichtete Hürzeler. „Die anderen sind alle heil wieder gekommen und haben auch freudig gestrahlt“, sagte er. Es sei „unfassbar schön, alle wiederzusehen. Ich glaube, dass sie sich auch sehr, sehr gefreut haben, hier wieder zu sein.“ Das würde für die „Homogenität in der Mannschaft sprechen“.

In dem Nordduell am Sonntag treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in dieser Saison noch ungeschlagen sind. Dennoch trennt die Hamburger vor dem sechsten Spieltag nach zuletzt vier Remis schon fünf Punkte vom Tabellenzweiten aus Kiel (12 Zähler).

Die Kieler hätten eine gute Mischung, sagte Hürzeler. „Diese Mischung plus das Spielglück, was sie im Moment haben, macht sie im Moment zu einer sehr guten Mannschaft“, meinte er weiter. „Das sieht man dann auch an der Tabelle. Die Tabelle lügt da nicht.“