Hamburg. Mehr als eine Woche liegt der Amoklauf bei den Zeugen Jehovas in Hamburg zurück. Sieben Menschen tötete der Attentäter, ehe er sich selbst erschoss. Dem Entsetzen folgen nun Trauer um die Todesopfer und Gedenken.

Eineinhalb Wochen nach der Amoktat bei den Zeugen Jehovas in Hamburg mit acht Toten wird am Sonntagnachmittag mit einer ökumenischen Andacht der Opfer gedacht. Nach Angaben der Initiatoren soll die Veranstaltung in der Hauptkirche St. Petri der Trauer einen Raum geben und Trost spenden. Das Angebot gelte vor allem für die etwa 1000 Einsatzkräfte, die am Donnerstag und Freitag der Vorwoche im Einsatz waren, sowie für Bewohner des Stadtteils Groß Borstel, in dem sich die Tragödie ereignete. Das Gedenken solle und könne keine Trauerfeier der Zeugen Jehovas ersetzen, hieß es.

Veranstalter sind die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, das Erzbistum Hamburg und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Erwartet wird unter anderem auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Die Zeugen Jehovas unterstützen den Angaben zufolge die Trauerfeier, wollen aber einen eigenen Weg für eine Trauerfeier nach ihren christlichen Prinzipien gehen.

Vor mehr als einer Woche hatte ein 35 Jahre alter Deutscher im Hamburger Norden sieben Menschen - darunter ein ungeborenes Kind - mit Schüssen aus einer halbautomatischen Pistole getötet und sich danach selbst umgebracht. Neun Menschen wurden verletzt. Wie am Freitag bekannt wurde, schwebt niemand von ihnen mehr in Lebensgefahr.

Im Hamburger Rathaus liegt seit diesem Samstag ein Kondolenzbuch aus. Mehrere Menschen nutzten am ersten Tag die Möglichkeit, mit Einträgen den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme zu bekunden. Nach Angaben der Stadtverwaltung besteht für eine Woche jeweils zwischen 10.00 und 18.00 Uhr die Möglichkeit dazu. Das Buch werde zu gegebener Zeit den Betroffenen übergeben.