Corona News für den Norden

Inzidenz im Norden stabil – aber mehr schwere Fälle

| Lesedauer: 10 Minuten
Allgemeine Impfpflicht ist vorerst vom Tisch

Allgemeine Impfpflicht ist vorerst vom Tisch

Der Vorstoß für eine Corona-Impfung für alle Erwachsenen in Deutschland ist vom Tisch. Die parlamentarischen Befürworter einer allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren legten das Vorhaben mangels Erfolgsaussichten auf Eis.

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Fallzahl verdoppelt: Inzidenz in Hamburg steigt deutlich. Hotspot Hamburg – aber ohne Maske auf Dom und Fischmarkt. Der Newsblog.

Hamburg ist seit Sonnabend offiziell ein Corona-Hotspot. Damit gilt weiter die Maskenpflicht in Innenräumen. Auch Mecklenburg-Vorpommern hält mit der Hotspot-Regelung weiter an strengeren Corona-Maßnahmen fest – ganz anders sieht es hingegen in den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen aus. Dort fallen fast alle Einschränkungen weg. Einkaufen ohne Maske ist in den Bundesländern beispielsweise wieder möglich, was zum Teil für Chaos sorgte.

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Seit diesem Montag können Hamburgs Schüler und Lehrer am Platz ihre Maske ablegen. Die Inzidenz der Stadt ist derweil sprunghaft gestiegen.

Die Corona-News für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen am 4. April 2022:

Inzidenz im Norden stabil – Zahl schwerer Fälle steigt

Während sich die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein seit einigen Tagen nur minimal ändert, ist in den Krankenhäusern die Zahl der Corona-Patienten klar gestiegen - auch auf den Intensivstationen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Montag bei 1341,7, wie aus den Daten der Landesmeldestelle (Stand: 18.43 Uhr) hervorgeht. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz 1490,3 erreicht. Kiel ist die einzige Region im Land mit einem Wert über 2000. Unter 1000 liegt die Inzidenz derzeit in keiner Region mehr.

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus lagen am Montag 615 Patienten in Kliniken in Schleswig-Holstein - 19 mehr als zuvor. Von ihnen wurden 62 auf einer Intensivstation behandelt (+17) und 23 dort beatmet. Die Zahl der in Krankenhäuser neu aufgenommenen Corona-Erkrankten je 100 000 Menschen binnen einer Woche - die Hospitalisierungsinzidenz - lag am Montag bei 6,49.

Es gab 7715 registrierte Neuinfektionen; eine Woche zuvor waren es 8360. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie an oder mit Corona gestorbenen Menschen in Schleswig-Holstein stieg um fünf auf 2314.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Land verzeichnete weiterhin die Landeshauptstadt (2033,6), gefolgt von Neumünster (1777,1) und dem Kreis Dithmarschen (1552,7). Am niedrigsten war die Inzidenz nun im Kreis Stormarn (1099,6).

Günther lobt freiwilliges Tragen von Corona-Schutzmasken

Ministerpräsident Daniel Günther hat sich erfreut darüber gezeigt, dass sich viele Schleswig-Holsteiner nach dem Wegfall der Maskenpflicht freiwillig mit einer Mund-Nasen-Bedeckung vor dem Coronavirus schützen. Diese Beobachtung hatte der CDU-Politiker nach eigenen Worten bei mehreren öffentlichen Terminen gemacht. „Das ist ein gutes Zeichen, Schleswig-Holstein steht auch jetzt zusammen“, sagte der Regierungschef am Montag in Kiel.

Die Pandemie sei noch nicht vorüber. Deshalb seien Rücksicht und Eigenverantwortung nach der weitgehenden Aufhebung der Maskenpflicht umso wichtiger. „Wer eine Maske trägt, schützt sich selbst und andere gut vor einer Ansteckung“, betonte Günther.

Corona: Schulfahrten im Norden wieder möglich

Mehrtägige Schulfahrten und Schüleraustausche sind in Niedersachsen nach den aktuell laufenden Osterferien wieder erlaubt. Eine entsprechende Rundverfügung des Kultusministeriums an die Schulen im Land lief mit dem letzten Schultag vor den Ferien am vergangenen Freitag aus. „Bei den Planungen von Fahrten sollten kurzfristige Stornierungsmöglichkeiten zunächst weiter beachtet werden“, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums mit. Spezifische Hygiene- oder Abstandsregeln für Schulfahrten gebe es demnach nicht. Maßgeblich seien die niedersächsische Corona-Verordnung oder die der Länder des Zielortes. Der erste Schultag nach der Osterpause ist der 20. April.

Angesichts steigender Infektionszahlen durch die Coronavirus-Variante Omikron hatte das Ministerium Ende Januar ein Verbot von mehrtägigen Klassenfahrten bis zum Beginn der Osterferien verlängert. Das Verbot umfasste auch Austauschfahrten ins Ausland. Möglich blieben aber eintägige Schulausflüge, wenn nach Abwägung der Schulen der pädagogische Nutzen das Risiko durch das Infektionsgeschehen überwog.

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Inwieweit nun viele Schulen in Niedersachsen Klassenfahrten in den kommenden Monaten nachholen werden, ist laut dem Ministerium nicht absehbar, da die Schulen die Fahrten eigenverantwortlich organisieren. Die Jugendherbergen im Nordwesten teilten am Montag mit, ihre Herbergen erwarteten für die kommenden Wochen und Monate einen Nachholeffekt bei Klassenfahrten.

Viele tragen weiter Maske beim Einkaufen

In Schleswig-Holstein haben die Einzelhandelskunden bislang zögernd auf den Wegfall der Maskenpflicht reagiert. Nach ersten Schätzungen hätten am ersten Tag der neuen Regelung etwa zwei Drittel der Kunden eine Maske getragen, sagte die Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nord, Mareike Petersen, am Montag. Allerdings seien am Sonntag, dem ersten Tag ohne Maskenpflicht, nur wenige Läden geöffnet gewesen. Für die kommenden Wochen rechnet Petersen damit, dass Kunden und Beschäftigte weiter Masken tragen, wenn die Situation es erfordert. Seit Sonntag sind die meisten Corona-Beschränkungen in Schleswig-Holstein mit wenigen Ausnahmen aufgehoben.

Inzidenz-Sprung: Doppelt so viele Fälle in Hamburg

Die Corona-Inzidenz in Hamburg ist sprunghaft gestiegen: Die für das Ressort Gesundheit zuständige Sozialbehörde hat am Montag 3021 neue Infektionen registriert. Das sind fast doppelt so viele wie vor einer Woche (1649), wodurch der Sieben-Tage-Wert von 1409,5 auf 1481,5 neue Fälle pro 100.000 Einwohner hochgeschnellt ist.

Die Zahl der Corona-Patienten wurde zum Wochenstart wie gewohnt nicht aktualisiert. Somit werden nach aktueller Zählweise 442 an Covid-19 erkrankte Menschen im Krankenhaus behandelt. Davon liegen 36 auf Intensivstationen. Die Zahl der Corona-Toten bleibt unverändert bei 2396 Personen.

Hamburg lockert Maskenpflicht an Schulen

Hamburgs Schülerinnen und Schüler müssen ab sofort im Unterricht an ihren Schreibtischen keine Corona-Maske mehr tragen. Gleiches gilt nach Angaben der Schulbehörde für Lehrkräfte und schulisches Personal, wenn sie in den Klassen einen festen Arbeitsplatz eingenommen haben. In allen anderen Bereichen, etwa in den Fluren oder beim Herumlaufen im Klassenraum gelte weiterhin die Maskenpflicht. Ebenfalls in Kraft bleibe die Pflicht, sich dreimal pro Woche testen zu lassen und die Klassenräume alle 20 Minuten zu lüften. Zudem blieben die mobilen Luftfiltergeräte in Betrieb.

Basis der Neuregelung ist der jüngste Bürgerschaftsbeschluss zum Umgang mit der Corona-Pandemie vom vergangenen Mittwoch, wonach die gesamte Hansestadt seit Sonnabend ein Corona-Hotspot ist. Damit besteht bis Ende April unter anderem eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen, also auch in den Schulen. Ohne den Beschluss gäbe es wie in den Nachbarländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein und den meisten anderen Bundesländern fast gar keine Maskenpflicht mehr.

Kreis Herzogtum Lauenburg mit niedrigster Inzidenz im Norden

Die Inzidenz in Schleswig-Holstein ist erneut gesunken. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt nun bei 1339,2. Am Vortag betrug sie 1369,0, davor 1446,0. Vor einer Woche hatte der Wert 1453,0 erreicht. Am Sonntag sind 942 neue Fälle hinzugekommen, eine Woche zuvor waren es 1362. Die Zahl der Corona-Toten ist um einen Menschen auf 2309 gestiegen. Die Krankenhauszahlen wurden am Wochenende nicht aktualisiert. Die höchste Inzidenz im Land verzeichnet Kiel (2130,2), gefolgt vom Kreis Neumünster (2128,8) und Dithmarschen (1582,7). Am niedrigsten ist der Wert weiterhin im Kreis Herzogtum Lauenburg (903,3).

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Hotspot Hamburg: Trotzdem maskenlos auf Dom und Fischmarkt

Ohne Maske auf Fischmarkt und Dom, aber weiter mit Mund-Nase-Schutz beim Shoppen: Während anderswo die Corona-Maßnahmen weitestgehend weggefallen sind, gab es für die Hamburgerinnen und Hamburger am ersten Wochenende als Hotspot-Stadt in Innenräumen noch viel Altbekanntes: So musste beim verkaufsoffenen Sonntag in den Geschäften weiter eine FFP2-Maske getragen werden und beim Tanzen in den Clubs galt weiterhin die 2G-plus-Regel – also Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichen Test. Freier konnte man sich da auf dem Frühlingsdom oder dem Fischmarkt fühlen, der erstmals wieder in altbewährter Form öffnete.

Nach mehr als 15 Monaten Corona-Unterbrechung und acht Monaten im eingeschränkten Pandemiebetrieb konnte Marktschreier Aale-Dieter, der als lebende Fischmarkt-Legende nach eigenen Angaben seit 63 Jahren dabei ist, seine Waren wieder aus vollem Hals anpreisen. „Die Leute wollen sich wieder amüsieren, sie wollen flotte Sprüche hören, sie wollen Aal, Lachs, Bananen, Käse“, sagte Dieter Bruhn. Bis dato durfte der Markt nur mit rund der Hälfte der Stände öffnen, Marktschreier durften nicht schreien.

Da der Fischmarkt unter freiem Himmel stattfindet, durften die Besucher ohne Maske kommen. Mit schätzungsweise 35.000 Menschen sei der Zuspruch in etwa auf „Vor-Corona-Niveau“ gewesen, sagte ein Bezirksamtssprecher. Seit Sonnabend ist auch auf dem Dom die Maskenpflicht weggefallen – allerdings nicht in Innenbereichen.

Auch beim Sonntagseinkaufen musste in den Geschäften – wie in allen Räumen mit Publikumsverkehr in Hamburg – Maske getragen werden. Das hielt die Menschen am verkaufsoffenen Sonntag aber nicht davon ab, in die Innenstadt zu kommen, wie die Geschäftsführerin des City-Managements, Brigitte Engler, sagte. Schon vor dem Start um 13 Uhr sei die Innenstadt voll gewesen.

Impfaktion auf Göttinger Autohof an A7

Zum Start der Ferien in Niedersachsen hat es für Kurzentschlossene auf einem Autohof auf der Autobahn 7 im Landkreis Göttingen eine Impfaktion gegeben. Sie richtete sich in erster Linie an Urlaubsreisende und Fernfahrer aber auch an alle anderen Interessierten, wie die Stadt Göttingen mitteilte. Ein mobiles Impfteam der Johanniter baute seine Station an den Tischen eines Restaurants auf dem Autohof Lutterberg an der A7 auf. Vier Stunden lang wurden die Impfstoffe der Firmen BionTech und Novavax verabreicht. Möglich waren sowohl die Erstimpfung als auch alle weiteren Impfungen.

Lesen Sie hier die Corona-News für den Norden vom Vortag

( HA/dpa )

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