Beach-Volleyball

Ex-Beachvolleyballer über Karriereende: Keine Hingabe mehr

dpa

Hamburg. Knapp drei Monate nach dem Ende seiner Beachvolleyball-Karriere hat Julius Thole seinen langjährigen Partner Clemens Wickler für dessen Reaktion auf seinen überraschenden Entschluss gelobt. "Für ihn war es ein Schlag, denn er hatte fest mit mir bis Paris geplant", sagte der 24 Jahre alte Hamburger in einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" (Samstag-Ausgabe). "Ich habe ihn sofort nach der Entscheidung informiert, er hat überragend reagiert, weil er mir vermittelt hat, mich zu verstehen und mir nichts zu verübeln. Das hat mich riesig gefreut."

Thole und Wickler hatten noch bei den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer in Tokio das Viertelfinale erreicht. Sie galten auch als Hoffnungsträger für die Spiele 2024 in Paris. Ihr größter Erfolg war der zweite Platz bei der WM am Hamburger Rothenbaum.

"Unsere Maxime war immer Vollgas, und am Ende war mein stärkstes Argument gegen die Fortsetzung meiner Laufbahn, dass ich nicht mehr bereit war, mit absoluter Hingabe ins Training zu gehen", sagte Thole zu den Beweggründen für seinen Abschied. Mit Blick auf Paris fügte er hinzu: "Und dann wäre es auch nicht mehr so erfolgreich gewesen."

Thole kümmert sich nun verstärkt um sein Jura-Studium. Er erwartet nicht, dass er seine Entscheidung gegen die Fortsetzung der sportlichen Karriere einmal bereuen wird. "Ein wichtiger Wesenszug meines Charakters ist es, dass ich kein Mensch bin, der zurückschaut", meinte er. "Ich bin sehr dankbar dafür, es im Beachvolleyball so weit gebracht zu haben. Aber die Frage, wo ich hin möchte im Leben, habe ich für mich nun mit der Fokussierung auf mein Studium beantwortet."

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