Deutsche Bahn

Schneller von Berlin nach Hamburg, doch Sylt fällt weg

| Lesedauer: 4 Minuten
Blick auf ein volles Gleis im Hamburger Hauptbahnhof (Archivbild). Der Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn bringt einige Änderungen mit sich.

Blick auf ein volles Gleis im Hamburger Hauptbahnhof (Archivbild). Der Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn bringt einige Änderungen mit sich.

Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto

Der Fahrplanwechsel bei der Bahn bringt kürzere Fahrzeiten nach Hamburg. Doch die Direktverbindung von Berlin nach Sylt fällt weg.

Hamburg. Bahn-Fahrgäste zwischen Berlin und Hamburg sind vom nächsten Wochenende an wieder in gewohnter Reisezeit unterwegs. Am Sonntag (12. Dezember) geht die Schnellfahrstrecke nach gut dreimonatigen Bauarbeiten wieder ans Netz. Züge müssen nicht mehr umgeleitet werden. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag wird außerdem der Bahnhof Zoo wieder zum Fernbahnhof. Morgens und abends sollen Sprinter-Züge nach beziehungsweise aus Köln/Bonn auch dort halten.

Seit 15 Jahren ist der Bahnhof im Westen Berlins kein regulärer Halt für den Fernverkehr mehr – abgesehen von einem Nacht-ICE, der die Station seit 2018 anfährt. 2006 waren die Fernzughalte am Zoo zugunsten des neuen Hauptbahnhofs aufgegeben worden.

Mit ihren Sprintern will die Bahn Menschen gewinnen, die sonst Inlandsflüge nutzen. Zwischen Berlin und Köln fahren künftig drei mal täglich ICE ohne Zwischenhalt in unter vier Stunden und damit bis zu eine halbe Stunde schneller als bisher. Zwischen Hamburg und Berlin soll es künftig wieder 60 Fahrten pro Tag geben. Neu ist eine abendliche ICE-Verbindung Berlin-Dresden. Die IC-Linie aus Rostock gibt es weiterhin.

Deutsche Bahn: Verbindung von Berlin nach Sylt fällt weg

Der Direktzug von Dresden über Berlin nach Westerland auf Sylt fällt dagegen weg – ein Fehler, wie es beim Fahrgastverband Pro Bahn heißt. „Wir brauchen deutlich mehr Direktverbindungen im touristischen Verkehr“, sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Urlaub in Deutschland liege im Trend, er dürfe nicht nur mit dem Auto erfolgen. An der Ostsee sei allein Rügen wirklich gut angebunden.

Im Regionalverkehr stehen kleinere Änderungen an. So fährt die RB35 Fürstenwalde-Bad Saarow in dem Kurort nicht nur mehr bis zum Klinikum, sondern bis zum Orsteil Pieskow, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mitteilte. Davon könnten auch Scharmützelsee-Ausflügler profitieren.

Größere Einschränkungen wird es beim RE1 (Magdeburg-Berlin-Frankfurt(Oder)-Cottbus) im Laufe des Jahres wegen Bauarbeiten bei Frankfurt geben. Gebaut werden soll auch auf der RE2 (Cottbus-Berlin-Wittenberge-Wismar) und auf zahlreichen Strecken der S-Bahn Berlin. Über Sperrungen werde rechtzeitig informiert, hieß es.

Deutsche Bahn erhöht die Ticketpreise

Wer kurzentschlossen noch in einen Zug springt, muss sich ab dem Fahrplanwechsel auf eine wichtige Änderung bei der Deutschen Bahn einstellen: Es gibt keine Papier-Fahrkarten mehr beim Schaffner. Spontan-Einsteiger müssen ihre Tickets künftig schnell am Laptop oder Handy buchen, zehn Minuten bleiben dafür.

Darüber hinaus gibt es für Fahrgäste der Deutschen vom nächsten Wochenende an zwar neue Angebote – aber auch höhere Preise. Mit dem Fahrplanwechsel kosten Fahrten im ICE und Intercity von Sonntag (12. Dezember) an durchschnittlich 1,9 Prozent mehr, wie die Bahn im Herbst angekündigt hatte. Einfacher und in vielen Fällen wohl auch günstiger wird die Mitnahme von Kindern unter 15 Jahren: Die notwendige Begleitperson kann künftig jeder sein, nicht nur Eltern oder Großeltern.

Mehr Fahrgäste: Verkehrsleistung soll verdoppelt werden

Damit Deutschland seine Klimaziele erreicht, sollen deutlich mehr Menschen Bahn fahren anstatt ins Auto oder Flugzeug zu steigen. SPD, Grüne und FDP haben in ihrer Koalitionsvereinbarung festgehalten, dass die Verkehrsleistung verdoppelt werden soll – ein deutlich ehrgeizigeres Ziel als bislang. Die Vorgängerregierung wollte die Fahrgastzahl verdoppeln; das lässt sich teils auch durch vollere Züge erreichen.

Auf ihrem Wachstumskurs kauft die Bahn seit Jahren neue Züge ein, alle drei Wochen erhält sie einen ICE4 mit 13 Wagen und 918 Plätzen. Die neuen Züge bringen auch im Weihnachtsverkehr 50.000 Sitzplätze mehr als im Vorjahr, als es täglich gut 500.000 Sitzplätze waren.

Auch Bahn-Konkurrent Flixtrain baut sein Angebot aus und fährt künftig auch zwischen Frankfurt und Köln. Für das Frühjahr werden weitere Ziele anvisiert. Insgesamt sollen die grünen Züge dann in 70 Orten halten. Weg fällt am kommenden Wochenende aber die Nachtverbindung Berlin-München.

( dpa/HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg