Brot aus Hamburg

Die besten Bäckereien Hamburgs – von Sülldorf bis Langenhorn

| Lesedauer: 10 Minuten
Lena Miller
In Hamburg gibt es viele beliebte Bäckereien. Eine Auswahl stellen wir Ihnen hier vor.

In Hamburg gibt es viele beliebte Bäckereien. Eine Auswahl stellen wir Ihnen hier vor.

Foto: Nikolai Okhitin / picture alliance / Zoonar

Frisch aus dem Ofen, nachhaltig und regional: Hier ein paar Tipps, wo es gutes Brot und leckere Brötchen in Hamburg und Umgebung gibt.

Hamburg. Die besten Dinge der Welt sind einfach. Einfach gut. Egal ob mit süßem oder herzhaften Belag – Brot ist ein echter Allrounder. Und schmeckt zu jeder Tageszeit. Sauerteig, Roggenmisch, Korn an Korn oder Kreationen aus Dinkelmehl und Chiasamen – bei mehr als 3200 beim Deutschen Brotinstitut eingetragenen Sorten findet jeder eine nach seinem Geschmack. Seit 2014 zählt die Brotkultur in Deutschland zum Unesco-Weltkulturerbe. Ein Grund mehr, unser täglich Brot zu feiern. Hier eine Auswahl der besten Hamburger Bäcker.

Nachhaltig und klimaneutral: Zeit für Brot

Bei Zeit für Brot treffen Tradition und Zeitgeist aufeinander. Die Brote werden nach Rezepturen hergestellt, die teilweise seit Generationen überliefert werden. Verwendet werden ausschließlich Zutaten aus ökologisch nachhaltiger Landwirtschaft.

Auch die Produktion läuft nachhaltig, denn dank Ökostrom wird bei Zeit für Brot klimaneutral gebacken. Wer zusehen möchte, wie Olivenstangen und Körnerbrot entstehen, kann dies in der offenen Backstube tun. Zeit für Brot spendet übrig gebliebene Ware an Bedürftige.

Ottenser Hauptstraße 41, Tel. 46 65 07 10, zeitfuerbrot.com

Brot in Hamburg: Eigenkreationen der Schanzenbäckerei

Von der riesigen Backstube in Wandsbek aus werden jeden Tag die insgesamt 35 Filialen mit frischen Broten, Brötchen und Kuchen beliefert. Die Backwaren werden nach handwerklicher Tradition und unter minimalem Einsatz von Technik produziert.

Das Angebot ist riesig und reicht von Landroggen über Oxbrot bis hin zu Fladenbrot. Eigenkreationen wie das saftig-kernige Nuggi Vital und das herzhafte Schanzenmalz schmücken die Brötchenabteilung.

Filiale Stellingen: Randstraße 111, Tel. 53 00 31 48, www.schanzenbaeckerei.de

Traditionelle Backtechnik im Café Luise

Vor der kleinen Bäckerei in Fuhlsbüttel stehen die Menschen morgens oft in langen Schlangen an. Dank Handarbeit und traditioneller Backtechnik wird hier noch so gebacken wie vor 60 Jahren. Zu dem Geschmack, der die Menschen zum Beispiel für Chia-Dinkel-Brot anstehen lässt, tragen beste Zutaten bei, die ohne Zusatzstoffe auskommen. Das schmeckt nicht nur gut, sondern macht die Brote vom Café Luise auch besonders bekömmlich.

Wer nicht nur Brot kaufen, sondern auch einen Kaffee trinken möchte, kann das hier ebenfalls tun, denn der helle Innenraum des Cafés lädt zum Verweilen ein.

Erdkampsweg 12, Tel. 28 57 54 66, www.cafe-luise-baeckerei.de

Institution in den Elbvororten: Bäcker Hansen

In den Elbvororten im Westen Hamburgs ist die Bäckerei Hansen eine Institution. Schon die vierte Generation steht hier am Ofen. Die Backstube in Sülldorf versorgt auch die insgesamt sechs Filialen zwischen Rissen und Groß Flottbek mit frischer Ware.

Zu den Klassikern zählen die Brötchensorten „Oma“ und „Opa“. Die Brote der Bäckerei Hansen zeichnen sich durch qualitativ hochwertige Zutaten aus. Wann immer es möglich ist, werden die Zutaten außerdem aus der Region bezogen.

Backstube Sülldorf: Sülldorfer Landstraße 143, Tel. 87 46 17, www.hansen-baeckerei.de

Bäcker Schlüter: Brote ohne Konservierungsstoffe

Im Kreis Pinneberg gibt es mit der Bäckerei Schlüter und ihren zwölf Filialen einen lokalen Platzhirsch – und das seit 1888. Das traditionelle Halstenbeker Familienunternehmen wurde zwar von den Schlüters 2019 an ein junges Paar verkauft, aber das Brot ist nach wie vor das leckerste im ganzen Umkreis.

Das Besondere ist, dass die Brote alle ohne Konservierungsstoffe auskommen, noch traditionell von Hand gemischt und gewogen werden und der Natursauerteig selber hergestellt wird. Bei rund 25 Brotsorten ist natürlich für jeden Geschmack etwas dabei, aber ganz besonders lecker sind die verschiedenen Vollkornbrote, die es seit Bestehen der Bäckerei gibt, und das Urdinkel, das innen sehr saftig ist und draußen eine knusprige Kruste hat.

Relativ neu ist das Halstenbeker Landbrot, ein Weißbrot, das mit seinem fluffigen Innenleben an Ciabatta erinnert, aber sehr viel interessanter und gehaltvoller durch seine dunkel gebackene Kruste schmeckt.

Dockenhuder Chaussee 48, Halstenbek,Tel. 04101/412 06, www.baeckerschlueter.de

Bäckerei Wiedenroth in Ottensen

Die Bäckerei Wiedenroth ist im Stadtteil Ottensen sehr beliebt. Hier wird traditionell und mit ausgewählten Zutaten gearbeitet – das schmeckt man. Deshalb gilt es vor allem am Sonntagmorgen Geduld mitzubringen.

Beim Anstehen kann man schon mal überlegen, welche der 15 Brötchen- und 16 Brotsorten in die Tüte kommen. Schwere Entscheidung: Zwiebelbrötchen, Altonaer Junge oder Nussbrot? Oder eines der Croissants, die über über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannt sind?

Daimlerstraße 2, Tel. 390 97 56, www.backerei-wiedenroth.de

Der echte Gaues und Sylter Weißbrot

Jochen Gaues backt schon seit mehr als 30 Jahren. In dieser Zeit ist er vielfach für sein Können ausgezeichnet worden. Die Teige werden alle von Hand hergestellt und verarbeitet – natürlich ohne Zusätze.

Die Geheimzutat von Jochen Gaues ist Zeit. Während der Teig in Ruhe reift, kann er sein unverwechselbares Aroma entwickeln. Später liegen die riesigen Laibe rösch gebacken und zum Anbeißen lecker in der Glasvitrine. Das Sylter Weißbrot von Gaues hat nicht nur unter den Hamburger Gastronomen eine große Fangemeinde.

Filiale Eppendorf: Lehmweg 53, Tel. 890 69 10, www.derechtegaues.de

Bäckerei & Konditorei Hönig – mehrfach ausgezeichnet

Auch das Geheimnis von Bäcker Hönig hat nur vier Buchstaben: Zeit. Der in Hamburg-Niendorf beheimatete Familienbetrieb, der inzwischen vier Filialen hat, eine davon auch in der HafenCity, lässt seinen Gebäcken Zeit, sich zu entwickeln und Geschmack zu bilden.

Die Qualität und Vielfalt der 16 angebotenen Brotsorten wurden schon mehrfach ausgezeichnet. Bei vier Brotsorten wird komplett auf Weizenmehl verzichtet. Inhaber Björn Hönig legt besonders viel Wert auf hochwertige Zutaten. Besonders empfehlenswert sind ganz subjektiv das Hamburger Schwarzbrot, das Korn an Korn und das Ciabattabrot.

Filiale Barmbek: Senatstraße 37, Tel. 29 66 21, www.baeckerei-hoenig.de

Marmstorfer Traditionsunternehmen: Bäcker Becker

Auch die Corona-Pandemie hat das Marmstorfer Traditionsunternehmen nicht davon abgehalten, im vergangenen Sommer seine 20 Brötchen- und 30 Brotsorten wieder der strengen Qualitätsprüfung des Deutschen Brotinstituts zu unterziehen. Die treuen Kunden im Süden Hamburgs wissen, dass sie sich auf ihren Geschmack verlassen können.

Das Ergebnis der Prüfung fiel wieder sehr gut aus: Roggenmeter und Kornling erhielten Auszeichnungen. Bei den Brötchen bekamen die Marmstorfer Kornkracher, die Baguettebrötchen und die Tigerbrötchen, die auch sehr gut bei Kindern ankommen, viel Lob.

Filiale Harburg: Lüneburger Straße 31, Tel. 30 09 68 23

Bread – Büürli, Hammer oder Pfünderli

Die Brote von bread orientieren sich am Schweizer Bäckereihandwerk. Verwendet wird Natursauerteig aus Bio-Weizen.

Der Teige darf lange ruhen und reifen – bis zu 50 Stunden. Kommen Büürli, Hammer oder Pfünderli dann aus dem Holzofen, können auch Menschen, die Weizen nicht so gut vertragen, zugreifen. Der lange Reifungsprozess macht das Brot auch für sie bekömmlich. Neben der kleinen Filiale in Eppendorf kann man die Brote von bread auch auf den Wochenmärkten in Groß Flottbek und am Turmweg erwerben.

Eppendorfer Weg 189, Tel. 0172/428 70 95, www.bread.love

Die kleine Konditorei mit Familienrezepten

Die kleine Konditorei ist mit insgesamt vier Filialen in Eimsbüttel und Stellingen vertreten. Seit 1964 wird unter hohen ökologischen Standards in der eigenen Backstube produziert. Gebacken wird in Handarbeit und nach Familienrezepten.

Köstlich sind das Lutterkorn, ein echter Vollkorn-Kracher, ebenso wie der Gran­steiner Alm Laib mit Walnüssen. Bei 18 Sorten Brötchen hat man die Qual der Wahl: Karotte, Eimsbuscher oder doch Sesam? Wurde zu viel gebacken, werden die übrig gebliebenen Produkte an die Hamburger Tafel und den Hilfsverein St. Ansgar e. V. gespendet.

Filiale an der Backstube: Warnstedtstraße 28–32, Tel. 60 03 90 90, www.kleine-konditorei.com

Bio-Bäckerei Rettungsbrot

Bäckermeister Martin Kastner sah Ursprung und Geschmack guter Backwaren in der heutigen Konsumwelt verloren. Daher eröffnete er die kleinste Bio-Backstube Hamburgs.

Auf nur acht Quadratmetern verwandelt Kastner kontrollierte Bio-Zutaten nach eigenen Rezepturen in Brote, die sich geschmacklich stark von Massenware unterscheiden. So wie das Schrotbrot aus 100 Prozent Roggenschrot. Es hat eine feine Kruste, ist saftig und kräftig im Geschmack. Im Sortiment finden sich neben Vollkorn- auch Weißmehlbrote, Brötchen und Snacks.

Klaus-Groth-Straße 40, Tel. 39 99 00 43, www.bio-baeckerei-rettungsbrot.de

Braaker Mühle: Von Barmbek über Hamm bis nach Langenhorn

Die Geschichte der Braaker Mühle beginnt vor mehr als 150 Jahren mit dem Erwerb einer traditionellen Windmühle. Heute gehört die Bäckerei mit 14 Standorten von Barmbek über Hamm und Langenhorn bis hin zu Winterhude in Hamburg zu den beliebtesten.

Für die Brote der Braaker Mühle werden ausschließlich natürliche Sauerteige ohne Konservierungsstoffe verwendet. Das Getreide für Vollkornwaren bezieht die Bäckerei vom Gut Rosenkranz in Schleswig-Holstein. Besonders beliebt sind unter anderem der Bauernlaib und das Holzfällerbrot.

Filiale Barmbek: Habichtstraße 96, Tel. 69 70 44 40, www.braaker-muehle.de

Bäckerei-Tipp aus der Community: Baegeri

Aus unserer Abendblatt-Community auf Instagram erreichte uns ein weiterer Tipp: die neue Baegeri des Hamburger Gastronomen Fabio Haebel. Bereits vor Eröffnung wurde der Betrieb, der seit November in der Straße Beim Grünen Jäger zu finden ist, beim Gourmetjournal Falstaff als eine von Hamburgs beliebtesten Bäckereien ausgezeichnet.

Haebel setzt in der Baegeri vor allem auf „Franz Buns“ (Sauerteig-Brötchen mit Zimt und Zucker) und frisch gebackene Brote. Abendblatt-Leser empfehlen besonders das Sauerteigbrot und das Shokupan, ein japanisches Milchbrot. In modernem Ambiente mit rustikaler Backsteinwand und gefliestem Tresen können Kunden außerdem leckere Kaffee-Spezialitäten und warme Käse-Sandwiches erwerben.

Beim Grünen Jäger 14, 20359 Hamburg, Tel. 85 40 37 80, www.baegeri.com

Weitere Tipps der Abendblatt-Follower: Sören Korte Brotmanufaktur, Bäckerei Schmacke, Schmidt & Schmidtchen, Bäcker Körner, Backecht, Copenhagen Coffee Lab, Brot und Stulle.

( mit lag )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg